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Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
 
=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
  
Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
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Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
  
 
Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.
 
Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.
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<div class="NavHead">Das Lied von Brunihild</div>
 
<div class="NavHead">Das Lied von Brunihild</div>
 
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'''Hinweis: "Das Lied von Brunihild" ist ein erzählendes Lied in Moritat‑Tradition, das die tragische Geschichte der jungen Brunihild, ihres Verlobten Joost und eines Schneidermeister schildert. Das Stück greift typische Motive alter Gassenlieder auf: Eifersucht, Verrat, soziale Erwartungen und ein unglückseliges Ende und gehört zu Walters dramatischen Liedern über menschliche Fehltritte und ihre Folgen. '''
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War einst ein kleines Schneiderlein,<br />
 
War einst ein kleines Schneiderlein,<br />
 
das konnt schneidern, mit Stichlein fein.<br />
 
das konnt schneidern, mit Stichlein fein.<br />
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<div class="NavHead">Der Sohn der Maar-Fiar</div>
 
<div class="NavHead">Der Sohn der Maar-Fiar</div>
 
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'''Hinweis: "Der Sohn der Maar‑Fiar" ist ein episches Heldenlied über Takoya vom Ostmeer, einen der letzten Angehörigen des untergegangenen Aivarunen‑Stammes der Maar‑Fiar. Das Lied schildert ihre Lebensweise, ihre Jagdtraditionen und den gewaltsamen Untergang des Clans durch fremde Eindringlinge, die in der Sprache der Aivarunen als Qim‑Mas ("Fremde") bezeichnet werden. Es gehört zu Walters ernsten Stücken, die historische Ereignisse und den Verlust ganzer Gemeinschaften in einer Mischung aus Klage und Heldenerzählung bewahren.'''
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Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 
sein Clan längst erloschen, seine Geschichte dieses Lied bewahr. <br />
 
sein Clan längst erloschen, seine Geschichte dieses Lied bewahr. <br />
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<div class="NavHead">Der Ring des Räubers </div>
 
<div class="NavHead">Der Ring des Räubers </div>
 
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'''Hinweis: "Der Ring des Räubers" ist ein erzählendes Lied über die Liebe zwischen einer jungen Maid und einem Räuber, der sie schließlich verlässt und ihr nur einen gestohlenen Ring zurücklässt. Das Stück greift typische Motive alter Volks‑ und Räuberlieder auf – verbotene Liebe, gesellschaftliche Ächtung und ein stilles Weiterleben im Kloster – und gehört zu Walters balladenhaften Liedern über verlorene Zuneigung und die Folgen eines ungleichen Bundes.'''
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Nicht weit von hier in einem tiefen Tal,<br />
 
Nicht weit von hier in einem tiefen Tal,<br />
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<div class="NavHead">Der treue Hund</div>
 
<div class="NavHead">Der treue Hund</div>
 
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'''Hinweis: "Der treue Hund" ist ein erzählendes Volkslied aus Orstoc, das die Geschichte eines Bauern und seines Hundes schildert, der ihm das Leben vor zwei Räubern rettet und dabei selbst zu Tode kommt. Das Lied folgt der Tradition einfacher Moritaten und Tierheldenlieder, die Treue, Mut und Opferbereitschaft betonen. Es gehört zu Walters Stücken, die Alltagsgeschichten aus verschiedenen Regionen in Liedform bewahren.'''
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Ihr Leute, lasset mich berichten, <br />
 
Ihr Leute, lasset mich berichten, <br />
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<div class="NavHead">Die Geschichte vom Räuber Hannes</div>
 
<div class="NavHead">Die Geschichte vom Räuber Hannes</div>
 
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'''Hinweis: "Die Geschichte vom Räuber Hannes" ist ein erzählendes Lied in der Tradition alter Räuber‑ und Moritatenlieder. Es wird im Rahmen eines Gesprächs zwischen einer Großmutter und ihrem Enkel erzählt und schildert die Festnahme des Räubers Hannes durch den Büttel Reodan. Das Stück verbindet humorvolle Elemente mit einer einfachen Moral und gehört zu Walters heiteren Volksliedern, die Alltagsfiguren und lokale Geschichten in Liedform festhalten.'''
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Es sagt einst ein Kind zur seiner Großmama: <br />
 
Es sagt einst ein Kind zur seiner Großmama: <br />
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<div class="NavHead">Die Vogelscheuche Martha Stroh</div>
 
<div class="NavHead">Die Vogelscheuche Martha Stroh</div>
 
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'''Hinweis: "Die Vogelscheuche Martha Stroh" ist ein humoristisches Lied über eine Vogelscheuche und einen Zwerg, das in der Tradition einfacher Spaß‑ und Fabellieder steht. Es erzählt eine kurze, überzeichnete Begebenheit mit komischer Wendung und gehört zu Walters heiteren Stücken, die alltägliche Figuren in spielerischer Form darstellen.'''
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Die Vogelscheuche Martha Stroh, wurd' ihres Daseins nicht mehr froh.<br />
 
