Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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Muss ihr ja doch noch die Arme brechen, <br />
 
Muss ihr ja doch noch die Arme brechen, <br />
 
Dann bin ich frei, so lautete euer Versprechen!" <br />
 
Dann bin ich frei, so lautete euer Versprechen!" <br />
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<div class="NavHead">Havlind, die Möwe </div>
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'''''Hinweis: Dieses Lied stammt nicht aus der Feder des Barden Walter von der Salzwiese. Es ist ein Erbstück seiner Mutter Irina, die als „Lerche aus Ismar“ bekannt war und es häufig sang. Walter übernahm es später in sein Repertoire und machte es in Vellhafen und Umgebung bekannt. '''''  <br />
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Von Havlind, der Möwe, will ich für euch singen,<br />
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von der Magie, die sie nach Ismar gebracht,<br />
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auf silbernen Schwingen,<br />
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inmitten der Nacht.<br />
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Havlind, die Schwester aus dem fernen Licht,<br />
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wenn das Meer tobt und die Welle bricht,<br />
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wenn die Schiffe drohen, unterzugehen,<br />
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dann kann Havlind die Götter sehen.<br />
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Sie schwebt hoch oben über dem stürmischen Geschehn,<br />
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ihr Flug ist ein Lied, das die Winde drehn.<br />
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Es legt sich der Sturm, das Wasser wird still —<br />
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das alles geschieht, weil Havlind es will.<br />
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Mit sanfter Magie hat sie Wind und Wellen geführt,<br />
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die Seeleute im Sturm haben etwas gespürt.<br />
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Eine Ahnung von Schicksal und höherer Macht, <br />
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die ihnen hier die Rettung gebracht. <br />
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Doch Havlind, die hat niemand gesehn,<br />
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still ließ sie dieses Wunder geschehn.<br />
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Havlind, die Möwe klein und unerkannt,<br />
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hat sie die Menschen geschützt, den Sturm gebannt. <br />
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Sie wacht über das Meer und Insel, die meine Heimat ist.<br />
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Sie will, dass ihr glaubt — aber nicht wisst.<br />
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Havlind, Wächterin über Salz und Zeit, <br />
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bringt Sanftmut und Frieden, ihr Ruf trägt weit. <br />
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<div class="NavHead">Flocke, mein verrücktes Schaf</div>
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'''''Hinweis: Eine humorvolle Volksballade aus Ismar, die von den Eskapaden des berüchtigten Salzwiesen-Schafs ‚Flocke‘ erzählt. Das Lied gilt als eines der beliebtesten Werke Walters und wird häufig auf Märkten und in Schenken vorgetragen '''''  <br />
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Lady Flocke,  die verrückte Socke, ist mein Lieblingsschaf,<br />
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dabei ist sie alles andere, nur niemals lieb und brav. <br />
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Ihre Neugier treibt sie ständig in neue Abenteuer,<br />
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so langsam aber sicher wird das für mich mächtig teuer. <br />
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Was sie erlebt, das wollt ihr hören? Wird gemacht! <br />
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Hört mir nur zu und wehe jemand lacht! <br />
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Just vor drei Tagen ist Flocke ins Badehaus gegangen, <br />
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im warmem Wasser einmal tauchen, das war ihr Verlangen.<br />
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Sie blökte vor Vergnügen: "Mäh!", doch die Menschen  machten "Bäh!" <br />
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Denn Flocke hat ohne schlechtes Gewissen, einfach in die Bütt geschissen. <br />
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Die Strafe die betrug drei Gulden, <br />
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gehört ab sofort zu meinen Schulden.<br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Am nächsten Tag ging sie zum Schmied, ganz ungeniert. <br />
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Auf der Werkbank lag sein Werkzeug, gut sortiert. <br />
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Flocke stupste mit der Nase sacht, <br />
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wie so ein Schaf das nun mal macht, <br />
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das gute Werkzeug ins Schmiedefeuer, <br />
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verdammt, es war so gut und teuer! <br />
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Der Schmied, der fluchte wie ein Bär,<br />
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doch Lady Flocke nahm es nicht schwer.<br />
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Sie blökte stolz: "Das wollt’ ich schon,<br />
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ein Werkzeug mit ’nem neuen Ton!"<br />
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Nun schulde ich dem Schmied drei Gulden und neun Taler,<br />
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mein Vermögen wieder schmaler. <br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Gestern dann, oh welch ein Graus, <br />
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büxte sie zum Hafen aus. <br />
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Sie stand auf einem Fischerboot, <br />
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als wär’s ihr Platz – ganz ohne Not. <br />
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"Bei allen Göttern! Was ist das?" <br />
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schrie der Fischer und wurde blass. <br />
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Und wieder zahl ich – ach du Schreck – <br />
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denn der halbe Fang war weg.<br />
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Flocke hatte zerkaut das Netz,<br />
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und den Fischer so entsetzt.<br />
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Er wollte für den Schaden fünfzehn Gulden,<br />
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Flocke erhöht so meine Schulden.<br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Nun muss ich gucken wo sie ist, <br />
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sie macht bestimmt schon wieder Mist.<br />
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Oh Graus, sie ist bei meinen Bäcker <br />
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und blökt: "Das Brot! Es riecht so lecker!<br />
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Kaum bin ich dort angekommen, <br />
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hab ich dem Geschrei entnommen,<br />
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zu spät, es ist passiert, <br />
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Flocke steht da ungerührt,<br />
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mit Krümeln von dem Brot verziert.<br />
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Der Bäcker brüllt: "Kein Brot mehr, alle müssen schmachten,<br />
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dieses Schaf solltest du schlachten!<br />
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Den Schaden, den bezahlst du mir,<br />
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zwanzig Gulden will ich - jetzt und hier!" <br />
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'''Refrain:''' <br />
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''Oh Flocke, du geliebtes, doch verrücktes Schaf,''<br />
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''sei doch endlich einmal brav.''<br />
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''Mein Geldbeutel wird leer und leerer,''<br />
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''und meine Sorgen immer schwerer.''<br />
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''Statt zu grasen auf der Wiese,''<br />
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''lautet stets deine Devise:''<br />
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''"Mäh! Ich muss los - will Abenteuer!"''<br />
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''Doch für mich wird es zu teuer.''<br />
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Nun steh ich hier, erzähle euch meine Sorgen.<br />
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Kein Gold mehr im Beutel, musste mir schon was borgen.<br />
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Doch Lady Flocke, das verrückte Tier,<br />
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soll ich schlachten? Nein, sie bleibt bei mir! <br />
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Hab sie mit der Flasche ernährt, als Lämmchen, mutterlos, <br />
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und dachte, dieses Wollknäuel kriegst du schon groß. <br />
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Das habe ich geschafft, nun ist sie ein stolzes Schaf, <br />
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und ich hab sie lieb, auch wenn sie nicht so brav. <br />
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seine Würste schmeckten zum Kotzen, <br />
 
