Markgrafschaft Tamurlande

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Markgrafschaft Tamurlande
Wappen
Reichswappen
Schnellübersicht
Fläche ca. 22.600.000 Morgen
Einwohnerzahl ca. 950.000
Bevölkerungsdichte ca. 0,042 Ew/Morgen
Gehört zu Heiliges Kaiserreich
Hauptstadt Retaria
Oberhaupt Ambrosius von den Tamurlanden


Die Markgrafschaft Tamurlande ist eine der nördlichen Grenzmarken des Heiligen Kaiserreiches. Sie liegt am Südufer des Tamur, zwischen der Markgrafschaft Varunswall im Westen, dem Fürstentum Eisenwald im Süden und dem großen Knick des Stroms im Osten, jenseits dessen die Markgrafschaft Ostmark liegt; nördlich des Tamur beginnen die Aivarunenlande. Die Mark wurde 735 n.Z. eingerichtet und wird in Primogenitur von Markgraf Ambrosius von den Tamurlanden aus der Residenzstadt Retaria regiert.

Allgemeines

Die Tamurlande sind ein Grenzland. Ihre Bedeutung für das Reich liegt in den Festungen am Tamur, die zusammen mit den Marken Varunswall und Isenburg den Tamur-Festungs-Gürtel bilden, der die nördlichen Provinzen gegen die Reiter der Aivarunen sichert. Die Kommandantur der Wasserreiter, der Flusstruppe des Reiches, sitzt in Burg Tamurana; ihre zweite Feste ist Amartrutz. Im Landesinneren leben die Menschen vom Wald, vom Fluss und von den Bergweiden des Eisenwald-Vorlandes; die einzige Stadt ist die Residenz Retaria am Retar.

Wappen

Das Wappen der Tamurlande ist von Blau und Gold siebenmal gespalten: vier blaue und drei goldene Pfähle, die nach der Deutung der Herolde für die Wasser des Tamur und die Felder der Mark stehen.

Landschaft und Klima

Die Mark ist ein langgestrecktes, waldreiches Land am Südufer des Tamur. Entlang des Stroms ziehen sich Auen, Grasland und kleine Wälder, in denen die Festungen Amartrutz und Burg Tamurana auf ihren Uferhügeln stehen. Nach Süden steigt das Land an: Zwischen Tamur und Retar reicht der Ostrand des Isentann herein, jener großen Nadelwaldung, die sich von Isenburg über Varunswall bis in die Tamurlande erstreckt und in deren Schatten die Dörfer Bachenhain und Hahnenburg liegen. Im Süden gehen Wälder und Rodungen in die Ausläufer des Eisenwaldes über; dort liegt das Bergdorf Winterberg, von dem ein Pass in das Zwergenreich hinaufführt.

Das Klima ist kontinental, mit warmen Sommern an den Ufern und langen, schneereichen Wintern im Süden; in Winterberg liegt der Schnee vom Spätherbst bis weit ins Frühjahr, und der Pass nach Dornenstein ist in der kalten Jahreszeit oft wochenlang geschlossen.

Seen und Flüsse

  • Tamur: Der große Strom bildet die Nordgrenze der Mark gegen die Aivarunenlande. Er fließt von Westen kommend an Amartrutz und Burg Tamurana vorbei und knickt östlich der Mark nach Süden zu den Tamuraugen ab. Bei Tamurfurt in der Ostmark liegt der einzige Übergang; sonst wird der Fluss nur mit Booten befahren.
  • Retar: Nebenfluss des Tamur aus dem Eisenwald-Vorland. Er fließt an der Residenz Retaria vorbei nach Nordosten und mündet am großen Knick in den Tamur. Flöße und die flachen Boote der Wasserreiter befahren ihn von Retaria bis zum Strom.
  • Lun Fu: Fluss aus den Aivarunenlanden, der gegenüber von Burg Tamurana von Norden in den Tamur mündet.

