Palaststadt (Eodatia)
Allgemein
Die Palaststadt ist das Herz von Eodatia, der Hauptstadt des Heiligen Kaiserreichs: die Hochstadt auf der mittleren Deltainsel des Rifan, in der Kaiserpalast und Reichskanzlei, der alte Königspalast der eodatischen Krone, die großen Handelshäuser und die Stammhäuser der Banken beieinanderliegen. Über die fünf steinernen Brücken ist sie mit den übrigen Bezirken verbunden, nach Westen mit Auenhof, nach Norden mit Sonnenbrück, nach Osten mit dem Akademieviertel und Theadorsheim, nach Süden mit Fischerort-Südstadt und dem Seehafen von Steinklippen.
Um den alten Königspalast hat sich das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum gebildet, das von den Reichen und Schönen bewohnt und von diesen als Nabel der Welt gepriesen wird. Weitläufige Parks wechseln sich mit riesigen Anwesen, Villen und prächtigen Kontoren der großen Gilden und Handelsgesellschaften ab. Dank der genialen Konstruktion einer unterirdischen Kanalisation und meisterhafter logistischer Systeme der Einwohnerversorgung und Abfallentsorgung bietet sich ein sauberes und farbenfrohes Bild. Neben den staatlichen Einrichtungen finden sich hier viele repräsentative Prachtbauten der Kirchen, Botschaften ausländischer Mächte und die Stammhäuser großer Akademien, Banken und Handelshäuser.
Bankhäuser, Kontore und weitgerühmte Handwerker wechseln sich ab mit den Residenzen alter und einflussreicher Familien. Umgeben ist die Hochstadt auf dem mittleren Hügel von einer eigenen mächtigen Stadtmauer, deren Fundamente tief in den Boden reichen und deren Mauern mehrere Schritte dick und stellenweise zwei dutzend Schritt hoch sind. Bewacht wird das Viertel von der Palastgarde, verwaltet von einem geheimen Rat der Alten. Durch die innere Stadt führen kilometerlange Hochaquädukte, die frisches Wasser aus Nebenarmen des Rifan in die dicht bevölkerten Siedlungsteile führen.
Den höchsten Punkt der Hochstadt bildet der Heilige Hügel. Auf ihm stehen der fünfstöckige Heilige Kaisertempel, der als vermuteter Geburtsort des Deodatus das religiöse Zentrum des ganzen Reiches ist und dem Rat der sieben Hohenpriester als Sitz dient, und der Kaiserpalast, in dem der Kaiser bei seinen Aufenthalten in der Hauptstadt residiert und der dauerhaft die Reichskanzlei beherbergt. Zu ihren Füßen liegen das Hohe Reichsarchiv mit den ältesten Urkunden Anterias und die Münze, Sitz des Reichsmünzwesens. Fünf steinerne Brücken über die Arme des Rifan, jede nach dem Kaiserhaus benannt, unter dem sie vollendet wurde, verbinden die Hochstadt mit den umliegenden Bezirken. Die größte und älteste von ihnen, die Hauptbrücke hinüber nach Theadorsheim, ist vor einigen Jahren unter ihrer eigenen Last eingestürzt und wird gegenwärtig mit geschmiedeten Eisenstreben neu errichtet, das größte Bauvorhaben des Reiches.
Herkunft des Namens
Nach dem alten Königspalast der eodatischen Könige, um den herum das Viertel gewachsen ist; die Bewohner sagen meist nur „die Hochstadt“.
Politik
In der Palaststadt sitzt das Reich: Der Kaiserpalast auf dem Heiligen Hügel ist die Residenz Kaiser Valerians II. bei seinen Aufenthalten in der Hauptstadt und dauerhafter Sitz der Reichskanzlei, daneben stehen das Hohe Reichsarchiv und die Münze. Der alte Königspalast am Fuß des Hügels ist der Sitz der Krone des Königreichs Eodatien. Den Bezirk selbst verwaltet ein geheimer Rat der Alten, in dem die alten Häuser der Stadt den Ton angeben; bewacht wird er von der Palastgarde, die nur hier und nicht in den übrigen Bezirken Dienst tut. Botschaften fremder Mächte, darunter die Niederlassung der Banca d'Aurecciani aus dem Nuovo Imperio Aurecciani, liegen ebenfalls in der Hochstadt.
