Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

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Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen '''„Die Lerche aus Ismar“''' bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.
 
Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen '''„Die Lerche aus Ismar“''' bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.
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'''Hinweis'''
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Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind)  — aus meiner eigener Feder.
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Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica
  
 
=='''Balladen'''==  
 
=='''Balladen'''==  
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Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.
  
 
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Und tief in ihr drinnen, verborgen und sacht,<br />
 
Und tief in ihr drinnen, verborgen und sacht,<br />
 
lebt weiter die Liebe bei Tag und bei Nacht.<br />
 
lebt weiter die Liebe bei Tag und bei Nacht.<br />
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<div class="NavHead">Der treue Hund</div>
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Ihr Leute, lasset mich berichten, <br />
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von gar wundersamen Geschichten, <br />
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Eine tue ich Euch nun kund, <br />
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sie ist zu Orstoc einst geschehen, <br />
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und ihr Held, das war ein Hund. <br />
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Ein reicher Bauer mit dem Namen Friedrich Klein, <br />
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kehrte nach dem Marktbesuch in ein Wirtshaus ein. <br />
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Er hatte Vieh verkauft, trug bei sich den Erlös, <br />
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Das rochen in der Schenke zwei Räuber, bitterbös. <br />
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Als nun der reiche Bauer des Nachts zu Bette ging, <br />
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beschlossen diese Räuber zu drehen ein schlimmes Ding. <br />
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Sie schlichen im Gasthaus in seine Kammer hinein, <br />
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und drangen mit ihren Messern bedrohlich ein auf Friedrich Klein.<br />
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Schon packten ihn die Schlimmen, an seiner bloßen Kehle, <br />
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da schrie mit letzten Kräften, Friedrich die Angst sich von der Seele <br />
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Das hörte im Stalle, nicht sein Knecht aber der treue Hund, .<br />
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er riss sich von der Kette und schon er in der Kammer stund <br />
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bevor die Mörder die Messer setzten an, <br />
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er stürzt sich auf die Kerle und rettet so den Mann. <br />
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Da ward überwältigt, die böse Mörderbrut, <br />
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zu Orstoc, auf dem Richtblock, da floss zum Lohn ihr Blut. <br />
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Doch in dem Kampf fügten sie dem treuen Tier zu eine böse Wund. <br />
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Und schon am nächsten Tage da starb der arme Hund. <br />
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Es setzt in seinem Garten, der Bauer Klein.<br />
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dem treuen braven Hunde aus Marmor einen Stein.<br />
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Darauf stand geschrieben dieses hier: <br />
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Viel treuer als die Menschen ist oft ein Hundetier.
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<div class="NavHead">Die Geschichte vom Räuber Hannes</div>
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Es sagt einst ein Kind zur seiner Großmama: <br />
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"Wenn ich erwachsen bin, was werd ich da?  <br />
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Hab wenig Lust auf Feldarbeit. Kann ich vielleicht ein Räuber sein? <br />
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Muss wenig tun, nur ein bisschen rauben. Das wär' einfach und sehr fein." <br />
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Die Alte wiegt besorgt den Kopf, streichelt sanft den Enkelsohn. <br />
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"Ich erzähl dir 'ne Geschichte, die beantwortet deine Frage schon." <br />
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Lehnt sich zurück, dann hebt sie an und sie erzählt, <br />
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die Geschichte vom Räuber Hannes hat sie gewählt. <br />
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Durch des Waldes düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfaden  <br />
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wandelt eine Magd zum Markt nach Vellhafen mit schmerzenden Waden. <br />
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Hui, da plötzlich stürmt des Banditen kühner Sohn aus dem Geheg, <br />