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da taten die Kunden oft motzen, <br />
 
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sein Name war Thönn Jes, das war ja eh klar. <br />
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Einen Burschen aus '''Lerbreck''' quälte das Verlangen, <br />
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Einen Burschen aus '''Mindans''' quälte das Verlangen, <br />
 
zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
 
zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
 
Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
 
Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
 
da hat er vor Angst in die Buxe geschissen, <br />
 
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und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
 
und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
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Ein Bäckergeselle aus '''Lerbreck''', <br />
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der traf auf ner Wiese nen Heuschreck. <br />
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Da rastetete er wild und doll aus, <br />
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landete - logisch - im Tollhaus. <br />
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Die Lerbrecker sagen: Nu isser weg, der Jeck!<br />
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Theodius, ein Geweihter aus '''Breggans''', <br />
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fing einst eine Schneegans, <br />
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Er wollte sie rupfen, braten und essen, <br />
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doch er hat dabei ganz vergessen: <br />
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Er lebt ja streng nach Vegans! <br />
  
 
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von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
 
von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
 
"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
 
"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
da zog der Drache wieder ab, das war weise. <br />
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der Drache zog wieder ab, das war weise. <br />
  
 
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Aktuelle Version vom 20. April 2026, 15:29 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Schmäh- und Spottlieder

Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.