Geschichte
Auf der mittleren, hoch gelegenen Insel des Deltas siedelten nach der Überlieferung die geeinten Familienklans des Deodatus; hier stand die Provinzverwaltung der Auretianer, und hier entstand nach der Großen Katastrophe das Zentrum des neuen Reiches. Das Erste Haus Eodatien errichtete die erste Ringmauer und den Heiligen Kaisertempel, Kaiser Valdemar den Großen Wehrwall, Kaiser Arnhelmd II. die kaiserliche Finanzverwaltung. Die fünf steinernen Brücken wurden zwischen dem Zweiten Haus und dem Jahr 876 n.Z. vollendet und tragen die Namen der Kaiserhäuser, unter denen sie gebaut wurden; die Hauptbrücke hinüber nach Theadorsheim ist vor wenigen Jahren eingestürzt und wird mit eisernen Streben neu gebaut. Siehe auch Stadtentwicklung Eodatias.
Einwohner
Hochadel und Reichsbeamte, Gesandte, Bankiers, Kaufleute der großen Handelshäuser, Gelehrte der Universität, dazu die Bediensteten der hohen Häuser, die täglich über die Brücken zur Arbeit kommen. Fast ausschließlich Mittelländer, im Kontorviertel auch Auretianer und Händler aus dem Süden.
Stadtbild
Weitläufige Parks, Villen, Palais und die Kontore der Gilden und Handelsgesellschaften, alles sauber und farbenfroh dank Kanalisation und Hochaquädukten; über allem der Heilige Hügel mit dem fünfstöckigen Kaisertempel und dem Kaiserpalast. Die Hochstadt hat ihre eigene, mehrere Schritt dicke Stadtmauer, deren Tore zu den fünf Brücken führen.
Berühmte Bauwerke
- Heiliger Kaisertempel, fünfstöckiger pyramidaler Bau auf dem Heiligen Hügel, religiöses Zentrum des Reiches und Sitz des Rates der sieben Hohenpriester.
- Kaiserpalast mit der Reichskanzlei, Residenz des Kaisers in der Hauptstadt.
- Alter Königspalast, Sitz der Krone Eodatiens und Keimzelle des Bezirks.
- Hohes Reichsarchiv mit den ältesten Urkunden Anterias, darunter dem „Diktatus Principus“.
- Die Münze, Sitz des Reichsmünzwesens.
- Die fünf Brücken über die Rifan-Arme; die eingestürzte Hauptbrücke nach Theadorsheim ist die größte Baustelle des Reiches.
- Hochaquädukte, die frisches Wasser aus den Nebenarmen des Rifan in die Stadt führen.
- Stammhaus der Kaiser-Amarhold-Universität (Kollegien und Bibliothek im Akademieviertel).
- Hauptsitz der Imperialen Handelsbank, einem Palast gleich.
Besonderheiten
- Armeeakademie (Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert)
- Lagerhaus
- Mietstall (Kaiserliche Hofstallungen)
Banken
- Vellhafener Handelsbank: Die Niederlassung der Vellhafener Handelsbank liegt im Kontorviertel der Palaststadt, in einem Backsteinhaus mit Treppengiebel, das sichtlich nach dem Vorbild der Kaufmannshäuser des Vellhafener Städtebundes gebaut wurde. Sie wickelt vor allem die Geschäfte der Fernhändler mit dem Norden ab: Kreditbriefe für die Häfen des Städtebundes, Wechsel auf die Kontore in Vellhafen und Ismar und die Verwahrung dessen, was die nördlichen Kapitäne in der Hauptstadt verdienen.
- Creditanstalt Commerz: Eine kleine, aber feine Privatbank, die in einem herrschaftlichen Haus im Stadtzentrum sitzt. Berühmt ist sie für ihre Finanzierungen waghalsiger Handelsexpeditionen, die schon den ein oder anderen Millionär gemacht aber auch dutzende verlorene Schiffe zu verzeichnen hat.
- Imperiale Handelsbank: Einem Palast gleich erhebt sich der wohl älteste Stützpunkt der mächtigen Imperialen Handelsbank. Allein der Marmor des Bodens und der Einrichtung ist sicherlich ein kleines Herzogtum wert.