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scharf bewehrt bis an die Zähne, und vertritt ihr flugs den Weg. <br />
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"Seid Ihr", fragt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll, <br />
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"nicht vielleicht der Räuber Hannes, der allhier grassieren soll?" <br />
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"Ja, ich bin´s, du Unglücksel´ge, ja, ich bin´s, der sich dir zeigt, <br />
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und du bist diejen´ge, welche sich nun vor mir verneigt. <br />
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Denn mit hochwillkomm´ner Beute nahst du mir zu guter Stund!" <br />
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Sprachs und nahm ihr weg den Korb, durchwühlt ihn schnell bis auf den Grund. <br />
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Und wie Schuppen von den Augen fällt´s der schlichten Magd sogleich: <br />
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"Ihr seid Hannes!", ruft sie bleich. "Bin es!" spricht der Räuber weich. <br />
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"Bin´s und sage dir noch dieses: ich töte dich du dummes Weib, <br />
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bringst du mir nicht auf dem Rückweg Gold, ramm ich meinen Dolch in deinen Leib." <br />
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Die Magd wird blass und blässer und eilt zum Markt, sucht den Büttel Reodan, <br />
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findet ihn, fragt ängstlich dann, ob er ihr wohl helfen kann. <br />
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Jener stimmt zu, sie zu begleiten, denn den Räuber will er fangen, <br />
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baumeln soll der Räuber Hannes, an dem Galgen soll er hangen. <br />
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Gesagt, getan und aus dem Walde eilt der Hannes schnell heran, <br />
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denn er sieht nur das Mägdelein und nicht den guten Reodan. <br />
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Jener hat sich vorher schon gut versteckt hinter einer dicken Eich, <br />
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er springt heraus, macht sich ganz groß und packt sogleich, <br />
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dann den Räuber Hannes fest am Arm und am Halse an, <br />
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damit der Bösewicht dem harten Griffe nicht entweichen kann. <br />
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"Schurke! Hab dich!" so donnert er, <br />
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"Nun entkommst du mir nicht mehr!" <br />
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"Mit des Seilers Tochter mach ich dich bekannt, <br />
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aufatmen wird das ganze Land." <br />
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Und die Moral von der Geschicht? <br />
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Werde besser Räuber nicht, <br />
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Sonst landet man am Ende nur an einem Strick und baumelt dann im Wind. <br />
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Drum werde artig und bleib brav, sonst kommt Reodan mein Kind. <br />
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<div class="NavHead">Die Vogelscheuche Martha Stroh</div>
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Die Vogelscheuche Martha Stroh, wurd' ihres Daseins nicht mehr froh.<br />
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Denn es war nun einmal so, ein Strohhalm piekste sie am Po.<br />
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Sie fand es schrecklich, musste weinen, so schlimm juckte es der Kleinen.<br />
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Denn, auch eine Scheuche hat ein Recht auf einen - unversehrten Po, sollte man meinen.<br />
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Da kam ein Zwerg am Feld vorbei, hörte sogleich das Wehgeschrei.<br />
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"Mach doch hier nicht so' n Bohei! Trink dir nen Schnaps oder auch zwei."<br />
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"Was kannst es denn so Schlimmes geben, dass du so greinst wie um dein Leben?<br />
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Oder trinkt den vergorenen Saft der Reben, das wird deine Stimmung heben!"<br />
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"Törichter Zwerg, was rätst du mir da, kleiner Mann? Fast wie der Mönch vorhin, der riet zu Baldrian.<br />
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Doch musst doch sehen, dass ich nichts trinken kann, schau einfach meinen Mund mal an!"<br />
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Der Zwerg guckt Martha böse an und ganz brüskiert, "Töricht sagst du?" Er holt aus und hat ihr einfach eine geschmiert,<br />
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Martha erbebt als sie die Ohrfeige kassiert und durch die Erschütterung den Pieksehalm am Po verliert!<br />
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Martha ganz gücklich, kann's kaum fassen: "Hab Dank, mein Retter. Das pieksige Stroh hat mich verlassen!<br />
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"So lass ich mir gerne eins verpassen, wenn dann die Pieksehalme meinen Po in Frieden lassen!"<br />
