Salion
| Salion | |
|---|---|
| Wappen | |
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| Schnellübersicht | |
| Fläche | ca. ca. 45.600 Quadratmeilen Morgen |
| Einwohnerzahl | ca. 320.000 |
| Bevölkerungsdichte | ca. ca. 7 Ew/Quadratmeile Ew/Morgen |
| Gehört zu | Heiliges Kaiserreich |
| Hauptstadt | Andarea |
| Oberhaupt | Herzog Gamrot Eturo von Salion |
Allgemeines
Das Herzogtum Salion ist die südwestlichste Provinz des Heiligen Kaiserreichs und zählt zu den ältesten Gliedern des Reiches: In der Reichsmatrikel steht es als Provinz Nummer eins hinter dem Königreich Eodatien. Es ist ein schmales Küstenland zwischen dem Südende der Schattenkuppen, das die Westendarer Sierra del Sombra nennen, und der Straße von Thalassa. Im Westen grenzt es an das Königreich Westendar (Fürstentum Fluvados), im Osten an das Großherzogtum Amarreich mit der Reichsstadt Thrax vor der Küste. Hauptstadt und Residenz ist Andarea, die südlichste Stadt des Reiches.
Salion ist arm an Menschen und reich an Geschichte: Von hier kamen in der Zweikaiserzeit drei Kaiser, von hier aus streckt Herzog Gamrot Eturo heute die Hand nach dem Thron Westendars aus, und der Name der Provinz steht auf den Kontoren der Handelsgesellschaft Salion in ganz Antamar.
Wappen
Auf Blau ein steigender silberner Löwe mit roter Zunge und goldenem Kamm, das Wappen des Hauses Salion und der Provinz. Die Grafschaft Rauentann führt Grün mit zwei schwarzen Schrägbalken; die Hauptstadt Andarea legt den Löwenschild als Herzschild auf ein silbernes Kreuz in Schwarz, Brandtbergen spaltet Löwe und Rauentann. Der siebenstrahlige Stern der Kavaliere der Sterne ist das Zeichen des Ordens, nicht der Provinz; einen silbernen Stern auf Blau führt die Reichsstadt Thrax.
Landschaft und Klima
Salion misst von der Grenze bei Fontaclara bis zur Küste gut 400 Meilen und ist nirgends breiter als 200. Die Ostgrenze zum Amarreich folgt einem Höhenzug, die Westgrenze zu Westendar dem Kamm der Sierra del Sombra, deren südlichste Ausläufer bis fast an die Küste reichen. Zwischen Bergen und Meer liegen trockene Hügel mit Korkeichen, Olivenhainen und Ziegenweiden, an den Bächen Zitrus- und Feigengärten, an der Küste Fischerdörfer und Salzgärten.
Das Klima ist warm und trocken wie im benachbarten Meradro: heiße Sommer mit wochenlanger Dürre und Buschbränden, milde, regenreiche Winter; Schnee fällt nur in der Sierra. Der Vulkan El Luminoso über der Küste ist mehr oder weniger ständig tätig; sein glühender Krater färbt nachts die Wolken und dient den Seefahrern der Thalassa als Seezeichen.
Seen und Flüsse
Salion hat keine großen Flüsse. Die Bäche der Sierra führen nur im Winter Wasser und fallen im Sommer trocken; der Rio Vallejan, der bei Fontaclara jenseits der Grenze entspringt, gehört bereits zu Westendar. Die Bucht von Andarea ist der einzige geschützte Naturhafen der Küste und seit der Landung der Sawajidden im Jahr 4 n.Z. der Schauplatz der salionischen Geschichte.
Wälder
Der Rauentann zieht sich von Brandtbergen nach Norden entlang der Grenze zu Westendar: ein dunkler Wald aus Tannen und Steineichen an den Osthängen der Sierra, der der Grafschaft Rauentann und dem Zweittitel der Herzöge den Namen gibt. Er liefert Bauholz und Kohle für die Hütten von Brandtbergen und Deckung für alles, was ungesehen über die Berge will.
Flora und Fauna
Korkeichen, Oliven, Zitronen, Feigen und Datteln prägen das Tiefland, Kiefern und Steineichen die unteren Hänge, darüber Fels und schwefelgelbe Kuppen. Gezüchtet werden rotbraune Rinder (im Gegensatz zu den schwarzen Stieren Westendars), langwollige Ziegen und die schwarzborstigen Schweine der Bergdörfer. Kaninchen sind eine Plage wie überall auf der Halbinsel, Greifvögel und Geier kreisen über der Sierra. In der Bucht von Andarea werden Thun, Makrele, Langusten und Muscheln gefangen. Um den Krater des El Luminoso erzählt man von Feuergeistern und einem Feuervogel.