- Banca d'Aurecciani: Eine prächtige alte Villa im Zentrum der Palaststadt beherbergt eine der größten Filialen der auretianischen Bank, die hier insbesondere ihre Devisengeschäfte und Handelskredite führt.
- KfW - Kommerz für Wanderer-Bank: Eine prächtige Anlage mit einer riesigen Stadtvilla bildet das Stammhaus der KfW-Bank, natürlich im Herzen der Stadt.
Gasthäuser
- "Zum Rifanufer" (gehobenes Gasthaus, mit Betten): Die Taverne "Zum Rifanufer" befindet sich nahe der geschichtsträchtigen Brücke. Es ist ein rustikaler Holzbau. Im Inneren befindet sich eine "Messlatte", an der man ablesen kann, wie oft die Schenke bereits überschwemmt wurde und wie hoch das Wasser jeweils stand. Wirt Rorig Tiefmaß.
- "Zum Stier" (gehobenes Gasthaus, mit Betten): Der "Stier" ist eines der besten Häuser am Ort. Weiche Betten, saubere Zimmer und eine vorzügliche Küche sagen vor allem wohlhabenden Reisenden zu, denn die Preise sind hier mehr als stolz. Dafür ist der "Stier" auch ein Geheimtipp: Es ist weit und breit die einzige Schenke, in der es echtes "Feuer" gibt. Barde Dabbert Feuerschmaus.
- "Constantin's" (gehobenes Gasthaus, mit Betten): Ein Geheimtipp ist die bescheidene, aber äußerst empfehlenswerte Taverne "Constantin's". Der Wirt, ein Halbelf (was nur die wenigsten seiner Gäste wissen), versucht Abenteurer, reisende Händler, Bürger, Handwerksmeister und andere Mitglieder der besser verdienenden Mittelschicht gleichermaßen anzusprechen. Weltoffen und fröhlich gestaltet ist die Taverne stets mit freundlichen Gesichtern angefüllt, von denen man allerlei Interessantes aus ganz Antamar erfahren kann. Wirt Constantin Silberzweig.
- "Kaiserhof" (gehobenes Gasthaus, mit Betten): Der "Kaiserhof" ist mit Sicherheit "das beste Haus am Platze" - wenn auch das einzige - alleine schon die großzügige Auffahrt für bis zu sechsspännige Kutschen beweist das eindrucksvoll. Wenn man dann tatsächlich an den livrierten Dienern vorbei in den Vorraum gelangt, schwelgt man schon im Luxus der dicken südländischen Teppiche, der köstlichen Wandmalereien und samtbezogenen Polstermöbel. Dass ein leichter Staubfilm, eine erstaunliche Ruhe und der Mangel an Personal zeigen, dass nur bei den seltenen Ratssitzungen und noch viel selteneren anderen Besuchen einmal alle Zimmer belegt sind und Leben im Hotel herrscht, übersieht man da gerne. Wirt Grentur von Reuth.
Händler
- Instrumentenbau Zornbold (Instrumentenbauer): Schon von Weitem hörst du die lieblichen Klänge, die aus dem Laden des Instrumentenbauers Thallian Zornbold erklingen. Als du näherkommst, siehst du Windspiele und kleine Glocken, die beim geringsten Lufthauch ertönen. Du trittst in den kleinen Laden, der nur durch ein winziges Fensterchen erhellt wird.
- Kolonialwaren Benayman (Kolonialwaren): Als du das Geschäft betrittst, strömt dir sogleich ein exotischer Geruch entgegen, den du nicht einzuordnen vermagst. „Herzlich Willkommen in Benaymans Kolonialwarengeschäft“, begrüßt dich plötzlich der Verkäufer, ein kleiner, braungebrannter Mann, den du inmitten all der herumstehenden Güter beinahe übersehen hättest. Mit großer Begeisterung redet der Verkäufer dann von seinen Waren und in der Tat kann er mit ein paar sehr außergewöhnlichen Dingen aufwarten - zum Beispiel Affenhirn.
