Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
 
=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
  
Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
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Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
  
 
Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.
 
Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.
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Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, "<br />
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Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, <br />
das Kind ist nun erwachsen bald,"<br />
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das Kind ist nun erwachsen bald,<br />
wir geben sie zu einem Manne,"<br />
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wir geben sie zu einem Manne,<br />
denn sonst ist sie schon bald zu alt."<br />
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denn sonst ist sie schon bald ... zu alt.<br />
  
Ein reicher Händler war der erste Kandidat, "<br />
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Ein reicher Händler war der erste Kandidat, <br />
er schien dem Vater eine gute Partie, "<br />
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er schien dem Vater eine gute Partie, <br />
auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, "<br />
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auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, <br />
Die Mutter meint: „Den nimmt das Kind doch nie!"<br />
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Die Mutter meint: "Den nimmt das Kind doch nie!" <br />
  
Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, "<br />
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Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, <br />
er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, "<br />
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er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, <br />
doch biss der Hund ihn in die Waden, "<br />
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doch biss der Hund ihn in die Waden, <br />
er roch wohl nicht besonders gut? "<br />
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er roch wohl nicht besonders gut? <br />
  
Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, "<br />
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Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, <br />
denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne."<br />
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denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne. <br />
Der Vater tobt: „Hast du denn gar kein Gewissen? "<br />
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Der Vater tobt: "Hast du denn gar kein Gewissen? <br />
Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!"<br />
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Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!" "<br />
  
Susanne schmollt: „Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!"<br />
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Susanne schmollt: "Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!" <br />
Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. "<br />
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Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. <br />
Der Vater schreit: „Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? "<br />
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Der Vater schreit: "Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? <br />
Ich stand beim Händler doch im Wort!"<br />
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Ich stand beim Händler doch im Wort!" <br />
  
Susanne tobt und weint und schmollt, "<br />
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Susanne tobt und weint und schmollt, <br />
umarmt den Vater stumm."<br />
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umarmt den Vater stumm. <br />
sie mag nicht wenn der Vater grollt "<br />
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sie mag nicht wenn der Vater grollt <br />
und hofft sie stimmt ihn um. "<br />
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und hofft sie stimmt ihn um. <br />
  
„Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr“, "<br />
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"Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr", <br />
hört es der Vater in seinen Ohren hallen. "<br />
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hört es der Vater in seinen Ohren hallen. <br />
„Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr,"<br />
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"Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr, <br />
doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen."<br />
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doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen." <br />
  
„Papperlapapp!sagt der Vater geschwind,"<br />
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"Papperlapapp!" sagt der Vater geschwind, <br />
„Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position"<br />
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"Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position <br />
so kommst du mir nicht davon, mein Kind,"<br />
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so kommst du mir nicht davon, mein Kind, <br />
den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn."<br />
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den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn."<br />
  
Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar,"<br />
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Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar, <br />
schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen,"<br />
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schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen, <br />
wurde durch Dritte die Geschichte gewahr,"<br />
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wurde durch Dritte die Geschichte gewahr, <br />
und meinte sofort: „Da muss was geschehen!"<br />
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und meinte sofort: "Da muss was geschehen!" <br />
  
Flugs suchte er den Vater der Holden auf in seinem Kontor,"<br />
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Flugs geht er zum Vater der Holden in seinem Kontor, <br />
der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht"<br />
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der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht. <br />
Der Jüngling trat mutig und beherzt davor,"<br />
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Der Jüngling sprach mutig und beherzt nun vor, <br />
„Gebt mir Susanne zu Weibe“ verlangte er schlicht."<br />
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"Gebt mir Susanne zu Weibe!" verlangte er schlicht. <br />
  
Der Vater Susannchens guckt bass erstaunt,"<br />
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Der Vater Susannchens guckte bass erstaunt, <br />
auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande"<br />
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auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande. <br />
weil Kandidat Susannens Gnade fand, war schon übel er gelaunt,"<br />
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Weil kein Kandidat Susannens Gnade fand, war er schon übel gelaunt, <br />
des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande."<br />
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des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande.<br />
  
Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen,"<br />
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Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen, <br />
 
der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
 
der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
der Vater hat Susanne dann barsch befohlen"<br />
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der Vater hat Susanne dann barsch befohlen <br />
„Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!"<br />
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"Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!" <br />
Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,"<br />
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Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,<br />
glaubt ihren Augen nicht zu trauen,"<br />
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glaubt ihren Augen nicht mehr zu trauen, <br />
„Gut, ihn nehme ich“ hat sie dann leis geraunt"<br />
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"Gut, ihn nehme ich" hat sie dann leise geraunt <br />
und kann nicht aufhören mit Schauen."<br />
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und kann gar nicht aufhören mit staunendem Schauen. <br />
  
Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es gar nicht fassen."<br />
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Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es nicht fassen. <br />
Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin,"<br />
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Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin, <br />
„Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen."<br />
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"Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen." <br />
Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn."<br />
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Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn. <br />
  
Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht,"<br />
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Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht, <br />
weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt,"<br />
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weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt, <br />
die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht,"<br />
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die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht, <br />
es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest,"<br />
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es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest, <br />
  