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Der Zwerg schaut verdutzt auf seine Hände, sichtlich erstaunt über dieses glückliche Ende,<br />
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"Gern geschehen, Vogelscheuche! Nun wach du wieder über das Gelände, Und sag jedem Vogel, dass besser er verschwände."<br />
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<div class="NavHead">Die glutäugige Susanne</div>
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Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, "<br />
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das Kind ist nun erwachsen bald,"<br />
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wir geben sie zu einem Manne,"<br />
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denn sonst ist sie schon bald … zu alt."<br />
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Ein reicher Händler war der erste Kandidat, "<br />
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er schien dem Vater eine gute Partie, "<br />
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auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, "<br />
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Die Mutter meint: „Den nimmt das Kind doch nie!“ "<br />
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Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, "<br />
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er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, "<br />
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doch biss der Hund ihn in die Waden, "<br />
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er roch wohl nicht besonders gut? "<br />
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Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, "<br />
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denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne."<br />
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Der Vater tobt: „Hast du denn gar kein Gewissen? "<br />
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Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!“ "<br />
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Susanne schmollt: „Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!“ "<br />
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Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. "<br />
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Der Vater schreit: „Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? "<br />
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Ich stand beim Händler doch im Wort!“ "<br />
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Susanne tobt und weint und schmollt, "<br />
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umarmt den Vater stumm."<br />
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sie mag nicht wenn der Vater grollt "<br />
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und hofft sie stimmt ihn um. "<br />
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„Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr“, "<br />
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hört es der Vater in seinen Ohren hallen. "<br />
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„Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr,"<br />
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doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen.“"<br />
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„Papperlapapp!“ sagt der Vater geschwind,"<br />
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„Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position"<br />
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so kommst du mir nicht davon, mein Kind,"<br />
 +
den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn.“"<br />
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Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar,"<br />
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schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen,"<br />
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wurde durch Dritte die Geschichte gewahr,"<br />
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und meinte sofort: „Da muss was geschehen!“"<br />
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Flugs suchte er den Vater der Holden auf in seinem Kontor,"<br />
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der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht"<br />
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Der Jüngling trat mutig und beherzt davor,"<br />
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„Gebt mir Susanne zu Weibe“ verlangte er schlicht."<br />
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Der Vater Susannchens guckt bass erstaunt,"<br />
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auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande"<br />
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weil Kandidat Susannens Gnade fand, war schon übel er gelaunt,"<br />
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des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande."<br />
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Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen,"<br />
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der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
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der Vater hat Susanne dann barsch befohlen"<br />