Die Vogelscheuche Martha Stroh, wurd' ihres Daseins nicht mehr froh.<br />
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Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, "<br />
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'''Hinweis: "Die glutäugige Susanne" ist ein heiteres erzählendes Lied über die Suche der jungen Susanne nach einem passenden Ehemann. Das Stück greift typische Motive bürgerlicher Schwank‑ und Hochzeitslieder auf und schildert in humorvoller Form mehrere erfolglose Bewerber, bevor Susanne schließlich den Sohn des Stadtkämmerers heiratet. Das Lied endet mit einem Ausblick auf eine mögliche Fortsetzung und gehört zu Walters leichten, unterhaltsamen Stücken über Liebe und Familienalltag.'''
das Kind ist nun erwachsen bald,"<br />
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wir geben sie zu einem Manne,"<br />
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denn sonst ist sie schon bald zu alt."<br />
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Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, <br />
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das Kind ist nun erwachsen bald,<br />
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wir geben sie zu einem Manne,<br />
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denn sonst ist sie schon bald ... zu alt.<br />
  
Ein reicher Händler war der erste Kandidat, "<br />
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Ein reicher Händler war der erste Kandidat, <br />
er schien dem Vater eine gute Partie, "<br />
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er schien dem Vater eine gute Partie, <br />
auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, "<br />
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auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, <br />
Die Mutter meint: „Den nimmt das Kind doch nie!"<br />
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Die Mutter meint: "Den nimmt das Kind doch nie!" <br />
  
Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, "<br />
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Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, <br />
er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, "<br />
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er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, <br />
doch biss der Hund ihn in die Waden, "<br />
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doch biss der Hund ihn in die Waden, <br />
er roch wohl nicht besonders gut? "<br />
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er roch wohl nicht besonders gut? <br />
  
Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, "<br />
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Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, <br />
denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne."<br />
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denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne. <br />
Der Vater tobt: „Hast du denn gar kein Gewissen? "<br />
+
Der Vater tobt: "Hast du denn gar kein Gewissen? <br />
Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!"<br />
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Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!" "<br />
  
Susanne schmollt: „Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!"<br />
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Susanne schmollt: "Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!" <br />
Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. "<br />
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Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. <br />
Der Vater schreit: „Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? "<br />
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Der Vater schreit: "Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? <br />
Ich stand beim Händler doch im Wort!"<br />
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Ich stand beim Händler doch im Wort!" <br />
  
Susanne tobt und weint und schmollt, "<br />
+
Susanne tobt und weint und schmollt, <br />
umarmt den Vater stumm."<br />
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umarmt den Vater stumm. <br />
sie mag nicht wenn der Vater grollt "<br />
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sie mag nicht wenn der Vater grollt <br />
und hofft sie stimmt ihn um. "<br />
+
und hofft sie stimmt ihn um. <br />
  
„Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr“, "<br />
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"Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr", <br />
hört es der Vater in seinen Ohren hallen. "<br />
+
hört es der Vater in seinen Ohren hallen. <br />
„Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr,"<br />
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"Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr, <br />
doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen."<br />
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doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen." <br />
  
„Papperlapapp!sagt der Vater geschwind,"<br />
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"Papperlapapp!" sagt der Vater geschwind, <br />
„Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position"<br />
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"Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position <br />
so kommst du mir nicht davon, mein Kind,"<br />
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so kommst du mir nicht davon, mein Kind, <br />
den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn."<br />
+
den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn."<br />
  
Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar,"<br />
+
Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar, <br />
schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen,"<br />
+
schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen, <br />
wurde durch Dritte die Geschichte gewahr,"<br />
+
wurde durch Dritte die Geschichte gewahr, <br />
und meinte sofort: „Da muss was geschehen!"<br />
+
und meinte sofort: "Da muss was geschehen!" <br />
  
Flugs suchte er den Vater der Holden auf in seinem Kontor,"<br />
+
Flugs geht er zum Vater der Holden in seinem Kontor, <br />
der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht"<br />
+
der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht. <br />
Der Jüngling trat mutig und beherzt davor,"<br />
+
Der Jüngling sprach mutig und beherzt nun vor, <br />
„Gebt mir Susanne zu Weibe“ verlangte er schlicht."<br />
+
"Gebt mir Susanne zu Weibe!" verlangte er schlicht. <br />
  
Der Vater Susannchens guckt bass erstaunt,"<br />
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Der Vater Susannchens guckte bass erstaunt, <br />
auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande"<br />
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auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande. <br />
weil Kandidat Susannens Gnade fand, war schon übel er gelaunt,"<br />
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Weil kein Kandidat Susannens Gnade fand, war er schon übel gelaunt, <br />
des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande."<br />
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des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande.<br />
  
Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen,"<br />
+
Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen, <br />
 
der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
 
der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
der Vater hat Susanne dann barsch befohlen"<br />
+
der Vater hat Susanne dann barsch befohlen <br />
„Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!"<br />
+
"Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!" <br />
Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,"<br />
+
Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,<br />
glaubt ihren Augen nicht zu trauen,"<br />
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glaubt ihren Augen nicht mehr zu trauen, <br />
„Gut, ihn nehme ich“ hat sie dann leis geraunt"<br />
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"Gut, ihn nehme ich" hat sie dann leise geraunt <br />
und kann nicht aufhören mit Schauen."<br />
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und kann gar nicht aufhören mit staunendem Schauen. <br />
  
Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es gar nicht fassen."<br />
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Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es nicht fassen. <br />
Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin,"<br />
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Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin, <br />
„Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen."<br />
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"Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen." <br />
Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn."<br />
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Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn. <br />
  
Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht,"<br />
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Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht, <br />
weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt,"<br />
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weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt, <br />
die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht,"<br />
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die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht, <br />
es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest,"<br />
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es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest, <br />
  
Doch die Moral von der Geschicht',"<br />
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Doch die Moral von der Geschicht', <br />
die es ja immer geben muss,"<br />
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die es ja immer geben muss, <br />
die verrate ich euch noch nicht,"<br />
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die verrate ich euch noch nicht, <br />
denn für heut ist erst Mal Schluss."<br />
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denn für heut ist erst Mal Schluss. <br />
  
Ein ander Mal bin ich dann da "<br />
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Ein ander Mal bin ich dann da <br />
und singe euch, was noch geschah,"<br />
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und singe euch, was noch geschah, <br />
mit der glutäugigen Susanne "<br />
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mit der glutäugigen Susanne <br />
und ihrem blondgelockten Manne."<br />
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und ihrem blondgelockten Manne. <br />
Bis dahin, ihr lieben Leut',"<br />
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Bis dahin, ihr lieben Leut', <br />
geduldet euch .. bin durch für heut'! "<br />
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geduldet euch .. bin durch für heut'! <br />
  
 
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<div class="NavHead">Markgraf Berenhard der Laute</div>
 
<div class="NavHead">Markgraf Berenhard der Laute</div>
 
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'''Hinweis: "Markgraf Berenhard der Laute" ist ein kurzes Klage‑ und Warnlied aus der Region um Isenburg. Es thematisiert die Entführung eines Kindes durch den Markgrafen Berenhard und ruft die Bewohner der Stadt dazu auf, wachsam zu sein und nach dem verschwundenen Mädchen zu suchen. Das Stück gehört zu Walters ernsten Liedern, die lokale Begebenheiten und düstere Ereignisse in knapper, eindringlicher Form festhalten.'''
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Der Markgraf Berenhardt der Laute, hat uns unser Kind geraubt,<br />
 
Der Markgraf Berenhardt der Laute, hat uns unser Kind geraubt,<br />
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<div class="NavHead">Sven der Rote auf der Suche</div>
 
<div class="NavHead">Sven der Rote auf der Suche</div>
 
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'''Hinweis: "Sven der Rote auf der Suche" ist ein humorvolles Lied über den Nordahejmra Sven den Roten, der sich auf die Suche nach einer idealisierten Traumfrau macht. Das Stück erzählt in satirischer Form von seinen erfolglosen Annäherungsversuchen und der deutlichen Abfuhr, die er erhält. Es gehört zu Walters heiteren Liedern, die mit einem Augenzwinkern übertriebene Erwartungen und ungebetenes Werben aufs Korn nehmen.'''
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Sven der Rote saß beim nem Met, <br />
 
Sven der Rote saß beim nem Met, <br />
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Muss ihr ja doch noch die Arme brechen, <br />
 