Doch die Moral von der Geschicht',"<br />
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Doch die Moral von der Geschicht', <br />
die es ja immer geben muss,"<br />
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die es ja immer geben muss, <br />
die verrate ich euch noch nicht,"<br />
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die verrate ich euch noch nicht, <br />
denn für heut ist erst Mal Schluss."<br />
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denn für heut ist erst Mal Schluss. <br />
  
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Ein ander Mal bin ich dann da <br />
und singe euch, was noch geschah,"<br />
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und singe euch, was noch geschah, <br />
mit der glutäugigen Susanne "<br />
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mit der glutäugigen Susanne <br />
und ihrem blondgelockten Manne."<br />
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und ihrem blondgelockten Manne. <br />
Bis dahin, ihr lieben Leut',"<br />
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Bis dahin, ihr lieben Leut', <br />
geduldet euch .. bin durch für heut'! "<br />
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'''''Hinweis: Diese Ballade stammt nicht aus Walters Feder sondern ist ein Lied, welches seine Mutter Irina, die "Lerche aus Ismar" immer sang.'''''  <br />
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'''''Hinweis: Dieses Lied stammt nicht aus der Feder des Barden Walter von der Salzwiese. Es ist ein Erbstück seiner Mutter Irina, die als „Lerche aus Ismar“ bekannt war und es häufig sang. Walter übernahm es später in sein Repertoire und machte es in Vellhafen und Umgebung bekannt. '''''  <br />
'''''Die gereimte Fassung stammt von Tica.'''''<br />
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Von Havlind, der Möwe, will ich für euch singen,<br />
 
Von Havlind, der Möwe, will ich für euch singen,<br />
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bringt Sanftmut und Frieden, ihr Ruf trägt weit. <br />
 
