Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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(Balladen)
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Lehnt sich zurück, dann hebt sie an und sie erzählt, <br />
 
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die Geschichte vom Räuber Hannes hat sie gewählt. <br />
 
die Geschichte vom Räuber Hannes hat sie gewählt. <br />
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Durch des Waldes düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfaden  <br />
 
Durch des Waldes düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfaden  <br />
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Hui, da plötzlich stürmt des Banditen kühner Sohn aus dem Geheg, <br />
 
Hui, da plötzlich stürmt des Banditen kühner Sohn aus dem Geheg, <br />
 
scharf bewehrt bis an die Zähne, und vertritt ihr flugs den Weg. <br />
 
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"Seid Ihr", fragt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll, <br />
 
"Seid Ihr", fragt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll, <br />
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Denn mit hochwillkomm´ner Beute nahst du mir zu guter Stund!" <br />
 
Denn mit hochwillkomm´ner Beute nahst du mir zu guter Stund!" <br />
 
Sprachs und nahm ihr weg den Korb, durchwühlt ihn schnell bis auf den Grund. <br />
 
Sprachs und nahm ihr weg den Korb, durchwühlt ihn schnell bis auf den Grund. <br />
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Und wie Schuppen von den Augen fällt´s der schlichten Magd sogleich: <br />
 
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"Bin´s und sage dir noch dieses: ich töte dich du dummes Weib, <br />
 
"Bin´s und sage dir noch dieses: ich töte dich du dummes Weib, <br />
 
bringst du mir nicht auf dem Rückweg Gold, ramm ich meinen Dolch in deinen Leib." <br />
 
bringst du mir nicht auf dem Rückweg Gold, ramm ich meinen Dolch in deinen Leib." <br />
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Die Magd wird blass und blässer und eilt zum Markt, sucht den Büttel Reodan, <br />
 
Die Magd wird blass und blässer und eilt zum Markt, sucht den Büttel Reodan, <br />
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Jener stimmt zu, sie zu begleiten, denn den Räuber will er fangen, <br />
 
Jener stimmt zu, sie zu begleiten, denn den Räuber will er fangen, <br />
 
baumeln soll der Räuber Hannes, an dem Galgen soll er hangen. <br />
 
baumeln soll der Räuber Hannes, an dem Galgen soll er hangen. <br />
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Gesagt, getan und aus dem Walde eilt der Hannes schnell heran, <br />
 
Gesagt, getan und aus dem Walde eilt der Hannes schnell heran, <br />
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dann den Räuber Hannes fest am Arm und am Halse an, <br />
 
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damit der Bösewicht dem harten Griffe nicht entweichen kann. <br />
 
damit der Bösewicht dem harten Griffe nicht entweichen kann. <br />
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"Schurke! Hab dich!" so donnert er, <br />
 
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"Mit des Seilers Tochter mach ich dich bekannt, <br />
 
"Mit des Seilers Tochter mach ich dich bekannt, <br />
 
aufatmen wird das ganze Land." <br />
 
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Und die Moral von der Geschicht? <br />
 
Und die Moral von der Geschicht? <br />

Version vom 16. Februar 2026, 14:53 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.