Flora und Fauna

  • Wald: Tannen, Fichten und Kiefern im Isentann; Eichen, Hainbuchen und Buchen in den Wäldern um Bachenhain und Hahnenburg; Bluttannen und Dornenkiefern an den Hängen zum Eisenwald.
  • Auen: Weiden, Erlen und Schilf entlang des Tamur und des Retar.
  • Nutzpflanzen: Roggen, Gerste, Rüben und Obst auf den Rodungen um Retaria; Gerste und Wurzeln auf den Bergäckern von Winterberg.
  • Wildtiere: Wildschweine (die „Bachen“ von Bachenhain), Rotwild, Auerhähne, Wölfe und Bären im Isentann; Biber, Zander und Hechte in Tamur und Retar; Steinböcke und Gebirgsziegen über Winterberg.
  • Nutztiere: Schafe und Ziegen auf den Almen, Rinder auf den Uferweiden, Zugochsen und Maultiere der Holzfäller.

Bevölkerung

Die rund 950.000 Einwohner der Mark sind fast ausschließlich Mittelländer. Die meisten leben als Bauern, Fischer, Holzfäller und Köhler in Weilern und Rodungen, die auf keiner Reisekarte verzeichnet sind; hinzu kommen die Soldaten der Wasserreiter und der Markgräflichen Garde mit ihren Familien, die Flößer und Kaufleute Retarias, einige Zwerge aus dem Eisenwald in Winterberg und eine Handvoll aivarunischer Söldner in den Festungen. Die Tamurländer gelten als wortkarg, zäh und misstrauisch gegen alles, was vom Nordufer kommt.

Geschichte

  • Bis ins 6. Jahrhundert n.Z. ist das Land südlich des Tamur Jagd- und Fischgrund aivarunischer Clans, vor allem der Jiar-Vor, der „Südjäger“, und der Vor-Fiar, der Flussfischer, die an beiden Ufern des Stroms leben.
  • 522 bis 526 n.Z.: Die Steppenkriege. Nach dem Einfall der Aivarunen in die Ostmark beginnt das Kaiserreich, die Lande südlich des Flusses zu erobern. In Kriegen und Scharmützeln, die sich über Jahrhunderte hinziehen, werden die Clans über den Tamur zurückgedrängt; die Jiar-Vor gelten bei den Aivarunen seither als „verlorener Clan“, und der Fluss wird zur Grenze.
  • 735 n.Z.: Der Kaiser richtet die Mark Tamurlande als Wehrmark gegen die Aivarunen ein und überträgt sie dem Haus von den Tamurlanden. Retaria am Retar wird Residenz.
  • 889 und 967 n.Z.: Mit der Einrichtung der Marken Varunswall und Isenburg ist der Tamur-Gürtel geschlossen; die Tamurlande werden von der äußersten zur mittleren Mark.
  • Vor einigen Jahrzehnten: Der kaiserliche Oberbaumeister Lepriester baut in einer großen Kampagne die Festungen am Tamur aus. Amartrutz und Burg Tamurana erhalten ihre heutige Gestalt, die Wasserreiter ihre Kommandantur, Retaria seine Werft.
  • Heute regiert Markgraf Ambrosius von den Tamurlanden, der die Mark seinem Vater in Primogenitur nachfolgend übernommen hat.

Herrschaft und Politik

Oberhaupt

Markgraf Ambrosius von den Tamurlanden, Residenz in Retaria.

Staatsform und Verwaltung

Erbliche Markgrafschaft in Primogenitur. Der Markgraf ernennt Vögte für die Waldweiler (Sitz in Hahnenburg) und für das Bergland um Winterberg; die Festungen am Tamur unterstehen unmittelbar der Kommandantur der Wasserreiter. Die wichtigsten Einnahmen der Mark sind der Holzzehnt aus dem Isentann, der Marktzoll Retarias und die Abgaben der Flößer.