Muss ihr ja doch noch die Arme brechen, <br />
 
Dann bin ich frei, so lautete euer Versprechen!" <br />
 
Dann bin ich frei, so lautete euer Versprechen!" <br />
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<div class="NavHead">Havlind, die Möwe </div>
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'''''Hinweis: Dieses Lied stammt nicht aus der Feder des Barden Walter von der Salzwiese. Es ist ein Erbstück seiner Mutter Irina, die als „Lerche aus Ismar“ bekannt war und es häufig sang. Walter übernahm es später in sein Repertoire und machte es in Vellhafen und Umgebung bekannt. '''''  <br />
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Von Havlind, der Möwe, will ich für euch singen,<br />
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von der Magie, die sie nach Ismar gebracht,<br />
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auf silbernen Schwingen,<br />
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inmitten der Nacht.<br />
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Havlind, die Schwester aus dem fernen Licht,<br />
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wenn das Meer tobt und die Welle bricht,<br />
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wenn die Schiffe drohen, unterzugehen,<br />
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dann kann Havlind die Götter sehen.<br />
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Sie schwebt hoch oben über dem stürmischen Geschehn,<br />
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ihr Flug ist ein Lied, das die Winde drehn.<br />
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Es legt sich der Sturm, das Wasser wird still —<br />
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das alles geschieht, weil Havlind es will.<br />
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Mit sanfter Magie hat sie Wind und Wellen geführt,<br />
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die Seeleute im Sturm haben etwas gespürt.<br />
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Eine Ahnung von Schicksal und höherer Macht, <br />
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die ihnen hier die Rettung gebracht. <br />
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Doch Havlind, die hat niemand gesehn,<br />
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still ließ sie dieses Wunder geschehn.<br />
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Havlind, die Möwe klein und unerkannt,<br />
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hat sie die Menschen geschützt, den Sturm gebannt. <br />
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Sie wacht über das Meer und Insel, die meine Heimat ist.<br />
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Sie will, dass ihr glaubt — aber nicht wisst.<br />
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Havlind, Wächterin über Salz und Zeit, <br />
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bringt Sanftmut und Frieden, ihr Ruf trägt weit. <br />
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<div class="NavHead">Flocke, mein verrücktes Schaf</div>
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'''''Hinweis: Eine humorvolle Volksballade aus Ismar, die von den Eskapaden des berüchtigten Salzwiesen-Schafs ‚Flocke‘ erzählt. Das Lied gilt als eines der beliebtesten Werke Walters und wird häufig auf Märkten und in Schenken vorgetragen '''''  <br />
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Lady Flocke,  die verrückte Socke, ist mein Lieblingsschaf,<br />
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dabei ist sie alles andere, nur niemals lieb und brav. <br />
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Ihre Neugier treibt sie ständig in neue Abenteuer,<br />
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so langsam aber sicher wird das für mich mächtig teuer. <br />
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Was sie erlebt, das wollt ihr hören? Wird gemacht! <br />
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Hört mir nur zu und wehe jemand lacht! <br />
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Just vor drei Tagen ist Flocke ins Badehaus gegangen, <br />
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im warmem Wasser einmal tauchen, das war ihr Verlangen.<br />
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Sie blökte vor Vergnügen: "Mäh!", doch die Menschen  machten "Bäh!" <br />
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Denn Flocke hat ohne schlechtes Gewissen, einfach in die Bütt geschissen. <br />
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Die Strafe die betrug drei Gulden, <br />
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gehört ab sofort zu meinen Schulden.<br />
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'''Refrain:''' <br />
 +
''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
 +
''sei doch endlich einmal brav.''<br />
 +
''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
 +
''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
 +
''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
 +
''lautet stets deine Devise:''<br />
 +
''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
 +
''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Am nächsten Tag ging sie zum Schmied, ganz ungeniert. <br />
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Auf der Werkbank lag sein Werkzeug, gut sortiert. <br />
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Flocke stupste mit der Nase sacht, <br />
 +
wie so ein Schaf das nun mal macht, <br />
 +
das gute Werkzeug ins Schmiedefeuer, <br />
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verdammt, es war so gut und teuer! <br />
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Der Schmied, der fluchte wie ein Bär,<br />
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doch Lady Flocke nahm es nicht schwer.<br />
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Sie blökte stolz: "Das wollt’ ich schon,<br />
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ein Werkzeug mit ’nem neuen Ton!"<br />
 +
Nun schulde ich dem Schmied drei Gulden und neun Taler,<br />
 +
mein Vermögen wieder schmaler. <br />
 +
 +
 +
'''Refrain:''' <br />
 +
''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
 +
''sei doch endlich einmal brav.''<br />
 +
''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
 +
''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
 +
''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
 +
''lautet stets deine Devise:''<br />
 +