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„Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!“"<br />
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Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,"<br />
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glaubt ihren Augen nicht zu trauen,"<br />
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„Gut, ihn nehme ich“ hat sie dann leis geraunt"<br />
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und kann nicht aufhören mit Schauen."<br />
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Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es gar nicht fassen."<br />
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Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin,"<br />
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„Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen.“"<br />
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Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn."<br />
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Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht,"<br />
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weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt,"<br />
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die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht,"<br />
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es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest,"<br />
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Doch die Moral von der Geschicht',"<br />
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die es ja immer geben muss,"<br />
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die verrate ich euch noch nicht,"<br />
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denn für heut ist erst Mal Schluss."<br />
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Ein ander Mal bin ich dann da "<br />
 +
und singe euch, was noch geschah,"<br />
 +
mit der glutäugigen Susanne "<br />
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und ihrem blondgelockten Manne."<br />
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Bis dahin, ihr lieben Leut',"<br />
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geduldet euch .. bin durch für heut'! "<br />
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<div class="NavHead">Markgraf Berenhard der Laute</div>
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Der Markgraf Berenhardt der Laute, hat uns unser Kind geraubt,<br />
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von Isenburg zur Festung hinauf, wo man sie zu seh'n geglaubt.<br />
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Nehmt die Fackel brave Leut', helft, dass man sie wieder find'.<br />
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Keine Hoffnung gibt's ihr Braven, dort regieren Schwert und Wind.<br />
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Auf dem Turme hört man's klagen, sind das dort droben unsre Frau'n?<br />
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Die, die ihr lebt dort in der Stadt Isenburg, tut auf eure Brut gut schau'n!<br />
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<div class="NavHead">Sven der Rote auf der Suche</div>
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Sven der Rote saß beim nem Met, <br />
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überlegte wie es nun weitergeht. <br />
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Warf den Becher voll Wut an die Wand!<br />
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Er schrie: "Ich zieh mir ein Weibsbild an Land. <br />
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Rothaarig, stolz mit schwellender Brust soll sie sein <br />
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und gehören soll sie nur mir allein!" <br />
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Sven der Rote, sprang auf, ging fort, <br />
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suchte die Frau erst hier, dann dort. <br />
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Doch keine der Frauen, die er traf. war so wie erdacht, <br />
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wie das schöne Bild, was sich in seinem Kopf breitgemacht. <br />
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Eines Tages aber, Sven der Rote war Gast hier in diesem Haus, <br />
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fielen ihm beinah die Augen heraus. <br />
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Denn es kam eine Frau mit rotem Haar und schwellender Brust hinein, <br />
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setzte sich an einen Tisch und trank ein Glas Wein. <br />
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Sven sprang auf, war himmlisch entzückt <br />
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und vor lauter Liebeswahn beinah verrückt. <br />
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Er ging zum Tische, sprach: "Du Schöne sei mein, <br />
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willst du bitte mein Augenstern sein?"<br />
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 +
Die Frau sah Sven den Roten zunächst schweigend nur an, <br />
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doch dann, dann hat sie plötzlich etwas getan. <br />
 +
Sie schüttelt wild den Kopf und dann dem Sven den Wein ins Gesicht, <br />
 +
"Was willst du von mir, du Tropf" hat sie dabei laut gezischt.<br />
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"Lass mich in Frieden besoffener Nordmann, <br />
