Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese: Unterschied zwischen den Versionen

Aus AntamarWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen)
(Balladen)
 
(46 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
 
<br>
 
<br>
 
=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
 
=='''Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen'''==  
 
[[Datei:https://eisentrutz.antamar.eu/bilder/held_portrait/69107ad4e7e3d.png|300px|zentriert|Porträt von Walter von der Salzwiese]]
 
  
 
Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
 
Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.
Zeile 13: Zeile 11:
  
 
Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen '''„Die Lerche aus Ismar“''' bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.
 
Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen '''„Die Lerche aus Ismar“''' bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.
 +
 +
'''Hinweis'''
 +
 +
Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind)  — aus meiner eigener Feder.
 +
Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica
  
 
=='''Balladen'''==  
 
=='''Balladen'''==  
 +
Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.
  
'''Das Lied von Brunihild'''
+
<div class="NavFrame collapsed">
 
+
<div class="NavHead">Das Lied von Brunihild</div>
 +
<div class="NavContent">
 
War einst ein kleines Schneiderlein,<br />
 
War einst ein kleines Schneiderlein,<br />
 
das konnt schneidern, mit Stichlein fein.<br />
 
das konnt schneidern, mit Stichlein fein.<br />
Zeile 148: Zeile 153:
 
Betrüge den Verlobten nicht,<br />
 
Betrüge den Verlobten nicht,<br />
 
Eifersucht bei einem Mann,<br />
 
Eifersucht bei einem Mann,<br />
gar schlimme Folgen haben kann!<br />
+
gar schlimme Folgen haben kann!<br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Der Sohn der Maar-Fiar</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
sein Clan längst erloschen, seine Geschichte dieses Lied bewahr. <br />
 +
Die Maar-Fiar waren Jäger, Jäger am Meer, <br />
 +
ihre hölzernen Kanus glitten pfeilschnell umher. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Takoya vom Ostmeer, der stolze Aiva'un, <br />
 +
der verehrte gar sehr Lunin und auch den goldenen Lun, <br />
 +
War nur Lunin, nicht Lun, am Nachthimmel zu sehen, <br />
 +
so wussten die Maar-Fiar: Es ist Zeit, auf die Jagd zu gehen. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Er und die Gefährten schoben ihre Kanus in die Wellen,<br />
 +
im Wissen, das Lunin ihren Weg wird erhellen. <br />
 +
Vier saßen in den Kanus, ob Mann, ob Frau,<br />
 +
zwei lenkten durch die Wogen, zwei spähten hinaus ins Grau. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Mit Netzen und Angeln machten sie reiche Beute, <br />
 +
vom Ausmaß ihres Fangs erzählt man sich noch heute. <br />
 +
Die Speere und Spieße waren stets messerscharf gewetzt, <br />
 +
damit auch Raubfisch, kein Hai ihre Netze zerfetzt. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Die Eroberer und Mörder schlichen heran in dunkler Nacht, <br />
 +
als weder Lunin noch Lun den Himmel bewacht, <br />
 +
sie drangen gewaltsam ein in Takoyas Haus, <br />
 +
löschten zunächst seiner Familie die Lebenslichter aus. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Gefesselt und geknebelt, gezwungen zuzusehen, <br />
 +
wie all die Untaten vor seinen Augen geschehen. <br />
 +
Vom Schmerz wie von Sinnen, von Wut angefacht,<br />
 +
hat er das Unmögliche dennoch vollbracht.<br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Er zerriss seine Fesseln, spuckte den Knebel aus,<br />
 +
erschlug jeden Qim‑Mas, den er fand im Haus.<br />
 +
Er war nicht zu halten, von der Rache beseelt,<br />
 +
seine Muskeln und Sehnen in Eisen gestählt.<br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Doch als er im Haus sein Werk vollbracht,<br />
 +
trat er hinaus in die stockdunkle Nacht.<br />
 +
Ein Dutzend Qim‑Mas rangen den wilden Takoya nieder,<br />
 +
er starb – doch sein Pan‑Teon lebt fort, davon künden die Lieder. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Den Maar‑Fiar, den stolzen Jägern der Meere,<br />
 +
gebührt auf ewig unsere stille Ehre.<br />
 +
Ein ganzer Clan, gefallen durch fremde Horden,<br />
 +
durch wilde Feinde, die nur brandschatzen und morden.<br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
 