''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
 +
''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
 +
 +
 +
Gestern dann, oh welch ein Graus, <br />
 +
büxte sie zum Hafen aus. <br />
 +
Sie stand auf einem Fischerboot, <br />
 +
als wär’s ihr Platz – ganz ohne Not. <br />
 +
"Bei allen Göttern! Was ist das?" <br />
 +
schrie der Fischer und wurde blass. <br />
 +
 +
Und wieder zahl ich – ach du Schreck – <br />
 +
denn der halbe Fang war weg.<br />
 +
Flocke hatte zerkaut das Netz,<br />
 +
und den Fischer so entsetzt.<br />
 +
Er wollte für den Schaden fünfzehn Gulden,<br />
 +
Flocke erhöht so meine Schulden.<br />
 +
 +
 +
'''Refrain:''' <br />
 +
''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
 +
''sei doch endlich einmal brav.''<br />
 +
''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
 +
''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
 +
''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
 +
''lautet stets deine Devise:''<br />
 +
''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
 +
''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
 +
 +
 +
Nun muss ich gucken wo sie ist, <br />
 +
sie macht bestimmt schon wieder Mist.<br />
 +
Oh Graus, sie ist bei meinen Bäcker <br />
 +
und blökt: "Das Brot! Es riecht so lecker!<br />
 +
 +
Kaum bin ich dort angekommen, <br />
 +
hab ich dem Geschrei entnommen,<br />
 +
zu spät, es ist passiert, <br />
 +
Flocke steht da ungerührt,<br />
 +
mit Krümeln von dem Brot verziert.<br />
 +
 +
Der Bäcker brüllt: "Kein Brot mehr, alle müssen schmachten,<br />
 +
dieses Schaf solltest du schlachten!<br />
 +
Den Schaden, den bezahlst du mir,<br />
 +
zwanzig Gulden will ich - jetzt und hier!" <br />
 +
 +
 +
'''Refrain:''' <br />
 +
''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
 +
''sei doch endlich einmal brav.''<br />
 +
''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
 +
''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
 +
''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
 +
''lautet stets deine Devise:''<br />
 +
''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
 +
''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
 +
 +
 +
Nun steh ich hier, erzähle euch meine Sorgen.<br />
 +
Kein Gold mehr im Beutel, musste mir schon was borgen.<br />
 +
Doch Lady Flocke, das verrückte Tier,<br />
 +
soll ich schlachten? Nein, sie bleibt bei mir! <br />
 +
 +
Hab sie mit der Flasche ernährt, als Lämmchen, mutterlos, <br />
 +
und dachte, dieses Wollknäuel kriegst du schon groß. <br />
 +
Das habe ich geschafft, nun ist sie ein stolzes Schaf, <br />
 +
und ich hab sie lieb, auch wenn sie nicht so brav. <br />
 +
 +
</div>
 +
</div>
 +
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Die singende Kehle</div>
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'''''Hinweis: Walter verfasste die Ballade „Die singende Kehle“ nach einem Besuch der gleichnamigen Felsspalte nördlich von Vellhafen. Er ging auf Empfehlung von Sommersprosse, einer jungen Vellhafenerin dorthin, um sich das Phänomen selbst anzuhören.'''''  <br />
 +
 +
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Eine holde Maid hat mir gesagt, <br />
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als ich nach etwas Besonderem gefragt,<br />
 +
es gäb eine seltsame Spalte im Stein,<br />
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da könne gar niemand ungerührt sein.<br />
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Sie sprach: "Nach Norden, wo die Klippen stehn,<br />
 +
dorthin solltest du bei Flut einmal gehn.<br />
 +
Denn am Fuß des alten Turms, längst ohne Schein,<br />
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da unten, in dunkler Spalte, da singt der Stein."<br />
 +
 +
"Wenn das Wasser dort drückt mit Macht und Gewalt,<br />
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pfeift es und gurgelt, urtümlich und alt.<br />
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Als würde die Erde singen – ihr eigenes Lied,<br />
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erzeugt eine Ehrfurcht, der sich niemand entzieht."<br />
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Ich tat wie geheißen und wanderte hin,<br />
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die Neugier trieb mich, hatte Großes im Sinn.<br />
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Denn ich bin ein Barde, hab Musik im Blut –<br />
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das musste ich hören, was die Spalte dort tut.<br />
 +
 +
Schon bevor ich am Ziel war, da hörte ich schon<br />
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ein seltsames Pfeifen, den gurgelnden Ton.<br />
 +
Ich spitzte die Ohren und eilte zum Spalt,<br />
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war seltsam ergriffen von musikalischer Gewalt.<br />
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 +
Das Wasser ergoss sich in tosender Gischt,<br />
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in den Felsen hinein und auch mein Gesicht.<br />
 +
Ich schmeckte das Salz, lauschte den wilden Tönen<br />
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und sah Meer und Erde der Kunst hier frönen.<br />
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 +
Ich saß an der Spalte, vor Ehrfurcht gebannt,<br />
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den Wind im Haar, das Bier zur Hand.<br />
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Sah, wie die Gischt aufstieg, wild und frei,<br />
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höher als Masten der Koggen am Kai.<br />
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Dann hob ich an und stimmte leise ein in den Gesang –<br />
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ein Loblied auf Mutter Natur nun erklang.<br />
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Schrieb auf Papier Text und Melodie,<br />
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liebe Sprosse, hab Dank, das vergess ich dir nie!<br />
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<div class="NavHead">Der Adler</div>
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'''Hinweis: "Der Adler" ist ein altes Volkslied, das Walter in leicht angepasster Form in sein Repertoire aufgenommen hat. Es erzählt in balladenhafter Weise von einem Vogelsteller, dessen Netze durch einen Adler zerrissen werden, und greift typische Motive traditioneller Tier‑ und Morallieder auf.''' <br />
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'''OT‑Hinweis: Vorlage ist ein altes irdisches Volkslied. Der Text wurde von Tica für Antamar umgeschrieben und angepasst.'''