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sonst zeig ich dir mal, was ne Nordfrau so kann!"<br />
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Und die Moral von der Geschicht? <br />
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Belästige hübsche Nordahejmra nicht, <br />
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willst du keinen er Wein im Gesicht,<br />
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denn der landet bei dir auf Bart und dem Kopf, <br />
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und alle lachen laut über dich, du armer Tropf.<br />
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<div class="NavHead">Der Zwerg und die drei Prüfungen</div>
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'''''Hinweis: Diese Ballade basiert lose auf einem derben irdischen Witz, der in Mittelalterforen kursiert.'''''  <br />
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'''''Die gereimte Fassung stammt von Tica.'''''<br />
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Da waren wilde Orks, ein Trupp, ein schlimmer,  <br />
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sorgten beim Gegner für Gewimmer, <br />
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Sie fingen einen Menschen ein  <br />
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und auch ein grimmig Zwergelein.  <br />
 +
Sowie 'nen Elf mit seinem Bogen,  <br />
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haben sie an Land gezogen.  <br />
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Der Ork-Anführer sprach zu den dreien: <br />
 +
"Wenn ihr euch selbst wollt befreien, <br />
 +
ihr müsst tun drei Dinge schwer, <br />
 +
schafft ihr's nicht, lebt ihr nicht mehr. <br />
 +
Schafft ihr jedoch alle drei, <br />
 +
dann lass ich euch tatsächlich frei!" <br />
 +
 +
"Das erste Ding: Ihr müsst viel saufen, <br />
 +
und dann ohne lang' verschnaufen, <br />
 +
das zweite Ding: 'nem Bär die Pranken brechen, <br />
 +
das sein sehr schwer, ich kann versprechen. <br />
 +
Das dritte Ding: Ihr kriegt ein Jüngferlein, <br />
 +
nach eurem Besuch sie darf keins mehr sein! <br />
 +
Also was ist? Wollt machen ihr? <br />
 +
Dann geht in diese Zelte hier!" <br />
 +
 +
Der Elf strafft sich, steht und geht <br />
 +
ins erste Zelt mit 'nem Fass Met. <br />
 +
Er säuft und säuft, kein Met gewöhnt, <br />
 +
Wankt halbtot raus, er kotzt und stöhnt. <br />
 +
Die Orken kennen kein Erbarmen, <br />
 +
erschlagen ihn, den Elf, den Armen. <br />
 +
 +
Der Mensch, ein großer Kriegersmann, <br />
 +
versucht das Met und sieh mal an: <br />
 +
Es geht! Er torkelt zwar, aber er steht. <br />
 +
Die Ork-Anführer nickt und sagt: "War schwer, <br />
 +
nun noch schwerer, geh zum Bär!" <br />
 +
Der Mensch geht rein ins Zelt zum Bär, <br />
 +
doch raus, das kam er nimmer mehr! <br />
 +
Er wurde daraus tot geborgen, <br />
 +
nun ist er ledig aller Sorgen. <br />
 +
 +
Nun geht der Zwerg ganz siegessicher, <br />
 +
ins Zelt zum Met, mit viel Gekicher. <br />
 +
Säuft alles aus, kommt winkend 'raus <br />
 +
und erntet von den Orks Applaus. <br />
 +
Nun zu Ding zwei, dem Bären, <br />
 +
den will der Zwerg nun auch beehren, <br />
 +
die Orken sehen das Zelt wild schwanken, <br />
 +
Nicken, sind ganz in Gedanken an die starken Bärenpranken. <br />
 +
 +
Dann Ruhe und als wär's das normalste Ding auf der Welt, <br />
 +
kommt 'raus der Zwerg, ganz unversehrt aus dem nun stillen Bärenzelt, <br />
 +
"Das wär' geschafft, es war recht schwer, <br />
 +
doch schafft mir nun die Jungfer her, <br />
 +
Muss ihr ja doch noch die Arme brechen, <br />
 +
Dann bin ich frei, so lautete euer Versprechen!" <br />
 +
</div>
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</div>
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<div class="NavFrame collapsed">
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<div class="NavHead">Havlind, die Möwe </div>
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 +
'''''Hinweis: Dieses Lied stammt nicht aus der Feder des Barden Walter von der Salzwiese. Es ist ein Erbstück seiner Mutter Irina, die als „Lerche aus Ismar“ bekannt war und es häufig sang. Walter übernahm es später in sein Repertoire und machte es in Vellhafen und Umgebung bekannt. '''''  <br />
 +
 +
 +
Von Havlind, der Möwe, will ich für euch singen,<br />
 +
von der Magie, die sie nach Ismar gebracht,<br />
 +
auf silbernen Schwingen,<br />
 +
inmitten der Nacht.<br />
 +
 +
Havlind, die Schwester aus dem fernen Licht,<br />
 +
wenn das Meer tobt und die Welle bricht,<br />
 +
wenn die Schiffe drohen, unterzugehen,<br />
 +
dann kann Havlind die Götter sehen.<br />
 +
 +
Sie schwebt hoch oben über dem stürmischen Geschehn,<br />
 +
ihr Flug ist ein Lied, das die Winde drehn.<br />
 +
Es legt sich der Sturm, das Wasser wird still —<br />
 +
das alles geschieht, weil Havlind es will.<br />
 +
 +
Mit sanfter Magie hat sie Wind und Wellen geführt,<br />
 +
die Seeleute im Sturm haben etwas gespürt.<br />
 +
Eine Ahnung von Schicksal und höherer Macht, <br />
 +
die ihnen hier die Rettung gebracht. <br />
 +
 +
Doch Havlind, die hat niemand gesehn,<br />
 +
still ließ sie dieses Wunder geschehn.<br />
 +
Havlind, die Möwe klein und unerkannt,<br />
 +
hat sie die Menschen geschützt, den Sturm gebannt. <br />
 +
 +
Sie wacht über das Meer und Insel, die meine Heimat ist.<br />
 +
Sie will, dass ihr glaubt — aber nicht wisst.<br />
 +
Havlind, Wächterin über Salz und Zeit, <br />
 +
bringt Sanftmut und Frieden, ihr Ruf trägt weit. <br />
 +
 