- Kontor ben Assaf (Handelshaus): Das Kontor des Seyshaban ben Assaf handelt mit allem, was über das Meer aus dem Süden kommt; die Regale reichen bis unter die Decke, und der Hausherr kennt jeden Preis auswendig.
- Kontor der Königlich Eodatischen Handelsgesellschaft (Handelshaus): Als du den kleinen Laden betrittst, siehst du gleich auf dem ersten Blick, das dieser schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Regale sind nur noch mit dem Nötigsten gefüllt. Außergewöhnliche oder gar seltene Waren wirst du hier wohl nicht finden.
- Kontor Handelsgesellschaft Salion (Handelshaus): Die Niederlassung der Handelsgesellschaft aus Salion führt Waren aus dem ganzen Reich und nimmt fast alles in Zahlung, was sich weiterverkaufen lässt.
- Gaumenschmaus (Lebensmittel): In dem kühlen großen Steinhaus, das von seinen Ausmaßen eher einem kleinen Marktgebäude ähnelt, wuseln verschiedenste Menschen durch die vielen kleinen Auslagen. Wahrscheinlich alles Angestellte der hohen Häuser, die für ihre Herrschaften die besten Speisen suchen.
- Serena Ildyamez (Edelsteinschleifer): Die Edelsteinschleiferin Serena Ildyamez arbeitet für die hohen Häuser der Stadt; wer ihr Steine bringt, sollte deren Herkunft belegen können.
Kampfschulen und Lehranstalten
- "Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert" (Armeeakademie): Die Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert ist die Armeeakademie des Reiches, untergebracht in einem festungsartigen Bau am Fuß des Heiligen Hügels, gleich hinter der Kaserne der Palastgarde. Hier werden die Offiziere der Kaiserlichen Legionen ausgebildet, und die Waffenmeister der Akademie gelten als die besten Lehrer der bekannten Welt: Sie lehren nicht nur das Schwert, sondern die Kunst, mit Schild, Rüstung und beiden Händen so zu kämpfen, dass ein Legionär drei Gegner überlebt. Der Name der Schule geht auf ein vergoldetes Schwert zurück, das über dem Eingang hängt und das angeblich einst dem Deodatus gehörte.
- Hippodamos (Lehrmeister): Hippodamos hat die Hochaquädukte der Palaststadt vermessen, als er noch ein junger Mann war, und seither jeden Stein der Stadt in seinem Kopf. Heute ist er weißhaarig, murmelt beim Gehen Zahlen vor sich hin und leitet die Baumeisterstube, in der die Pläne für den Wiederaufbau der eingestürzten Hauptbrücke entstehen, dem größten Bauvorhaben des Reiches. Wer bei ihm lernt, zeichnet Bögen und Pfeiler, rechnet Lasten und Streben und steht irgendwann auf dem Gerüst über dem Rifan, wo die neuen Eisenstreben in den Stein gesetzt werden. Lehrt Architektur und Mathematik.
- Kaiser-Amarhold-Universität zu Eodatia (Universität): In den Fakultäten der Kaiser-Amarhold-Universität zu Eodatia werden die verschiedensten Kurse gegeben. Die besten Lehrer, Forscher und Wissenschaftler des Reiches arbeiten hier unter Bedingungen, wie sie höchstens noch in Auretianien geboten werden, aber interessanter ist die Lage mitten in der Metropole am Thalassa allemal für Dozenten und Schüler der Universität. Lehrt Lehren, Landwirtschaft, Alchimie, Feinmechanik, Seelenheilung, Seefahrt, Krankheitsheilung, Kartografie, Musik, Akrobatik, Theologie, Anatomie und weitere.
Umgebung
- Landschaft: Hochstadt auf der mittleren Insel des Rifan-Deltas, ringsum die Arme des Flusses und die übrigen Bezirke
- Vegetation: Parks, Alleen und Gärten der Palais
- Tierwelt: Möwen und Reiher am Ufer, Ratten in der Kanalisation, Pfauen in den Gärten
Wegweiser
Landweg
- Akademieviertel (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 4 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Auenhof-Weststadt (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 6 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Fischerort-Südstadt (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 7 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Sonnenbrück (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 10 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Steinklippen (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 11 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Theadorsheim (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 4 Meilen (Innenstadt, Stadt)