 +
Und in der alten Heimat der Maar-Fiar, das weiß jedes Kind, <br />
 +
weht nun an allen Orten eine fremde Flagge im Wind. <br />
 +
Grauländer, diese Qim-Mas, wohnen nun dort, <br />
 +
und die Geister der Maar-Fiar hüten jeden Ort. <br />
 +
 
 +
Und die Geister flüstern im Wind: <br />
 +
Takoya vom Ostmeer, ein Sohn der Maar-Fiar, <br />
 +
ein wahrer Held, ein stolzer Krieger - jetzt und immerdar. <br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Der Ring des Räubers </div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Nicht weit von hier in einem tiefen Tal,<br />
 +
da wohnte eine Maid im Wald an einem Wasserfall. <br />
 +
Sie war so schön, so schön wie Milch und Blut, <br />
 +
von ganzem Herzen war sie einem Manne gut. <br />
 +
 
 +
"Du armes Kind, du dauerst meine Seele. <br />
 +
Weil ich nur ein Räuber bin, wohn' in einer Höhle<br />
 +
Du kannst fürwahr nicht länger bei mir sein,<br />
 +
ich muss jetzt fort, tief in den Wald hinein.<br />
 +
 
 +
Nimm diesen Ring, und sollte man dich fragen, <br />
 +
so sag' ein Räuber habe ihn getragen.<br />
 +
Der dich geliebt, geliebt bei Tag und Nacht<br />
 +
und der so manchen um Hab und Gut gebracht"<br />
 +
 
 +
So sprach er nach vielen Monden zu ihr, <br />
 +
nach so  vielen Tagen und Nächten mit Pläsier, <br />
 +
ihr half kein Wehen und auch kein Klagen, <br />
 +
sie musste seinen Weggang weinend ertragen. <br />
 +
 
 +
Die Schöne tat, was der Geliebte ihr gesagt,<br />
 +
ging zurück zu ihrem Dorf, tieftraurig verzagt. <br />
 +
Sie zeigte den Leuten den güldenen Ring, <br />
 +
das vermaledeite wertvolle, aber gestohlene Ding. <br />
 +
 
 +
Sie weinte: "Der Räuber, den ich geliebt, <br />
 +
hat ihn getragen bei Tag und auch bei Nacht, <br />
 +
und der so  manchen um Hab und Gut gebracht, <br />
 +
hat mich geliebt, bei Tag und auch bei Nacht." <br />
 +
 
 +
Die Leute im Dorf waren empört, <br />
 +
nicht die Liebe an sich hat sie gestört, <br />
 +
aber, dass sie einem Räuber galt, <br />
 +
dieses man eine Sünde schalt. <br />
 +
 
 +
Sie sprachen: "Geh in den Tempel, törichte Maid <br />
 +
und klag den Geweihten dort dein Leid, <br />
 +
den Ring, den spende an die Götter, <br />
 +
dann verstummen auch die Spötter.<br />
 +
Wie kann man einen Räuber lieben, <br />
 +
Unglückseliges Kind, was hat dich umgetrieben?" <br />
 +
 
 +
Die Maid weinte bitter und lange, <br />
 +
vor der Zukunft war ihr sehr bange. <br />
 +
Der Verlust des Liebsten hat sie schon entsetzt, <br />
 +
war sie nun zusätzlich Hohn und Spott ausgesetzt. <br />
 +
Sie trat in einen heiligen Orden ein,<br />
 +
um eine Dienerin für die Götter zu sein. <br />
 +
 
 +
So lebt sie nun dorten, fleißig und fromm,<br />
 +
die Jahre verrinnen, die Welt bleibt ihr stumm.<br />
 +
Doch manchmal im Dunkel, wenn die Kerzen vergeh’n,<br />
 +
meint sie den Räuber wie im Traume zu seh’n.<br />
 +
 