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Mein Nachbar drüben, über'm Wasser, <br />
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der ist ein schlimmer Vogelhasser. <br />
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Und wie das Meer mich stets erfreuen kann,<br />
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Erfreut ihn stets der Vogelfang.<br />
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Doch jüngst geschah <br />
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Ein Streich ihm, den ich gerne sah.<br />
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Den Vöglein stellt er nach mit Netzen, <br />
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Nicht um ihre Liedern sehr zu schätzen.<br />
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Nein, weil er sie gebraten frisst.<br />
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Wann just nicht gerade Fastentag ist.<br />
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Oft nehm' ich unbemerkt und leise <br />
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Ihm aus dem Garn die frevle Speise, <br />
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Und Amsel, Fink und Hänfling sind froh <br />
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Entfliegen ihm mit Jubilo. <br />
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Doch jüngst kam über ihn ein andrer, <br />
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Ein sturmgewaltiger Wolkenwandrer.<br />
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Verfolgend eine Dohlenschar,<br />
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Strich über's Meer der Königsaar, <br />
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Und flog und sah die Gefahr nicht, <br />
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Flog mitten in die Netze dicht.<br />
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Da lief mit lautem Siegesgeschrei <br />
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Der Nachbar schnell zum Fang herbei. <br />
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Doch, als er schon ganz nahe war, <br />
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Zerriss das Garn der stolze Aar. <br />
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Und flog so ungestüm dahin sodann, <br />
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Zu Boden, schreiend, fiel der Mann! <br />
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Und mit den arg zerfetzten Netzen <br />
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Wird er kein Vöglein mehr verletzen. <br />
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Merke: Garn, für Gimpel stark genug, <br />
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Hemmt nicht des Königsadlers Flug. <br />
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=='''Lieder des Herzens / Liebeslieder'''==
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In dieser Rubrik finden sich jene seltenen Stücke, die Walter nicht für Märkte, Tavernen oder Feste schrieb, sondern für einzelne Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen. Diese Lieder sind persönlicher, leiser und oft in seinem heimischen Dialekt gehalten. Sie erzählen nicht von Heldentaten oder großen Ereignissen, sondern von Nähe, Zuneigung und den stillen Momenten, in denen ein Barde nicht für die Welt singt – sondern für ein einziges Herz. Manche dieser Lieder trägt Walter nur im kleinen Kreis vor, andere bleiben fast geheim und werden nur denen anvertraut, die ihm wirklich etwas bedeuten.
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<div class="NavHead">Für mien Leevje</div>
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'''Hinweis:''' '''"För mien Leevje" ist ein persönliches Liebeslied, das Walter im Küstendialekt des Vellschen Städtebundes verfasst hat. Er schrieb es für Sprosse in einer stillen Stunde am Hafen von Vellhafen. Walter singt dieses Lied nicht öffentlich – es gehört zu den wenigen Stücken, die er nur im kleinen Kreis oder allein für die Person vorträgt, der sie gelten. Eine Fassung für Nicht‑Plattsprecher folgt im Anschluss.'''
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Wenn ik di seh, du mien leeve Deern,  <br />
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is vull mien Hart un leddig mien Hirn.  <br />
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Wenn ik in dien Ogen kiek, <br />
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warrt mi so warm – wat is dat för’n Trick? <br />
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Föhl bloot Glück un schöön Shiet,  <br />
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gah bloot nienich weg, man nimm mi mit. <br />
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Wenn mien Hand du höllst, warrt mi so warm, <br />
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mien Hart kloppt los – dat maakt Alarm. <br />
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Mien Mund so dröög, bün opgeregt,  <br />
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wat dat Geföhl sik ümmer legt? <br />
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Föhl bloot Glück un schöön Shiet,  <br />
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gah bloot nienich weg, man nimm mi mit. <br />
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Wenn du mi küsst, mien sööt Maid, <br />
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vergeet ik Ruum, vergeet ik Tied. <br />
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Steih dor as ’n Mast in’n Winterwind,  <br /> 
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de nich mehr weet, woneem he begint.  <br />
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Föhl bloot Glück un schöön Shiet,  <br />
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gah bloot nienich weg, man nimm mi mit.  <br />
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'''Für Nicht-Plattsprecher'''
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Wenn ich dich seh, du min leeve Deern, <br /> 
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ist voll mein Herz und leer mein Hirn. <br /> 
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Wenn ich in deine Augen kiek, <br /> 
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wird mir so warm- was ist das fürn Trick. <br /> 
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Fühle nur Glück und schönen Shiet, <br /> 
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geh bloß nie weg, sondern nimm mich mit. <br /> 
