Vitalon
Allgemein
Vitalon ist eine Freie Reichsstadt des Heiligen Kaiserreichs mitten im Königreich Eodatien, am Zusammenfluss der Hugl mit dem Rifan. Sie ist Flusshafen, Umschlagplatz und Straßenknoten zugleich: Hier trifft die Kaiser-Ionas-Allee (Reichsstraße I) aus Underbrueck auf die Reichsstraße III nach Dermeses und Xavern, und hier gehen die Kähne des Kernlands auf die Stromfahrt nach Eodatia.
Vitalon liegt dort, wo die Hugl aus dem Norden in den Rifan fällt, auf der Landzunge zwischen den beiden Flüssen und an beiden Ufern darüber hinaus. Der Rifan kommt breit und träge aus dem Westen, aus den Freien Flusstälern über Rabenort, und bringt das Balcheholz der Halblinge und die Wolle der Quasseler Weiden; die Hugl kommt schneller und kälter von Huglacker herab und bringt das Korn der Nordfelder. Von hier an ist der Strom ein Strom, und von hier an trägt er alles, was das Kernland hervorbringt, hinunter nach Rifanfurten und in die Hauptstadt. Zu Lande läuft die Kaiser-Ionas-Allee von Underbrueck her durch die Stadt und weiter nach Rifanfurten und Eodatia, und am Westtor zweigt die Reichsstraße III nach Dermeses und Xavern ab.
Was Vitalon reich macht, sieht man vom Wasser aus: eine Reihe von Speichern, Kranhäusern und Ladebrücken, die sich an beiden Ufern hinzieht, und davor die Kähne, deren Fracht hier von den flachen Booten der Hugl und des oberen Rifan auf die großen Stromkähne umgeladen wird. Der Warenumschlag ist gewaltig, der Handel dagegen liegt in wenigen Händen: Die Königlich Eodatische Handelsgesellschaft hält seit Kaiser Arnhelmd kraft kaiserlichen Privilegs das Monopol auf Korn, Holz, Tuch, Metall und Hausrat, die über Vitalon gehen, und ihr Kontor am Zusammenfluss ist das längste Gebäude der Stadt. Wer hier verkaufen will, verkauft an das Kontor, und wer kaufen will, kauft dort zu Preisen, über die nicht verhandelt wird. Darum findet der Reisende in einer Stadt von sechzigtausend Seelen kaum eine Handvoll Läden, und wer in Vitalon etwas gilt, sitzt entweder im Senat oder im Kontor, nicht selten in beidem.
Das Handwerk, das Vitalon einen Namen über die Grenzen des Reiches hinaus gemacht hat, hat mit dem Kontor nichts zu tun: In den Gassen hinter dem Hafen bauen die Klangwerker seit vier Generationen Flöten, Lauten, Harfen und Spinette, und das Holz dafür schlagen sie in den Auen an der Mündung der Hugl, Erle, Esche, Ahorn und Weide, das jahrelang unter dem Dach der Werkstatt trocknet, ehe es klingen darf.
Herkunft des Namens
Nach dem Senatorenhaus Vitalontus, das bis heute den Consul stellt; ob das Haus der Stadt den Namen gab oder ihn von ihr nahm, hängt davon ab, wen man fragt.
Politik
Freie Reichsstadt, keinem König untertan als dem Kaiser. Ein Senat aus den alten Familien regiert die Stadt, an seiner Spitze Consul Emilian Vitalontus. Das Kontor der Königlich Eodatischen Handelsgesellschaft führt seine Schwester Adelheid Vitalontus; Senat und Gesellschaft sind in Vitalon kaum zu trennen.
Geschichte
Umschlagplatz am Zusammenfluss seit jeher; mit der Kaiser-Ionas-Allee wurde Vitalon zum Straßenknoten, unter Kaiser Grimbadur (789–802) kam die Reichsstraße III nach Dermeses und Xavern hinzu. Das Handelsmonopol der Königlich Eodatischen Handelsgesellschaft geht auf ein Privileg Kaiser Arnhelmds zurück.
Einwohner
Rund 60.000 Menschen: Schiffer, Speicherknechte, Kranleute, Faktoren und Schreiber des Kontors, dazu die Handwerker der Hafengassen und die alten Senatorenfamilien.
Stadtbild
Eine Landzunge zwischen zwei Flüssen, an beiden Ufern Speicherreihen, Kranhäuser und Ladebrücken; auf der Spitze das Kontor mit dem Doppelkopfadler, dahinter die Hafengassen mit den Werkstätten, am Markt die Auslagen der Bauern, am Westtor der Abzweig der Reichsstraße III.
Berühmte Bauwerke
- Kontor der Königlich Eodatischen Handelsgesellschaft – der langgestreckte Bau aus hellem Stein auf der Spitze der Landzunge, mit Ladebrücken an beiden Flüssen; die Vitaloner messen ihre Entfernungen in seinen Speichern.
- Werkstatt der Klangwerker – seit vier Generationen Instrumentenbau in den Gassen hinter dem Hafen, mit Klangholz aus den Auen der Hugl-Mündung.