 +
Dann flüstert sie leise, so sanft wie der Wind,<br />
 +
dass Herzen nicht wählen, wohin sie bestimmt.<br />
 +
Und tief in ihr drinnen, verborgen und sacht,<br />
 +
lebt weiter die Liebe bei Tag und bei Nacht.<br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Der treue Hund</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Ihr Leute, lasset mich berichten, <br />
 +
von gar wundersamen Geschichten, <br />
 +
Eine tue ich Euch nun kund, <br />
 +
sie ist zu Orstoc einst geschehen, <br />
 +
und ihr Held, das war ein Hund. <br />
 +
 
 +
Ein reicher Bauer mit dem Namen Friedrich Klein, <br />
 +
kehrte nach dem Marktbesuch in ein Wirtshaus ein. <br />
 +
Er hatte Vieh verkauft, trug bei sich den Erlös, <br />
 +
Das rochen in der Schenke zwei Räuber, bitterbös. <br />
 +
Als nun der reiche Bauer des Nachts zu Bette ging, <br />
 +
beschlossen diese Räuber zu drehen ein schlimmes Ding. <br />
 +
 
 +
Sie schlichen im Gasthaus in seine Kammer hinein, <br />
 +
und drangen mit ihren Messern bedrohlich ein auf Friedrich Klein.<br />
 +
Schon packten ihn die Schlimmen, an seiner bloßen Kehle, <br />
 +
da schrie mit letzten Kräften, Friedrich die Angst sich von der Seele <br />
 +
 
 +
Das hörte im Stalle, nicht sein Knecht aber der treue Hund, .<br />
 +
er riss sich von der Kette und schon er in der Kammer stund <br />
 +
bevor die Mörder die Messer setzten an, <br />
 +
er stürzt sich auf die Kerle und rettet so den Mann. <br />
 +
 
 +
Da ward überwältigt, die böse Mörderbrut, <br />
 +
zu Orstoc, auf dem Richtblock, da floss zum Lohn ihr Blut. <br />
 +
Doch in dem Kampf fügten sie dem treuen Tier zu eine böse Wund. <br />
 +
Und schon am nächsten Tage da starb der arme Hund. <br />
 +
 
 +
Es setzt in seinem Garten, der Bauer Klein.<br />
 +
dem treuen braven Hunde aus Marmor einen Stein.<br />
 +
Darauf stand geschrieben dieses hier: <br />
 +
Viel treuer als die Menschen ist oft ein Hundetier.
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Die Geschichte vom Räuber Hannes</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Es sagt einst ein Kind zur seiner Großmama: <br />
 +
"Wenn ich erwachsen bin, was werd ich da?  <br />
 +
Hab wenig Lust auf Feldarbeit. Kann ich vielleicht ein Räuber sein? <br />
 +
Muss wenig tun, nur ein bisschen rauben. Das wär' einfach und sehr fein." <br />
 +
 
 +
 
 +
Die Alte wiegt besorgt den Kopf, streichelt sanft den Enkelsohn. <br />
 +
"Ich erzähl dir 'ne Geschichte, die beantwortet deine Frage schon." <br />
 +
Lehnt sich zurück, dann hebt sie an und sie erzählt, <br />
 +
die Geschichte vom Räuber Hannes hat sie gewählt. <br />
 +
 
 +
 
 +
Durch des Waldes düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfaden  <br />
 +
wandelt eine Magd zum Markt nach Vellhafen mit schmerzenden Waden. <br />
 +
Hui, da plötzlich stürmt des Banditen kühner Sohn aus dem Geheg, <br />
 +
scharf bewehrt bis an die Zähne, und vertritt ihr flugs den Weg. <br />
 +
 