bringt Sanftmut und Frieden, ihr Ruf trägt weit. <br />
  
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<div class="NavHead">Flocke, mein verrücktes Schaf</div>
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'''''Hinweis: Eine humorvolle Volksballade aus Ismar, die von den Eskapaden des berüchtigten Salzwiesen-Schafs ‚Flocke‘ erzählt. Das Lied gilt als eines der beliebtesten Werke Walters und wird häufig auf Märkten und in Schenken vorgetragen '''''  <br />
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Lady Flocke,  die verrückte Socke, ist mein Lieblingsschaf,<br />
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dabei ist sie alles andere, nur niemals lieb und brav. <br />
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Ihre Neugier treibt sie ständig in neue Abenteuer,<br />
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so langsam aber sicher wird das für mich mächtig teuer. <br />
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Was sie erlebt, das wollt ihr hören? Wird gemacht! <br />
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Hört mir nur zu und wehe jemand lacht! <br />
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Just vor drei Tagen ist Flocke ins Badehaus gegangen, <br />
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im warmem Wasser einmal tauchen, das war ihr Verlangen.<br />
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Sie blökte vor Vergnügen: "Mäh!", doch die Menschen  machten "Bäh!" <br />
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Denn Flocke hat ohne schlechtes Gewissen, einfach in die Bütt geschissen. <br />
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Die Strafe die betrug drei Gulden, <br />
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gehört ab sofort zu meinen Schulden.<br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Am nächsten Tag ging sie zum Schmied, ganz ungeniert. <br />
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Auf der Werkbank lag sein Werkzeug, gut sortiert. <br />
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Flocke stupste mit der Nase sacht, <br />
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wie so ein Schaf das nun mal macht, <br />
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das gute Werkzeug ins Schmiedefeuer, <br />
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verdammt, es war so gut und teuer! <br />
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Der Schmied, der fluchte wie ein Bär,<br />
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doch Lady Flocke nahm es nicht schwer.<br />
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Sie blökte stolz: "Das wollt’ ich schon,<br />
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ein Werkzeug mit ’nem neuen Ton!"<br />
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Nun schulde ich dem Schmied drei Gulden und neun Taler,<br />
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mein Vermögen wieder schmaler. <br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Gestern dann, oh welch ein Graus, <br />
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büxte sie zum Hafen aus. <br />
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Sie stand auf einem Fischerboot, <br />
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als wär’s ihr Platz – ganz ohne Not. <br />
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"Bei allen Göttern! Was ist das?" <br />
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schrie der Fischer und wurde blass. <br />
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Und wieder zahl ich – ach du Schreck – <br />
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denn der halbe Fang war weg.<br />
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Flocke hatte zerkaut das Netz,<br />
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und den Fischer so entsetzt.<br />
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Er wollte für den Schaden fünfzehn Gulden,<br />
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Flocke erhöht so meine Schulden.<br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Nun muss ich gucken wo sie ist, <br />
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sie macht bestimmt schon wieder Mist.<br />
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Oh Graus, sie ist bei meinen Bäcker <br />
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und blökt: "Das Brot! Es riecht so lecker!<br />
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Kaum bin ich dort angekommen, <br />
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hab ich dem Geschrei entnommen,<br />
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zu spät, es ist passiert, <br />
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Flocke steht da ungerührt,<br />
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mit Krümeln von dem Brot verziert.<br />
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Der Bäcker brüllt: "Kein Brot mehr, alle müssen schmachten,<br />
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dieses Schaf solltest du schlachten!<br />
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Den Schaden, den bezahlst du mir,<br />
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zwanzig Gulden will ich - jetzt und hier!" <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Nun steh ich hier, erzähle euch meine Sorgen.<br />
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Kein Gold mehr im Beutel, musste mir schon was borgen.<br />
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Doch Lady Flocke, das verrückte Tier,<br />
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soll ich schlachten? Nein, sie bleibt bei mir! <br />
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Hab sie mit der Flasche ernährt, als Lämmchen, mutterlos, <br />
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und dachte, dieses Wollknäuel kriegst du schon groß. <br />
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Das habe ich geschafft, nun ist sie ein stolzes Schaf, <br />
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und ich hab sie lieb, auch wenn sie nicht so brav. <br />
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<div class="NavHead">Die singende Kehle</div>
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'''''Hinweis: Walter verfasste die Ballade „Die singende Kehle“ nach einem Besuch der gleichnamigen Felsspalte nördlich von Vellhafen. Er ging auf Empfehlung von Sommersprosse, einer jungen Vellhafenerin dorthin, um sich das Phänomen selbst anzuhören.'''''  <br />
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Eine holde Maid hat mir gesagt, <br />
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als ich nach etwas Besonderem gefragt,<br />
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es gäb eine seltsame Spalte im Stein,<br />
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da könne gar niemand ungerührt sein.<br />
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Sie sprach: "Nach Norden, wo die Klippen stehn,<br />
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dorthin solltest du bei Flut einmal gehn.<br />
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Denn am Fuß des alten Turms, längst ohne Schein,<br />
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da unten, in dunkler Spalte, da singt der Stein."<br />
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"Wenn das Wasser dort drückt mit Macht und Gewalt,<br />
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pfeift es und gurgelt, urtümlich und alt.<br />
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Als würde die Erde singen – ihr eigenes Lied,<br />
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erzeugt eine Ehrfurcht, der sich niemand entzieht."<br />
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Ich tat wie geheißen und wanderte hin,<br />
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die Neugier trieb mich, hatte Großes im Sinn.<br />
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Denn ich bin ein Barde, hab Musik im Blut –<br />
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das musste ich hören, was die Spalte dort tut.<br />
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Schon bevor ich am Ziel war, da hörte ich schon<br />
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ein seltsames Pfeifen, den gurgelnden Ton.<br />
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Ich spitzte die Ohren und eilte zum Spalt,<br />
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war seltsam ergriffen von musikalischer Gewalt.<br />
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Das Wasser ergoss sich in tosender Gischt,<br />
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in den Felsen hinein und auch mein Gesicht.<br />
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Ich schmeckte das Salz, lauschte den wilden Tönen<br />
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und sah Meer und Erde der Kunst hier frönen.<br />
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Ich saß an der Spalte, vor Ehrfurcht gebannt,<br />
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den Wind im Haar, das Bier zur Hand.<br />
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Sah, wie die Gischt aufstieg, wild und frei,<br />
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höher als Masten der Koggen am Kai.<br />
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Dann hob ich an und stimmte leise ein in den Gesang –<br />
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ein Loblied auf Mutter Natur nun erklang.<br />
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Schrieb auf Papier Text und Melodie,<br />
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liebe Sprosse, hab Dank, das vergess ich dir nie!<br />
 
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seine Würste schmeckten zum Kotzen, <br />
 
seine Würste schmeckten zum Kotzen, <br />
 
da taten die Kunden oft motzen, <br />
 
da taten die Kunden oft motzen, <br />
sein Name war Thönn Jes, das war ja eh klar. <br />
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sein Name war Thönn Jes, war ja eh klar. <br />
  
  
Einen Burschen aus '''Lerbreck''' quälte das Verlangen, <br />
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Einen Burschen aus '''Mindans''' quälte das Verlangen, <br />
 
zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
 
zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
 
Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
 
Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
 
da hat er vor Angst in die Buxe geschissen, <br />
 
da hat er vor Angst in die Buxe geschissen, <br />
 
und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
 
und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
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Ein Bäckergeselle aus '''Lerbreck''', <br />
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der traf auf ner Wiese nen Heuschreck. <br />
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Da rastetete er wild und doll aus, <br />
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landete - logisch - im Tollhaus. <br />
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Die Lerbrecker sagen: Nu isser weg, der Jeck!<br />
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Theodius, ein Geweihter aus '''Breggans''', <br />
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fing einst eine Schneegans, <br />
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Er wollte sie rupfen, braten und essen, <br />
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doch er hat dabei ganz vergessen: <br />
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Er lebt ja streng nach Vegans! <br />
  
 
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von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
 
von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
 
"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
 
"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
da zog der Drache wieder ab, das war weise. <br />
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der Drache zog wieder ab, das war weise. <br />
  
 
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Aktuelle Version vom 16. Mai 2026, 12:01 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Schmäh- und Spottlieder

Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.