Dunkelglimm

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Dunkelglimm, bei allen Zwergen als "Dûrgulax" bekannt, ist ein Mineral, welches nur im Al-Kebira gefunden wird. Es explodiert nicht, brennt nicht (wird es heiß genug, verteilt es sich als feinster Staub), es klingt beim Fall wie normales Geröll. Seine augenscheinlichste Eigenschaft ist die Tatsache, dass es absolut kein Licht reflektiert; vielmehr scheint es Dunkelheit auszustrahlen. Die Dunkelzwerge bauen es ab, horten es und verehren es kultisch. Es gilt als "Das heiligste Geschenk der Umor an ihre Tochter Arinor". Es hat verschiedene Verwendungen (siehe unten). Der Abbau findet in den Stollen einer jeden Zwergenfamilie statt. Die Dunkelzwerge unterscheiden verschiedene Reinheitsstufen, von "arpag" ("rein", keinerlei Einschlüsse) bis "grêsh-zah" ("schwer", im Grunde anderes Gestein mit sichtbaren Dunkelglimm-Einschlüssen). Da Dunkelzwerge das Dunkelglimm selber abbauen, sich ständig damit umgeben und es kultisch nutzen, lagert es sich in geringer Konzentration als feinster Staub auf ihrer Haut und in ihren Bärten ab; einige Völkerkundler vermuten, dass die Dunkelzwerge so zu ihrer namensgebenden dunklen Hautfarbe kommen.

Im Reich der Dunkelzwerge gilt es als Frevel, wenn Nicht-Dunkelzwerge mit Dunkelglimm umgehen. Dunkelglimm an Nicht-Dunkelzwerge abzugeben, gilt als schweres Verbrechen, welches mit Herabsetzung des sozialen Status oder Verbannung einhergeht. Nicht-Dunkelzwerge die beim Umgang mit Dunkelglimm ertappt werden, gelten als vogelfrei.

Gleichwohl ist es lohnend, Dunkelglimm aus den Tunneln der Dunkelzwerge herauszubringen, Alchimisten und andere "ehrenwerte Wesen" zahlen exorbitante Preise für kleinste Mengen; man sagt, dass man für ein Fragment, welches einen Fingerhut füllt, genug Gold bekommet, um nie wieder einer Arbeit nachgehen zu müssen. Es soll allerdings auch kleinste Vorkommen in Gebieten geben, die die Dunkelzwerge nicht beherrschen.

Verwendungen

Gesellschaftlich

Die Reinheit des Dunkelglimms, welches die Familienader abwirft, bestimmt in gewissem Maße die gesellschaftliche Stellung der Familie. Je reiner das gewonnene Dunkelglimm, umso gesegneter gilt die Familie durch das Geschenk der Umor. Naturgemäß kann sich die Reinheit im Verlauf der Ader ändern; eine Verschlechterung wird, sofern möglich, peinlich geheim gehalten, während eine Verbesserung der Reinheit der Anlass für ein ausschweifendes Gelage sein kann.

Zudem wird das Dunkelglimm in speziell angelegten Kammern gehortet und bewacht; entnommen wird es für die Verwendung und als Opfergabe an die Priesterinnen der Arinor.

Kultisch-Kriegerisch

Zum Kampf und zu rituellen Anlässen zerreiben manche hochrangige Dunkelzwerge (unter nahezu körperlichen Schmerzen) etwas Dunkelglimm und schwärzen damit ihre Gesichter, Bärte und Zähne; im Halbdunkel und Dunkel der Höhlen verschwinden diese so unter dem Einfluss der "Stimme der Dunkelheit" (siehe unten) fast komplett. Die Tarnwirkung bei Nacht und im Halbdunkel gilt als die höchste, die sich auf nichtmagischem Weg erreichen lässt. Nach Abschluss des Rituals/Kampfes schaben die so geschmückten/getarnten Zwerge ihre Gesichter und Bärte ab und sammeln das Gemisch aus Staub, Talg und Schweiß in einer Schale. Es wird hiernach als rituelle Opfergabe in einer heißen Schmiedeesse als Dank an Umor "verbrannt" (genau genommen zerstäubt es sich, der entstehende Staub steigt auf wie eine Wolke perfekter Schwärze).

Hautbilder

Nicht ganz von der kultischen Verwendung des Dunkelglimm zu trennen ist die Verwendung für Hautbilder. Ganz besonders verdiente Zwerginnen vom Range einer Tsuk'norim oder einer Um'olgorim bekommen im Rahmen eines Feiertages - gemeinhin am Tag des Schatzes - durch die Prakascha die Erlaubnis, ein Hautbild mit Dunkelglimm gestochen zu bekommen. Diese Hautbilder sind von hoher Kunstfertigkeit, gestochen von den geschicktesten Graveuren. Sie befinden sich an sichtbaren Stellen an den Händen oder im Gesicht; je verdienstvoller, umso größer das Bild.