 +
 
 +
"Seid Ihr", fragt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll, <br />
 +
"nicht vielleicht der Räuber Hannes, der allhier grassieren soll?" <br />
 +
"Ja, ich bin´s, du Unglücksel´ge, ja, ich bin´s, der sich dir zeigt, <br />
 +
und du bist diejen´ge, welche sich nun vor mir verneigt. <br />
 +
Denn mit hochwillkomm´ner Beute nahst du mir zu guter Stund!" <br />
 +
Sprachs und nahm ihr weg den Korb, durchwühlt ihn schnell bis auf den Grund. <br />
 +
 
 +
 
 +
Und wie Schuppen von den Augen fällt´s der schlichten Magd sogleich: <br />
 +
"Ihr seid Hannes!", ruft sie bleich. "Bin es!" spricht der Räuber weich. <br />
 +
"Bin´s und sage dir noch dieses: ich töte dich du dummes Weib, <br />
 +
bringst du mir nicht auf dem Rückweg Gold, ramm ich meinen Dolch in deinen Leib." <br />
 +
 
 +
 
 +
Die Magd wird blass und blässer und eilt zum Markt, sucht den Büttel Reodan, <br />
 +
findet ihn, fragt ängstlich dann, ob er ihr wohl helfen kann. <br />
 +
Jener stimmt zu, sie zu begleiten, denn den Räuber will er fangen, <br />
 +
baumeln soll der Räuber Hannes, an dem Galgen soll er hangen. <br />
 +
 
 +
 
 +
Gesagt, getan und aus dem Walde eilt der Hannes schnell heran, <br />
 +
denn er sieht nur das Mägdelein und nicht den guten Reodan. <br />
 +
Jener hat sich vorher schon gut versteckt hinter einer dicken Eich, <br />
 +
er springt heraus, macht sich ganz groß und packt sogleich, <br />
 +
dann den Räuber Hannes fest am Arm und am Halse an, <br />
 +
damit der Bösewicht dem harten Griffe nicht entweichen kann. <br />
 +
 
 +
 
 +
"Schurke! Hab dich!" so donnert er, <br />
 +
"Nun entkommst du mir nicht mehr!" <br />
 +
"Mit des Seilers Tochter mach ich dich bekannt, <br />
 +
aufatmen wird das ganze Land." <br />
 +
 
 +
 
 +
Und die Moral von der Geschicht? <br />
 +
Werde besser Räuber nicht, <br />
 +
Sonst landet man am Ende nur an einem Strick und baumelt dann im Wind. <br />
 +
Drum werde artig und bleib brav, sonst kommt Reodan mein Kind. <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Die Vogelscheuche Martha Stroh</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Die Vogelscheuche Martha Stroh, wurd' ihres Daseins nicht mehr froh.<br />
 +
Denn es war nun einmal so, ein Strohhalm piekste sie am Po.<br />
 +
 
 +
Sie fand es schrecklich, musste weinen, so schlimm juckte es der Kleinen.<br />
 +
Denn, auch eine Scheuche hat ein Recht auf einen - unversehrten Po, sollte man meinen.<br />
 +
 
 +
Da kam ein Zwerg am Feld vorbei, hörte sogleich das Wehgeschrei.<br />
 +
"Mach doch hier nicht so' n Bohei! Trink dir nen Schnaps oder auch zwei."<br />
 +
 
 +
"Was kannst es denn so Schlimmes geben, dass du so greinst wie um dein Leben?<br />
 +
Oder trinkt den vergorenen Saft der Reben, das wird deine Stimmung heben!"<br />
 +
 
 +
"Törichter Zwerg, was rätst du mir da, kleiner Mann? Fast wie der Mönch vorhin, der riet zu Baldrian.<br />
 +
Doch musst doch sehen, dass ich nichts trinken kann, schau einfach meinen Mund mal an!"<br />
 +
 
 +
Der Zwerg guckt Martha böse an und ganz brüskiert, "Töricht sagst du?" Er holt aus und hat ihr einfach eine geschmiert,<br />
 +
Martha erbebt als sie die Ohrfeige kassiert und durch die Erschütterung den Pieksehalm am Po verliert!<br />
 +
 