Bevölkerung
Rund 320.000 Menschen, überwiegend Mittelländer mit deutlichem westendarischem Einschlag in Sprache und Sitten: Man spricht Imperial, aber mit vielen Wörtern aus dem Aurento, und in den Grenzdörfern wird das Aurento noch verstanden. In der Unterstadt von Andarea leben die Nachfahren der Sawajidden, die vor tausend Jahren hier landeten, längst Reichsbürger und Iatan-Gläubige, aber mit eigenen Gassen, Höfen und Trachten. In Brandtbergen stellen Dûn-Zwerge ein Drittel der Einwohner. Der Adel ist dünn und alt; die meisten Häuser führen ihre Ahnen auf die Stände der Confederatio zurück.
Geschichte
- 208 AZ (875 v. n.Z.): Kaiser Tiberius I. befriedet das Land östlich der Sierra und gliedert es als Provinz Salius in das auretianische Imperium ein; Andarea wird Provinzhafen (siehe Chronologie des Auretianischen Reiches).
- 0 n.Z.: Die Große Katastrophe. Die Provinz zerfällt.
- 4–19 n.Z.: Die Sawajidden landen in der Bucht von Andarea und erobern Salius als Emirat Kara'schatak (siehe Geschichte Westendars).
- 199 n.Z.: Amar Sefardus beendet den Bürgerkrieg im Osten; aus seinem Reich gehen später Amarreich und Hohenfels hervor. Salion bleibt beim Kalifat.
- 279 n.Z.: Westendar und Amarreich teilen die Halbinsel; die Grenze entspricht der heutigen zwischen Salion und Amarreich. Salion wird westendarisch.
- 472 n.Z.: Die Stände des Südens erheben sich gegen König Bastiao Paquo von Südwestendar, ziehen sich hinter die Sierra zurück und rufen die Confederatio Salionis aus. Der König fällt in der Schlacht vor Brandtbergen, an der Seite der Aufständischen stehen die Dûn-Zwerge der Sierra.
- 508–540 n.Z.: Das wiedervereinigte Westendar erobert Salion zurück.
- um 590 n.Z.: Nach dem westendarischen Bürgerkrieg und dem Zwillingsstreit stellen sich die Stände Salions unter den Schutz des Kaisers. Das Haus Salion, das von den Führern der Confederatio abstammt, erhält die Herzogswürde; Salion wird Reichsprovinz.
- 666–767 n.Z.: In der Zweikaiserzeit steht Salion bei den Kaisern der äußeren Reiche. 723–767 stellt das Haus Salion mit Kaiser Enoran, Kaiser Uimar und Kaiser Fearan drei Kaiser in Eodatia (siehe Chronologie des Heiligen Kaiserreichs). Die Handelsgesellschaft Salion, Hausgesellschaft der Herzöge, verlegt ihr Stammhaus von Andarea nach Eodatia.
- 767 n.Z.: Mit Fearans Ende endet die Zweikaiserzeit. Im Ausgleich mit dem Haus Eodatien verliert Salion die Kurwürde, die das Amarreich behält; ein Verlust, den das Haus Salion bis heute nicht verwunden hat.
- 978 n.Z.: Herzog Gamrot Eturo heiratet Calivana, eine Halbschwester König Felipe Miguels IV. von Westendar.
- heute: Im Westendarer Erbfolgezwist beansprucht der Herzog den Thron Westendars für seinen Sohn Hermez. Die Hälfte der Kavaliere der Sterne steht mit dem Condottiere Don Arturo Núñez de Aguilar in Westendar, an der Grenze plündern Equidores aus Meradro die Höfe, und über die Sierra gehen Waffen nach Westen.
Herrschaft und Politik
Oberhaupt
Herzog Gamrot Eturo von Salion, Graf zu Rauentann, regiert seit dem Tod seines Vaters Bandur um 975 n.Z. Die Erbfolge folgt der Primogenitur; Erbe ist sein Sohn Hermez von Salion. Residenz ist das Kastell von Andarea. Am kaiserlichen Hof gilt der Herzog als ehrgeizig und undurchsichtig, im Reich als verlässlicher Grenzherr gegen Westendar.
Staatsform und Verwaltung
Erbherzogtum im Reichsverband ohne Kurwürde. Das Land gliedert sich in die Küstenvogtei um Andarea und die Grafschaft Rauentann um Brandtbergen, die der Herzog als Hausbesitz führt. Die Stände der alten Confederatio bestehen als Landtag fort, der Steuern bewilligt und dessen Zustimmung der Herzog für Kriege braucht; im Erbfolgezwist hat er sie bisher nicht eingeholt.