</div>
 
</div>
 
</div>
 
</div>
  
 
=='''Gassen- und Handwerkslieder'''==
 
=='''Gassen- und Handwerkslieder'''==
 +
 +
In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.
  
 
<div class="NavFrame collapsed">
 
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Zeile 351: Zeile 743:
 
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
 
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
 
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
 
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 +
<div class="NavFrame collapsed">
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<div class="NavHead">Ich liebte ein Mädchen ... </div>
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 +
'''''Hinweis: Dieses Lied basiert auf dem irdischen Stück „Ich liebte ein Mädchen“ von Insterburg & Co. '' ''' <br />
 +
'''''Die antamarisierte Fassung stammt vom Spieler Pyromaniac.'''''
 +
 +
 +
Ich liebte ein Mädchen in Liwa, das war die reinste Diva.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Techuan, das hatte nie ein Röckchen an.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Toapac, dem gab ich meinen Anorak.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Yunava, das war mit ihrer Mutter da.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Pechutli, das fuhr so gerne Wasserski.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Mascunja, das zeigte mir ihr *tralala*<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Ximalcuan, das sah mich immer traurig an.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Punac, dann packte ich den Rucksack.<br />
 +
 +
Mir wurde nämlich Xetoka zu klein ,<br />
 +
so ging ich in die Wüste rein.<br />
 +
 +
Ich liebte ein Mädchen in Kalibah, das sagt ständig oh la la.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Finnekish, das aß am liebsten Tintenfisch.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Kefybeg, das nahm mir meine Stiefel weg.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Yntrein, dem zeigte ich mein Holzbein.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Altersheim, das brachte ich beizeiten heim.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Tarrikum, das war ein wenig andersrum.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Ylgen, das konnte viel vertilgen.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Djerset, dort sind sie alle sehr fett.<br />
 +
Ich liebte ein Mädchen in Esnau, das war wohl meine Traumfrau.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Yrlensbar, das war einfach wunderbar.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Chal'ginn, dort gehe ich nie wieder hin.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in El Bachan, die Rettung war ein Äppelkahn.<br />
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Von nun an war mir auch Eriath zu klein,<br />
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drum stach ich in die See hinein.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Mandoran, das sprach mich dort im Hafen an.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Eisentrutz, das wollte nur mit Kautschukschutz.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Eisenstein, das lud mich in ihr Zimmer ein.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Hälstrond, das war so richtig hellblond.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Hornsandt, das an der Straße ganz vorn stand.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Jotunheim, dem geht wohl jeder auf den Leim.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Belbrück, dort hatte ich ganz schnell Glück.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Berggugg, das soff mit einem Zwergschluck.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Cargnac, zu zweit in einem Schlafsack.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Ismar, in deren Kleid ein Riss war.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Diertal, ich glaube es war viermal.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Echelon, da kam ich grade so davon.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Eisenrose, ach dort ist meine Unterhose.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Bragen, darüber darf ich nichts sagen.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Minenhall, das quatschte wie ein Wasserfall.<br />
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Ich liebte ein Mädchen in Dwimorgrim, da sollte ich mal wieder hin.<br />
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Das sind zwar keine Heldentaten, <br />
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was noch so war, wird nicht verraten. <br />
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<div class="NavHead">Anne Samthaut und der hungrige Bilibo</div>
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Anne Samthaut , Halblingsfrau aus Altpforten , <br />
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buk ständig Kuchen und auch Torten, <br />
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Bilibo Binsofroh, aus Huggelshausen, <br />
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kam, um das Backwerk zu verschmausen.<br />
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Flugs nahm die resolute Anne, den hungrigen Bilibo zum Manne, <br />
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denn ihm schmeckten alle Sorten, ihrer Kuchen und auch Torten.<br />
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Bei so viel Süßem wurde Bilibos Bäuchlein kugelrund, <br />
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bei Anne hatte es sichtlich einen anderen Grund. <br />
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Welchen, konnte man nach neun Monden sehen, <br />
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zu dritt sie durch die Welt nun gehen.<br />
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Mit kleinem Sohn leben sie nun in Veen, <br />
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Mal ehrlich? Ist das nicht wunderscheen? <br />
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Und die Moral von der Geschicht? <br />
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Das tut mir Leid. Die gibt es nicht. <br />
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=='''Schmäh- und Spottlieder'''==
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Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.
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<div class="NavHead">Conte Schiefhals</div>
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'''''Hinweis: Dieses Lied ist eine antamarisierte Bearbeitung des irdischen Volksliedes „O hängt ihn auf“ aus dem 19. Jahrhundert. Die Melodie und Grundstruktur stammen aus der Vorlage, der Text wurde von mir für ein Rollenspielereignis in Vellhafen angepasst. Tica'''''
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Oh hängt ihn auf! Oh hängt ihn auf! <br />
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Oh hängt ihn auf, den Kranz voll Lorbeeren! <br />
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Dich oh Conte, dich oh Conte, dich mit deinem schiefen Hals, dich wollen wir verehren. <br />
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Wir treten, dich - wir treten dich, wir treten dich zu ehren, heut zusammen. <br />