 +
Martha ganz gücklich, kann's kaum fassen: "Hab Dank, mein Retter. Das pieksige Stroh hat mich verlassen!<br />
 +
"So lass ich mir gerne eins verpassen, wenn dann die Pieksehalme meinen Po in Frieden lassen!"<br />
 +
 
 +
Der Zwerg schaut verdutzt auf seine Hände, sichtlich erstaunt über dieses glückliche Ende,<br />
 +
"Gern geschehen, Vogelscheuche! Nun wach du wieder über das Gelände, Und sag jedem Vogel, dass besser er verschwände."<br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Die glutäugige Susanne</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Es dachten sich die Eltern der glutäugigen Susanne, "<br />
 +
das Kind ist nun erwachsen bald,"<br />
 +
wir geben sie zu einem Manne,"<br />
 +
denn sonst ist sie schon bald … zu alt."<br />
 +
 
 +
Ein reicher Händler war der erste Kandidat, "<br />
 +
er schien dem Vater eine gute Partie, "<br />
 +
auch wenn er keine Haare auf dem Kopf mehr hat, "<br />
 +
Die Mutter meint: „Den nimmt das Kind doch nie!“ "<br />
 +
 
 +
Dennoch wurde flugs, er zum Sonntagsmahl geladen, "<br />
 +
er erschien im feinsten Zwirn und mit schwarzem Hut, "<br />
 +
doch biss der Hund ihn in die Waden, "<br />
 +
er roch wohl nicht besonders gut? "<br />
 +
 
 +
Susanne lobt den Hund und füttert ihn mit Leckerbissen, "<br />
 +
denn diesen Kahlkopf will sie nicht zum Manne."<br />
 +
Der Vater tobt: „Hast du denn gar kein Gewissen? "<br />
 +
Nicht die Haare machen aus, den guten Ehemanne!“ "<br />
 +
 
 +
Susanne schmollt: „Ist mir egal, den Kahlkopf nehme ich nicht!“ "<br />
 +
Der Händler schaut erst dumm, setzt wieder auf den Hut und geht dann wortlos fort. "<br />
 +
Der Vater schreit: „Hat denn mein Wunsch in diesem Hause kein Gewicht? "<br />
 +
Ich stand beim Händler doch im Wort!“ "<br />
 +
 
 +
Susanne tobt und weint und schmollt, "<br />
 +
umarmt den Vater stumm."<br />
 +
sie mag nicht wenn der Vater grollt "<br />
 +
und hofft sie stimmt ihn um. "<br />
 +
 
 +
„Mein Vater, mein Vater ich liebe dich sehr“, "<br />
 +
hört es der Vater in seinen Ohren hallen. "<br />
 +
„Bitte bring mir keinen Kahlkopf mehr,"<br />
 +
doch einer mit güldnen Locken, der könnt mir gefallen.“"<br />
 +
 
 +
„Papperlapapp!“ sagt der Vater geschwind,"<br />
 +
„Güldene Locken ersetzen nicht Gold und Position"<br />
 +
so kommst du mir nicht davon, mein Kind,"<br />
 +
den nächsten den ich dir präsentiere, der wird mein Schwiegersohn.“"<br />
 +
 
 +
Der Sohn des Stadtkämmerers, ein Jüngling mit goldenem Haar,"<br />
 +
schon lange verliebt in Susanne, die im Stadtpark er gesehen,"<br />
 +
wurde durch Dritte die Geschichte gewahr,"<br />
 +
und meinte sofort: „Da muss was geschehen!“"<br />
 +
 
 +
Flugs suchte er den Vater der Holden auf in seinem Kontor,"<br />
 +
der saß hinter seinem Schreibtisch mit grimmigem Gesicht"<br />
 +
Der Jüngling trat mutig und beherzt davor,"<br />
 +
„Gebt mir Susanne zu Weibe“ verlangte er schlicht."<br />
 +
 