Militär

  • Die Wasserreiter, die Flusstruppe des Reiches am Tamur: Kommandantur in Burg Tamurana, Abteilung in Amartrutz, Werft in Retaria. Ihre flachen, schnellen Boote patrouillieren zwischen Amartrutz und Tamurfurt; die Geschütze auf den Türmen der Festungen sichern das Ufer gegen alles, was die Aivarunen auf das Wasser bringen.
  • Die Markgräfliche Garde in Retaria, die Tore und Burg der Residenz hält und ihre Rekruten auf dem Wehrhof drillt.
  • Landwehr der Dörfer: Palisade und Wachtturm in Bachenhain, die Burg des Vogts in Hahnenburg.

Städte

Ort Einwohner Bemerkung
Retaria ca. 17.800 Residenzstadt, Markt und Flusshafen am Retar
Bachenhain ca. 3.900 Holzfällerdorf am Ostrand des Isentann
Winterberg ca. 2.300 Bergdorf am Pass nach Dornenstein
Hahnenburg ca. 1.450 Vogteiburg und Köhlerstädtchen
Burg Tamurana ca. 950 Festung am Tamur, Kommandantur der Wasserreiter
Amartrutz ca. 900 Festung am Tamur

Wirtschaft und Handel

Die Mark lebt vom Holz des Isentann, das über den Holzhof von Bachenhain und den Retar nach Retaria geflößt wird, von Pech, Harz und Holzkohle aus den Meilern um Hahnenburg, von den Fellen der Fallensteller am Tamur, von Fisch aus Strom und Nebenfluss sowie von Wolle, Käse und Granit aus dem Bergland um Winterberg. Über den Pass nach Dornenstein kommen zwergische Werkzeuge und Schmiedewaren in die Mark. Handelsplatz ist Retaria: Dort sitzen die Faktorei der Tamurlande, eine Filiale der Imperialen Handelsbank und das Lagerhaus am Kai. Nach Osten läuft der Handel mit dem Boot den Retar hinab zum Tamur und weiter nach Tamurfurt in die Ostmark, nach Westen über Amartrutz nach Ponta Secura in Varunswall.

Auf dem Papier nehmen in Retaria zwei Reichsstraßen ihren Anfang: die Via Aemilia (Reichsstraße VII) nach Süden und die Ostmarkstraße (Reichsstraße IX) nach Osten (siehe Straße). Beide sind jenseits der Grenzen der Mark seit langem nur noch nominell Reichsstraßen; die Meilensteine stehen noch vor den Toren Retarias.

Religion

Verehrt werden die Götter des Kaiserreiches (Glaube im Kaiserreich). In Retaria und den Festungen stehen Tempel, in den Dörfern Schreine; die Fährleute und Fischer am Tamur rufen vor allem Aiagos an.

Kultur und Küche

Die Küche der Mark ist deftig: Räucherfisch aus dem Tamur, Wildschweinbraten, Roggenbrot, Ziegenkäse aus Winterberg und der scharfe Wacholderschnaps der Köhler. In Bachenhain ist die Treibjagd auf die Bachen im Herbst das Fest des Jahres; in Retaria steht halb die Stadt am Kai, wenn im Frühjahr die Boote der Wasserreiter zu den Festungen ablegen, und im Hafenviertel duldet der Markgraf die blutigen Faustkämpfe der Boxhalle. Kein Fährmann am Tamur legt ab, ohne Aiagos anzurufen.

Sagen und Legenden

  • Die Reiter am Nordufer: Wer den Tamur befährt, sieht sie fast jeden Tag: Aivarunen, die stumm am anderen Ufer stehen und den Booten zusehen. Die Fährleute sagen, sie warten auf den Tag, an dem sie sich ihr Land zurückholen.
  • Der Zauberer im Isentann: Tief im Forst, wo die Tannen kein Licht mehr durchlassen, soll ein Zauberer hausen; Holzfäller aus Bachenhain berichten von Lichtern zwischen den Bäumen.
  • Die Jiar-Vor: In den Wäldern südlich des Tamur, heißt es, wandern die Geister des ausgelöschten Clans der Südjäger; wer im Isentann nachts ein Horn hört, soll umkehren.
  • Tamurstad: Alte Chroniken nennen einen Ort dieses Namens am Tamur, lange vor der Einrichtung der Mark; wo er lag, weiß heute niemand mehr.