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Wenn meine Hand du hältst, wird mir so warm, <br /> 
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mein Herz klopft los, es macht Alarm, <br /> 
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Mein Mund so trocken, bin aufgeregt, <br /> 
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ob das Gefühl sich jemals legt? <br /> 
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Fühle nur Glück und schönen Shiet, <br /> 
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geh bloß nie weg, sondern nimm mich mit. <br /> 
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Wenn du mich küsst, meine süße Maid, <br /> 
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vergesse ich Raum, vergess ich Zeit.  <br /> 
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Steh da stocksteif, wie ein Mast im Winterwind<br /> 
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der nicht mehr weiß, wo er beginnt. <br /> 
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Fühle nur Glück und schönen Shiet, <br /> 
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geh bloß nie weg, sondern nimm mich mit. <br /> 
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=='''Hymnen und Festlieder'''==
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In diesen Stücken besingt Walter jene besonderen Augenblicke, in denen eine Gemeinschaft zusammenkommt: Feste, Wettbewerbe, Ehrentage und all die Momente, die Vellhafen und seine Menschen prägen. Manche dieser Lieder wurden eigens für große Feiern geschaffen, andere haben sich wie von selbst zu Hymnen entwickelt, weil sie von vielen Stimmen getragen wurden. Sie klingen nicht nur in Tavernen, sondern auf Plätzen, bei Umzügen und überall dort, wo das Herz der Stadt schlägt.
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<div class="NavHead">Wir sind freie Vellsche Städte ... </div>
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'''''Hinweis: "Wir sind freie Vellsche Städte ..." ist die heutige Hymne des Vellhafener Städtebundes.'''''<br />
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'''''Die Hymne besingt die Freiheit der Städte und ihren Zusammenhalt am Meer.'''''<br />
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Singend steh'n wir hier beisammen und geben allen kund,<br />
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unsere geliebte Heimat ist der Vellsche Städtebund.<br />
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Unsere Städte liegen am Meer und wir sind frei,<br />
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von der lang ertrag'nen Adelstyrannei.<br />
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Wir gehorchen keinem Kaiser, keinem König, keinem Graf,<br />
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hier sorgen gewählte Oldermänner für uns'ren ruhigen Schlaf.<br />
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Wir sind frei wie das Meer, wir sind frei wie der Wind,<br />
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sind froh, dass die Adligen im Grauland verblieben sind.<br />
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Der schöne Vellsche Adler, unser Flaggschiff, unser Stolz,<br />
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gebaut mit Sachverstand und Liebe aus eisenhartem Holz.<br />
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Er verteidigt unsere Städte, bewacht das ganze Meer, <br />
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Feinde und Piraten haben keine Chance mehr. <br />
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Wir haben uns geschworen, trotz Sturm und kalter Flut,<br />
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treu stehen wir zur Heimat, sie liegt uns heiß im Blut.<br />
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Am Meer sind wir geboren, am Wasser leben wir,<br />
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und so die Götter wollen, so sterben wir auch hier.<br />
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Mindans, Regga, Hammabourg und auch Novgora,<br />
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wir sind freie Vellsche Städte und das ist wunderbar!<br />
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Auch Lerbreck, Ismar und Strelasa singt es immerdar,<br />
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wir sind freie Vellsche Städte und das ist wunderbar!<br />
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Vellhafen, Orstoc, Brembourg das ist doch sonnenklar, <br />
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wir sind freie Vellsche Städte und das ist wunderbar! <br />
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<div class="NavHead">So frei ... </div>
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'''''Hinweis: Entstanden anlässlich der feierlichen Freilassung des von der Falknerin Margaretha Plankner aufgepäppelten Adlers Aetós.''''' <br />
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'''''Das Lied wurde beim großen Adlerfest vorgetragen, das von den Vellschen Einnetzadlern in Zusammenarbeit mit dem Vellhafener Kurier ausgerichtet wurde.''''' <br />
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Ein Adler muss fliegen, so frei, so frei,<br />
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dort droben am Himmel an den Wolken vorbei, <br />
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Ein Adler muss fliegen, hoch und noch höher hinauf,<br />
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fast bis zur Sonne, schwingt er sich auf. <br />
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Der Adler muss fliegen, stolz und unbeschwert, <br />
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mit gar scharfen Krallen ist der Vogel bewehrt. <br />
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Ein Adler muss fliegen, wachsam und munter, <br />
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hat er Beute erspäht, dann stürzt er hinunter. <br />
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Ein Adler muss fliegen, pfeilschnell und genau, <br />
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die Beute fangen, bevor sie verschwindet im Bau. <br />
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Ein Adler muss fliegen, lasst ihn frei, so frei, <br />
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ihr habt ihn großgezogen, doch nun ist es vorbei. <br />
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Ein Adler muss fliegen, so frei, so frei, <br />
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dort droben am Himmel an den Wolken vorbei. <br />
 