Banken
- Imperiale Handelsbank: Die Filiale der Imperialen Handelsbank steht in Vitalon klugerweise gleich neben dem Kontor der Handelsgesellschaft: Was am Zusammenfluss verdient wird, wird hier am selben Tag eingezahlt, und die Wechsel und Frachtbriefe der Gesellschaft gehen über dieselben Schalter. Ein solides Steinhaus mit vergitterten Fenstern, in dem die Bankiers mit der Ruhe von Leuten arbeiten, die wissen, dass in Vitalon niemand an ihnen vorbeikommt.
Gasthäuser
- "Zum Kranhaus" (gutes Gasthaus, mit Betten): Das „Kranhaus“ war einst genau das: ein Tretradkran am alten Anleger, bis das Kontor seine eigenen Ladebrücken baute und der Kran stillstand. Heute ist das hohe, schmale Steinhaus am Hafen ein Gasthaus, und das Tretrad hängt noch unter dem Dachstuhl über der Gaststube. Hier sitzen die Flussschiffer, die auf ihre Fracht warten, die Faktoren des Kontors nach Feierabend und die Reisenden der Kutschen nach Eodatia, Sandstadt und Dermeses, und weil alle drei am selben Tisch landen, erfährt man im Kranhaus, was der Strom flussauf und flussab gerade trägt. Die Küche bringt Flussfisch, Brot aus dem Korn der Hugl und Wein aus dem Kernland, die Zimmer im Obergeschoss haben Fenster auf den Zusammenfluss. Wirtin Gesa Windenmacher.
Händler
- Nahrungsmittel (Lebensmittel): Nicht ein Stand oder Geschäft, sondern verschiedene kleine Auslagen bilden das Angebot, das von den Bauern, Hirten und Sammlern der Umgebung hier zum Verkauf angepriesen wird.
- Lindialon Klangwerker (Instrumentenbauer): Die Werkstatt der Klangwerker liegt in einer Gasse hinter dem Hafen, und man hört sie, ehe man sie sieht. Seit vier Generationen baut die Familie hier Instrumente, seit der Urgroßvater den Flößern aus den Auen das erste Bündel Ahornholz abkaufte, und ihr Name ist bis in die Akademien Eodatias und weit über die Grenzen des Reiches hinaus bekannt. Das Holz kommt bis heute aus den Flussauen an der Mündung der Hugl, Erle, Esche, Ahorn und Weide, und es liegt jahrelang unter dem Dach der Werkstatt, ehe es klingen darf. Die heutige Meisterin, Lindialon Klangwerker, hat die spitzen Ohren und die langen Finger ihrer Mutter, einer Elfe aus den Auwäldern, und die Geduld ihres Vaters.
- Zum tapferen Schneiderlein (Schneider): Eine nach Kräutern und frischem Moos duftende Schneiderei, in der ein Elf mit Zaubergesang und flinken Fingern fürstliche Hemden näht. Schneider Gladron Fingerfint.
- Vitaloner Kontor der Königlich Eodatischen Handelsgesellschaft (Handelshaus): Der langgestreckte Bau auf der Spitze der Landzunge, mit dem Doppelkopfadler über dem Portal und Ladebrücken an beiden Flüssen. Korn, Holz, Tuch, Metall und Hausrat, die über Vitalon gehen, gehören nach kaiserlichem Privileg der Gesellschaft, und die Preise stehen auf Tafeln an der Wand, nicht zur Verhandlung. Faktorin Adelheid Vitalontus, eine Schwester des Consuls.
Kampfschulen und Lehranstalten
Vor Ort gibt es keine Kampfschulen oder Lehranstalten.
Umgebung
- Landschaft: Flussniederung am Zusammenfluss von Hugl und Rifan, Auwälder an der Hugl-Mündung, nach Norden die Kornfelder des Hugltals, nach Westen die Wiesen am Rifan
- Vegetation: Auwald mit Erle, Esche, Ahorn und Weide, Wiesen und Felder
- Tierwelt: Flussfische, Reiher und Biber in den Auen, Rotwild in den Wäldern der Reichsstraße III
Wegweiser
Landweg
- Underbrueck (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 179 Meilen (Kaiser-Ionas-Allee (Reichsstraße I), Fluss- und Seeufer)
- Rifanfurten (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 104 Meilen (Kaiser-Ionas-Allee (Reichsstraße I), Fluss- und Seeufer)
- Quassel (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 106 Meilen (Reichsstraße III, Fluss- und Seeufer)
Seeweg
- Rifanfurten (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 104 Meilen (Flussabwärts)
- Huglacker (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 268 Meilen (Flussaufwärts)
- Rabenort (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 232 Meilen (Flussaufwärts)
Kutsche
- Theadorsheim (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 246 Meilen (Postkutsche Kaiser-Ionas-Allee)
- Sandstadt (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 424 Meilen (Postkutsche Kaiser-Ionas-Allee)
- Dermeses (Hl. Kaiserreich (Freie Reichsstadt)), 572 Meilen (Postkutsche Reichsstraße III)