Militär
Die Provinz unterhält kein stehendes Heer. Ihre Wehrkraft sind die Kavaliere der Sterne, der dem Iatan geschworene Ritterorden des Hauses Salion mit Ordenshaus vor Andarea, rund 300 schwer gerüstete Reiter, von denen die Hälfte mit 150 Rittern samt Knappen und Armbrustschützen unter Don Arturo in Westendar steht; dazu die herzogliche Garde im Kastell, die Wachposten der Krone am Passweg von Brandtbergen und die Aufgebote der Stände. Die Kriegerschule von Andarea bildet die besten Säbelkämpfer des Nordkontinents aus. Das Reich hält an der Grenze zu Westendar seit den Unruhen verstärkte eigene Vorposten.
Städte
Wirtschaft und Handel
Salion lebt von Öl, Wein, Kork und Zitrusfrüchten, von der Fischerei in der Bucht und vom Bergbau in der Sierra: Aus den Stollen über Brandtbergen kommen Eisen, Kupfer und der gelbe Schwefel der Vulkane, den die Alchimisten des Reiches schätzen. Der Handel läuft über den Hafen von Andarea, die Küstenstraße nach Sausinos und den alten Weg über die Ausläufer der Sierra nach Vallerica, seit den Unruhen in Westendar mehr Schmugglerpfad als Handelsstraße.
Die Handelsgesellschaft Salion wurde in Andarea als Hausgesellschaft der Herzöge gegründet und zog mit den Kaisern des Hauses nach Eodatia, wo ihr Stammhaus bis heute steht. Sie gehört längst sich selbst und unterhält Kontore in fast allen Reichen Antamars; in Andarea erinnert das Alte Kontor am Markt an ihre Herkunft. Daneben ist die Imperiale Handelsbank in Andarea vertreten.
Rohstoffe
Eisen, Kupfer, Schwefel, Alaun, Salz, Bauholz aus dem Rauentann, Kork.
spezielle Erzeugnisse
Salionisches Olivenöl, Zitrusfrüchte, Anisschnaps, Säbel aus Andarea, Sattelzeug der Kavaliere.
Religion
Staatsgott ist Iatan; der Tempel des Sonnenspeers über Andarea ist der Hochtempel der Provinz und die Schwurstätte der Kavaliere der Sterne. Daneben werden Rhea und die übrigen Götter des Rates verehrt. In den Grenzdörfern zur Sierra ist der westendarische Athos-Kult mit seinen Stierfesten nie ganz verschwunden, was die Iatan-Priester dulden, solange die Stiere nicht im Tempelbezirk laufen. Vom Glauben der Sawajidden ist nur die Bauweise der Unterstadt geblieben.
Kultur und Küche
Salion ist ein Land zwischen den Kulturen: Man reitet und ficht wie in Westendar, betet und rechnet wie im Reich. Die Reitkunst der Salioner gilt als die älteste des Reiches, und wer in Andarea nicht reiten kann, gilt nicht viel. Man isst Fisch aus der Bucht, Ziegenkäse, Fladenbrot, Oliven und Zitrusfrüchte, im Bergland Schwarzwurst und Pilzeintopf der Zwerge, und trinkt hellen Wein von den Hängen und Anisschnaps in den Hafenschenken. Zum Tag der Schlacht von Brandtbergen legen die Salioner Blumen an den Stein der Confederatio.
Sagen und Legenden
- Der Feuervogel des Luminoso: Im Krater des El Luminoso soll ein Phönix nisten; Feuergeister steigen in manchen Nächten zu den Lagerfeuern der Küste herab, und wer ihnen Kienholz gibt, dem tun sie nichts.
- Die Emirsbraut: Eine Sage aus der Emiratszeit über die Tochter des Emirs von Andarea, die einen auretianischen Gefangenen liebte; die Hafenschenke in der Unterstadt trägt ihren Namen.
- Der Stein der Confederatio: Der graue Stein am Passweg von Brandtbergen, an dem König Bastiao Paquo gefallen sein soll; wer ihn im Vorbeigehen grüßt, dem sind die Wege der Sierra gewogen.
- Die Hunde des Herzogs: Von den zwölf gepanzerten Jagdhunden Gamrot Eturos heißt es, sie hätten noch nie einen Keiler und noch nie einen Feind entkommen lassen; in Westendar erzählt man sich, sie seien auf den Geruch westendarischen Adels abgerichtet.