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<div class="NavHead">Das Lumpensammlerlied des Willem Willink</div>
 
<div class="NavHead">Das Lumpensammlerlied des Willem Willink</div>
 
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'''Hinweis: "Das Lumpensammlerlied des Willem Willink" ist ein Gassenlied über einen Lumpen- und Hadersammler aus Vellhafen. Walter schrieb es nach einer Begegnung mit dem realen Willem Willink. Das Lied zeichnet ein humorvolles aber ehrliches Bild seines harten Alltags und gehört zu Walters bekanntesten Stücken über das Leben der einfachen Leute. '''
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Mein Gott Pares hat mich verdammt auf Erden, <br />
 
Mein Gott Pares hat mich verdammt auf Erden, <br />
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<div class="NavHead">Anne Samthaut und der hungrige Bilibo</div>
 
<div class="NavHead">Anne Samthaut und der hungrige Bilibo</div>
 
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'''Hinweis: "Anne Samthaut und der hungrige Bilibo" ist ein humorvolles Erzählgedicht über die Halblingsfrau Anne Samthaut aus Altpforten und den Halbling Bilibo Binsofroh aus Huggelshausen. Das Lied beschreibt auf augenzwinkernde Weise, wie ihre gemeinsame Liebe zu Kuchen und Torten sie zusammenführte und schließlich zu einer kleinen Familie werden ließ. Es gehört zu Walters heiteren Stücken über das Alltagsleben einfacher Leute.'''
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Anne Samthaut , Halblingsfrau aus Altpforten , <br />
 
Anne Samthaut , Halblingsfrau aus Altpforten , <br />
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da nannte er sich einen Dichter <br />
 
da nannte er sich einen Dichter <br />
 
und blieb den ganzen Tag daheim. <br />
 
und blieb den ganzen Tag daheim. <br />
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Da war einst ein Krieger in '''Eisentrutz''',<br />
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der haute im Gasthaus enorm auf den Putz,<br />
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Der Schanktisch der wackelt, der Wirt nicht lang fackelt<br />
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haute einmal nur zu, da gab er dann Ruh,<br />
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der Krieger, der trunkene Nichtsnutz.<br />
  
  
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Da war einst ein Fleischer in '''Ismar''', <br />
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dessen Ware einfach nur Mist war, <br />
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seine Würste schmeckten zum Kotzen, <br />
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da taten die Kunden oft motzen, <br />
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sein Name war Thönn Jes, war ja eh klar. <br />
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Einen Burschen aus '''Mindans''' quälte das Verlangen, <br />
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zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
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Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
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da hat er vor Angst in die Buxe geschissen, <br />
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und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
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Ein Bäckergeselle aus '''Lerbreck''', <br />
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der traf auf ner Wiese nen Heuschreck. <br />
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Da rastetete er wild und doll aus, <br />
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landete - logisch - im Tollhaus. <br />
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Die Lerbrecker sagen: Nu isser weg, der Jeck!<br />
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Theodius, ein Geweihter aus '''Breggans''', <br />
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fing einst eine Schneegans, <br />
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Er wollte sie rupfen, braten und essen, <br />
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doch er hat dabei ganz vergessen: <br />
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Er lebt ja streng nach Vegans! <br />
  
 
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für Salami war er immer bereit,  <br />
 
für Salami war er immer bereit,  <br />
 
und verschlang sie rasant wie'n Tsunami.  <br />
 
und verschlang sie rasant wie'n Tsunami.  <br />
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<div class="NavHead">Eiskönigreich</div>
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Da war einst ein Drache im Eise, <br />
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der machte sich auf die Reise, <br />
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von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
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"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
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der Drache zog wieder ab, das war weise. <br />
  
 
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Aktuelle Version vom 21. Mai 2026, 13:04 Uhr


Inhaltsverzeichnis

Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Lieder des Herzens / Liebeslieder

In dieser Rubrik finden sich jene seltenen Stücke, die Walter nicht für Märkte, Tavernen oder Feste schrieb, sondern für einzelne Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen. Diese Lieder sind persönlicher, leiser und oft in seinem heimischen Dialekt gehalten. Sie erzählen nicht von Heldentaten oder großen Ereignissen, sondern von Nähe, Zuneigung und den stillen Momenten, in denen ein Barde nicht für die Welt singt – sondern für ein einziges Herz. Manche dieser Lieder trägt Walter nur im kleinen Kreis vor, andere bleiben fast geheim und werden nur denen anvertraut, die ihm wirklich etwas bedeuten.

Hymnen und Festlieder

In diesen Stücken besingt Walter jene besonderen Augenblicke, in denen eine Gemeinschaft zusammenkommt: Feste, Wettbewerbe, Ehrentage und all die Momente, die Vellhafen und seine Menschen prägen. Manche dieser Lieder wurden eigens für große Feiern geschaffen, andere haben sich wie von selbst zu Hymnen entwickelt, weil sie von vielen Stimmen getragen wurden. Sie klingen nicht nur in Tavernen, sondern auf Plätzen, bei Umzügen und überall dort, wo das Herz der Stadt schlägt.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Schmäh- und Spottlieder

Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.