Tauschgegenstand

Auch Dunkelzwerge sind Zwerge, und als solche auch an anderen Schätzen interessiert. So kann zwischen den Sippen auch etwas Dunkelglimm den Besitzer wechseln, wenn dafür ein anderer Wert den umgekehrten Weg geht. Üblicherweise wird aber darauf verzichtet, solange andere Werte in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Für Nicht-Dunkelzwerge ist es fast unmöglich, einen Dunkelzwerg ohne Gewalt dazu zu überreden, ihm Dunkelglimm zu geben. Er wird häufig allein die Bitte als Ehrverletzung höchsten Grades empfinden, das dadurch in ihm brennende Feuer der Wut ist allein mit Blut zu löschen.

Schmuck

Rüstungen, Schilde, Waffen oder Schmuck sind häufig mit formschönen Dunkelglimm-Fragmenten verziert. Es wird als Besatz für Broschen, Ringe und Fibeln genutzt; anders als andere Gemmen und Edelsteine wird Dunkelglimm aber nicht geschliffen. Besondere Effekte ergeben sich zusammen mit Disareg; das ausgestrahlte Licht wird durch das Dunkelglimm "begrenzt". Derartige Schmuckstücke sind auch in der Gesellschaft der Dunkelzwerge nicht zu bezahlen.

Wirkungen

Tarnwirkung

Dunkelglimm, zu Staub zermahlen und auf die Haut aufgetragen, schwärzt absolut. Man verschmilzt geradezu mit den Schatten. Das macht das Dunkelglimm zu einem interessanten Material für kulturschaffende Wesen, deren Profession darin besteht, dass man sie erst bemerkt, wenn sie über alle Berge sind.

Die Stimme der Dunkelheit

Dunkelglimm, auf der Haut getragen, singt mit der "Stimme der Dunkelheit". Es handelt sich um eine psychoaktive Wirkung, deren Mechanismus Gegenstand angestrengter Diskussionen unter Gelehrten ist. Die Dunkelzwerge hören das "Lied" am besten und verstehen den Text genau; sie nehmen an, dass diese singende Dunkelheit eine Verkörperung der Umor ist. Sie verschweigen anderen Völkern den Inhalt der Gesänge; Nicht-Dunkelzwerge, die in den Genuss der Verwendung von Dunkelglimm kamen, berichten von einer subtilen, über die Dauer der Verwendung anschwellenden "inneren Stimme", die ihnen Hinweise gibt, wie sie am besten unentdeckt und in den Schatten bleiben können. Es äußert sich in "Gefühlen" wie "Geh da jetzt nicht hin, es kommt wer mit Fackel" oder "Schau mal hoch, den Haken dort - der bringt dich auf das unbeleuchtete Vordach".

Wer es aber mit der Dauer der Verwendung oder der verwendeten Menge übertreibt, für den wird aus der "Stimme der Dunkeheit" die "Stimme der Leere". Die Gedanken werden ungeordnet, das Licht wird gescheut; betroffene Wesen ziehen sich in unbeleuchtete Räume zurück und summen bzw. singen völlig unmelodische Weisen. Sie reden wirres Zeug; einige Magiekundige interpretieren derartiges Gebrabbel als prophetischen Aussagen. Jedes Licht wird durch Betroffene als schmerzhaft empfunden und löst einen starken Fluchttrieb aus. Schlaf ist unmöglich, die Aufnahme von Nahrung und Wasser findet nicht statt. Die Behandlung ist denkbar einfach - das Dunkelglimm wird entfernt. Nach einem langen Schlaf haben Betroffene alles, was sie unter dem Einfluss der "Stimme der Leere" erlebt haben, vergessen.

Die Gefahr der "Stimme der Leere" kennen auch die Dunkelzwerge; es wird deswegen angenommen, dass die Hautbilder entweder zu wenig Dunkelglimm enthalten, um die Trägerinnen ernsthaft zu gefährden; andere nehmen an, dass sie die "Stimme der Dunkelheit" kontrollieren und eine Mindermeinung besagt, dass die Trägerinnen nur die Stimme der Leere hören, aber geistig stark genug sind, um das Lied auszuhalten, zu verstehen und richtig zu interpretieren.

Dunkelzwerge können nahes Dunkelglimm auch wahrnehmen, wenn sie es nicht auf der Haut tragen. Sie sagen, sie "riechen" es.

Nachgesagte Wirkungen

Einige Alchemisten haben Überlegungen angestellt, inwiefern sich Dunkelglimm als Gift verwenden lässt; da es aber bei einer Aufnahme über den Verdauungstrakt auf natürlichem Wege den Körper wieder verlässt, wird allgemein angenommen, dass sich so höchstens vorübergehender Wahnsinn auslösen lässt. Es gibt Gerüchte, dass Zwerge des Nordkontinents unter Verwendung von Dunkelglimm Nebeltöpfe hergestellt haben, deren Rauch schwer in der Luft liegt und absolut blickdicht ist. Manche gedungene Mörder munkeln, es gäbe ein Waffenbalsam mit Dunkelglimm, welches einen Dolch aus dem Horn des Nachtmahres vor dem Zerfall im Sonnenlicht schützt.