Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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(Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen)
(Balladen)
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und ich hab sie lieb, auch wenn sie nicht so brav. <br />
 
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<div class="NavHead">Die singende Kehle</div>
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'''''Hinweis: Walter verfasste die Ballade „Die singende Kehle“ nach einem Besuch der gleichnamigen Felsspalte nördlich von Vellhafen. Das Lied gehört seitdem zu seinem festen Repertoire.'''''  <br />
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Eine holde Maid hat mir gesagt, <br />
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als ich nach etwas Besonderem gefragt,<br />
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es gäb eine seltsame Spalte im Stein,<br />
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da könne gar niemand ungerührt sein.<br />
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Sie sprach: "Nach Norden, wo die Klippen stehn,<br />
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dorthin solltest du bei Flut einmal gehn.<br />
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Denn am Fuß des alten Turms, längst ohne Schein,<br />
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da unten, in dunkler Spalte, da singt der Stein."<br />
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"Wenn das Wasser dort drückt mit Macht und Gewalt,<br />
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pfeift es und gurgelt, urtümlich und alt.<br />
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Als würde die Erde singen – ihr eigenes Lied,<br />
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erzeugt eine Ehrfurcht, der sich niemand entzieht."<br />
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Ich tat wie geheißen und wanderte hin,<br />
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die Neugier trieb mich, hatte Großes im Sinn.<br />
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Denn ich bin ein Barde, hab Musik im Blut –<br />
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das musste ich hören, was die Spalte dort tut.<br />
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Schon bevor ich am Ziel war, da hörte ich schon<br />
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ein seltsames Pfeifen, den gurgelnden Ton.<br />
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Ich spitzte die Ohren und eilte zum Spalt,<br />
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war seltsam ergriffen von musikalischer Gewalt.<br />
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Das Wasser ergoss sich in tosender Gischt,<br />
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in den Felsen hinein und auch mein Gesicht.<br />
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Ich schmeckte das Salz, lauschte den wilden Tönen<br />
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und sah Meer und Erde der Kunst hier frönen.<br />
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Ich saß an der Spalte, vor Ehrfurcht gebannt,<br />
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den Wind im Haar, das Bier zur Hand.<br />
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Sah, wie die Gischt aufstieg, wild und frei,<br />
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höher als Masten der Koggen am Kai.<br />
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Dann hob ich an und stimmte leise ein in den Gesang –<br />
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ein Loblied auf Mutter Natur nun erklang.<br />
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Schrieb auf Papier Text und Melodie,<br />
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liebe Sprosse, hab Dank, das vergess ich dir nie!<br />
 
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Version vom 15. Mai 2026, 13:50 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Schmäh- und Spottlieder

Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.