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Wohl in den Leib, wohl in den Leib, wohl in den Leib lodern helle Flammen. <br />
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Du bist ein Vieh, du bist ein vie -, du bist ein vielgeliebter Conte in Vellhafen,  <br />
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Und auch ein Hund, und auch ein hund -, und auch einhundert Jahre sollst schaffen. <br />
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Oh wie gemein, oh wie gemein, oh wie gemeinsam unser Herzen schlagen,  <br />
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Siehst du heut aus, siehst du heut aus, siehst du heut aus den Worten , die wir sagen.  <br />
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Oh wie es riecht, oh wie es riecht, oh wie es riecht nach deinem Ruhm im Lande. <br />
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Aus deinem Mund, aus deinem Mund, aus deinem Mund, oh Conte, kam nie ein Wort der Schande. <br />
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Wir brechen dir, wir brechen dir, wir brechen dir zum Ruhm der Feinde Speere. <br />
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Selbst Hals und Bein, selbst Hals und Bein,  selbst Hals und Beine opfern wir zur Ehre. <br />
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Oh wie es glänzt, oh wie es glänzt, oh wie es glänzt in deinen goldnen Haaren, <br />
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vor Speck und Dreck, vor Speck und Dreck, vor Speck und Dreck soll man dich, oh Conte, stets bewahren. <br />
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=='''Belbrücks'''==
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Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.
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<div class="NavHead">Heiliges Kaiserreich</div>
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Da war einst Mädchen aus '''Bragen''',<br />
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die wollt' was Besonderes wagen.<br />
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Sie sucht nach `nem Gatten im Kurier,<br />
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jetzt hat sie nicht einen, sondern gleich vier,<br />
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die sich täglich übers Essen beklagen.<br />
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Da war mal ein Bauer aus '''Ackerheim''', <br />
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der machte in jeden Satz 'nen Reim. <br />
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Und als sein Haar wurde lichter, <br />
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da nannte er sich einen Dichter <br />
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und blieb den ganzen Tag daheim. <br />
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Da war einst ein Kind in '''Kirchflecken''',  <br />
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das wollte die Welt noch entdecken.  <br />
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Es konnte krabbeln, noch nich´ so gut laufen  <br />
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und purzelte prompt in jeden Misthaufen <br />
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und erschreckte wandernde Recken. <br />
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Da war einst ne Oma aus '''Siebenbrück''',<br />
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der bastelt der Sohn eine feine Krück.<br />
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Hat Oma hocherfreut, <br />
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aber den Sohn hat's gereut,<br />
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denn die Oma haute damit Leute in Stück.<br />
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Da war einst ein Junge aus '''Amartrutz''', <br />
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der nahm immer alle Gauner in Schutz, <br />
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als Mann er studierte, wurd' Rechtsanwalt, <br />
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und die Gauner haben ihn nun bezahlt, <br />
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Und schon nannt' ihn keiner mehr Nichtsnutz.<br />
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Da war einst ein Kerl aus '''Jatzlauken''', <br />
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der wollt nur Trompeten und Pauken, <br />
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denn laute Musik, die liebte er sehr, <br />
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seinen Nachbarn machte das Leben er schwer. <br />
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Sie schimpfen ihn deshalb nen lauten Rabauken. <br />
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Da war einst ein Recke aus '''Bragen''', <br />
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der wollt auch was Besonderes wagen, <br />
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er ging zu einem großen Turnier, <br />
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kam, sah und siegte gegen Vier, <br />
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Gewann dann nen Helm mit Kragen. <br />
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Da war einst der Vater vom Recken aus '''Bragen''', <br />
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der wollte dem Sohn die Teilnahme versagen, <br />
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"Bleib weg vom Turnier!" Wütend er droht: <br />
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"Denn wenn du verlierst, dann bist ja tot!<br />
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Warum willst du dich unbedingt schlagen?" <br />
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<div class="NavHead">Thelessa</div>
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Der gute Fürst aus '''Faelughaven''', <br />
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muss wie jeder in der Nacht auch schlafen, <br />
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um dann sanft in den Schlaf zu gleiten,<br />
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hilft dem gute Fürst beizeiten,<br />
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das Zählen von weißen Schafen.<br />
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<div class="NavHead">Orklande</div>
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Es zogen einst drei Kelten nach Westen,<br />
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zu suchen 'nen Vierten, wenn möglich den Besten,<br />
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sie fanden ihn nah dem '''Orken-Lande''',<br />
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nicht mittig sondern eher am Rande,<br />
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im Eichenbaum sitzend auf Ästen. <br />
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<div class="NavHead">Vellhafener Städtebund</div>
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Da war einst ein Fleischer in '''Ismar''', <br />
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dessen Ware einfach nur Mist war, <br />
