Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

Aus AntamarWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Balladen)
(Balladen)
Zeile 282: Zeile 282:
 
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
 
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
 
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
 
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Der Ring des Räubers </div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 +
Nicht weit von hier in einem tiefen Tal,<br />
 +
da wohnte eine Maid im Wald an einem Wasserfall. <br />
 +
Sie war so schön, so schön wie Milch und Blut, <br />
 +
von ganzem Herzen war sie einem Manne gut. <br />
 +
 +
"Du armes Kind, du dauerst meine Seele. <br />
 +
Weil ich nur ein Räuber bin, wohn' in einer Höhle<br />
 +
Du kannst fürwahr nicht länger bei mir sein,<br />
 +
ich muss jetzt fort, tief in den Wald hinein.<br />
 +
 +
Nimm diesen Ring, und sollte man dich fragen, <br />
 +
so sag' ein Räuber habe ihn getragen.<br />
 +
Der dich geliebt, geliebt bei Tag und Nacht<br />
 +
und der, der so manchen um Hab und Gut gebracht"<br />
 +
 +
So sprach er nach vielen Monden zu ihr, <br />
 +
nach so  vielen Tagen und Nächten mit Pläsier, <br />
 +
ihr half kein Wehen und auch kein Klagen, <br />
 +
sie musste seinen Weggang weinend ertragen. <br />
 +
 +
Die Schöne tat, was der Geliebte ihr gesagt,<br />
 +
ging zurück zu ihrem Dorf, tieftraurig verzagt. <br />
 +
Sie zeigte den Leuten den güldenen Ring, <br />
 +
das vermaledeite wertvolle, aber gestohlene Ding. <br />
 +
 +
Sie weinte: "Der Räuber, den ich geliebt, <br />
 +
hat ihn getragen bei Tag und auch bei Nacht, <br />
 +
und er, der so viele Leut um ihr Hab und Gut hat gebracht, <br />
 +
hat mich geliebt, bei Tag und auch bei Nacht." <br />
 +
 +
Die Leute im Dorf waren empört, <br />
 +
nicht die Liebe an sich hat sie gestört, <br />
 +
aber, dass sie einem Räuber galt, <br />
 +
dieses man eine Sünde schalt. <br />
 +
 +
Sie sprachen: "Geh in den Tempel, törichte Maid <br />
 +
und klag den Geweihten dort dein Leid, <br />
 +
den Ring, den spende an die Götter, <br />
 +
dann verstummen auch die Spötter.<br />
 +
Wie kann man einen Räuber lieben, <br />
 +
Unglückseliges Kind, was hat dich umgetrieben?" <br />
 +
 +
Die Maid weinte bitter und lange, <br />
 +
vor der Zukunft war ihr sehr bange. <br />
 +
Der Verlust des Liebsten hat sie schon entsetzt, <br />
 +
war sie nun zusätzlich Hohn und Spott ausgesetzt. <br />
 +
Trat in einen heiligen Orden ein,<br />
 +
um eine Dienerin für die Götter zu sein. <br />
 +
 +
So lebt sie nun dorten, fleißig und fromm,<br />
 +
die Jahre verrinnen, die Welt bleibt ihr stumm.<br />
 +
Doch manchmal im Dunkel, wenn die Kerzen vergeh’n,<br />
 +
meint sie den Räuber wie im Traume zu seh’n.<br />
 +
 +
Dann flüstert sie leise, so sanft wie der Wind,<br />
 +
dass Herzen nicht wählen, wohin sie bestimmt.<br />
 +
Und tief in ihr drinnen, verborgen und sacht,<br />
 +
lebt weiter die Liebe bei Tag und bei Nacht.<br />
 
</div>
 
</div>
 
</div>
 
</div>

Version vom 16. Februar 2026, 13:00 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Balladen