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seine Würste schmeckten zum Kotzen, <br />
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da taten die Kunden oft motzen, <br />
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sein Name war Thönn Jes, war ja eh klar. <br />
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Einen Burschen aus '''Mindans''' quälte das Verlangen, <br />
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zur Liebsten zu eilen, auf dem Weg lagen Schlangen. <br />
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Eines von den Dingern hat ihn gebissen, <br />
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da hat er vor Angst in die Buxe geschissen, <br />
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und das Verlangen war ihm gründlich vergangen. <br />
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Ein Bäckergeselle aus '''Lerbreck''', <br />
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der traf auf ner Wiese nen Heuschreck. <br />
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Da rastetete er wild und doll aus, <br />
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landete - logisch - im Tollhaus. <br />
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Die Lerbrecker sagen: Nu isser weg, der Jeck!<br />
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Theodius, ein Geweihter aus '''Breggans''', <br />
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fing einst eine Schneegans, <br />
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Er wollte sie rupfen, braten und essen, <br />
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doch er hat dabei ganz vergessen: <br />
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Er lebt ja streng nach Vegans! <br />
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<div class="NavHead">Königreich Lothrinien</div>
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Da war einst ein Pferdehirt aus '''Belbrück''', <br />
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das war ein rechter Franz im Glück, <br />
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als von der Weide eine Herde Pferde wurde geklaut, <br />
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hat er sich gründlich umgeschaut, <br />
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und brachte sie, heil und am Stück, zurück.<br />
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Da war einst ein Burgherr auf '''Burg Obquell''', <br />
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der fror ganz erbärmlich, trotz Wolle und Fell. <br />
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Der Wind hier oben schneidend und bitterkalt, <br />
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von drinnen die Stimm' seiner Frau erschallt: <br />
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Mein Liebster, an den Kamin, zack zack aber schnell.<br />
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<div class="NavHead">Adelsrepublik Grauland</div>
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Da war einst ne Jungfer aus '''Surquell''', <br />
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und die war ganz besonders schnell. <br />
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Da kam ein Jüngling aus Untermoor, <br />
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der setzte ihr nen Floh ins Ohr, <br />
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und zog sie nieder auf sein Schafsfell. <br />
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<div class="NavHead">Dûn-Reich</div>
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Da war einst ein Hund in '''Tsakmur''', <br />
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der ging allen auf die Hutschnur. <br />
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Weil er bellte und jaulte, immer und stets, <br />
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ging er den Leuten dort schwer auf den Keks. <br />
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Die schickten den Jauler in die Wüste zur Kur.<br />
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<div class="NavHead">Aivarunenlande</div>
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Da war einst ein Aivarune aus '''Qara Qorum''', <br />
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der fummelte sich immer am Ohr rum. <br />
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Seine Frau machte das Gefummel nervös, <br />
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schrie ihn an und wurde ganz bös. <br />
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Er hörte nicht auf, das war ganz dumm. <br />
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<div class="NavHead">Xetoka</div>
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Da war einst ne Dame aus '''Liwa''', <br />
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die war eine rechte Diva, <br />
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trug nur seidene Kleider und Hüte, pompöse, <br />
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Verrückt, ja aber sie war keine Böse. <br />
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Denn das war was, was sie nie war. <br />
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<div class="NavHead">Inoda</div>
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Da war einst ein Knabe aus '''Horami''',  <br />
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aß für sein Leben gerne Salami,  <br />
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Ob morgens, abends, zu jeder Zeit,  <br />
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für Salami war er immer bereit,  <br />
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und verschlang sie rasant wie'n Tsunami.  <br />
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<div class="NavHead">Eiskönigreich</div>
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Da war einst ein Drache im Eise, <br />
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der machte sich auf die Reise, <br />
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von Nordhaar bis zur Stadt '''Eiswind''', <br />
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"Ein Drache!" schrie laut ein Elfenkind. <br />
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der Drache zog wieder ab, das war weise. <br />
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Aktuelle Version vom 12. März 2026, 13:18 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Schmäh- und Spottlieder

Hier versammelt Walter von der Salzwiese all jene Lieder, in denen er mit fröhlicher Frechheit an Kronen, Krägen und Amtsketten zupft. Ob eitler Edelmann, überhebliche Amtsperson oder eine politische Entscheidung, die mehr Schatten als Glanz wirft – niemand ist vor Walters spitzem Humor sicher. Seine Spottlieder sind weniger Anklage als Kunststück: kleine musikalische Sticheleien, die Missgeschicke, Übertreibungen und Fehltritte in heitere Reime verwandeln. Mal neckisch, mal schelmisch, mal überraschend treffend – doch immer mit einem Lächeln, das zeigt, dass selbst die Mächtigen über sich lachen dürfen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.