 +
Der Vater Susannchens guckt bass erstaunt,"<br />
 +
auf den blondgelockten Jüngling von gutem Stande"<br />
 +
weil Kandidat Susannens Gnade fand, war schon übel er gelaunt,"<br />
 +
des Stadtkämmerer Sohn jedoch, schien ihm geeignet für Familienbande."<br />
 +
 
 +
Vom Diener lässt er flugs Frau und  Tochter holen,"<br />
 +
der Jüngling freut sich, vor Aufregung das Gesicht ganz fahl, <br />
 +
der Vater hat Susanne dann barsch befohlen"<br />
 +
„Dieser hier wird dein Gemahl, ich lass dir keine andre Wahl!“"<br />
 +
Susannchen erst stumm und blass dann bass erstaunt,"<br />
 +
glaubt ihren Augen nicht zu trauen,"<br />
 +
„Gut, ihn nehme ich“ hat sie dann leis geraunt"<br />
 +
und kann nicht aufhören mit Schauen."<br />
 +
 
 +
Verliebt strahlt sie den Jüngling an, sie kann es gar nicht fassen."<br />
 +
Der Vater hochzufrieden, schaut stolz zu seiner Gattin hin,"<br />
 +
„Die Hochzeit, Weib, kannst du nun richten, dieses Mal scheint es zu passen.“"<br />
 +
Die Mutter strahlt nicht minder, hat Enkelkinder schon im Sinn."<br />
 +
 
 +
Was ihr, ihr lieben Leute, euch sicher schon gedacht,"<br />
 +
weil es sich nach der Geschicht' vermuten lässt,"<br />
 +
die große Liebe war es, die Glut der Minne war entfacht,"<br />
 +
es dauerte nicht lange, da gab 's ein schönes Hochzeitsfest,"<br />
 +
 
 +
Doch die Moral von der Geschicht',"<br />
 +
die es ja immer geben muss,"<br />
 +
die verrate ich euch noch nicht,"<br />
 +
denn für heut ist erst Mal Schluss."<br />
 +
 
 +
Ein ander Mal bin ich dann da "<br />
 +
und singe euch, was noch geschah,"<br />
 +
mit der glutäugigen Susanne "<br />
 +
und ihrem blondgelockten Manne."<br />
 +
Bis dahin, ihr lieben Leut',"<br />
 +
geduldet euch .. bin durch für heut'! "<br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
=='''Gassen- und Handwerkslieder'''==
 +
 
 +
In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Das Lumpensammlerlied des Willem Willink</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Mein Gott Pares hat mich verdammt auf Erden, <br />
 +
ein Hader- und Lumpensammler zu werden. <br />
 +
Ich bin Willem Willink, ja seht mich nur an, <br />
 +
ein Lumpenkerl, ein armer, doch ehrlicher Mann. <br />
 +
Mit verschossener Jacke, zerrissener Hose, <br />
 +
ja starrt mich ruhig an – ich bin keine Mimose. <br />
 +
 
 +
Das ist mir lieber, als wenn ihr verächtlich wegseht,<br />
 +
als wär ich nur Dreck, den man mit Füßen wegfegt.<br />
 +
Manch einer hält Nase und Maul mit dem Tuche bedeckt,<br />
 +
weil mein Duft ihn erschreckt und seine Sinne befleckt.<br />
 +
Doch nach Ambra und Moschus kann ich nicht duften,<br />
 +
muss für Hadern und Lumpen tagtäglich schuften.<br />
 +
 
 +
Bin kein feiner Pflastertreter mit Gold und mit Muße –<br />
 +
das Glück war bei anderen auf besserem Fuße.<br />
 +
Hab des Lebens Mühsal bis zur Neige geleert,<br />
 +
doch blieb ich stets ehrlich, hab mich nie beschwert.<br />
 +
Im Meer der Schmerzen bin ich geschwommen,<br />
 +
auf einem Lumpensack dann zu liegen gekommen.<br />
 +
 
 +
Und nun stapf ich durch Vellhafens Gassen,<br />
 +
um eure alten Tücher und Kleider zu fassen.<br />
 +
Bringt mir ruhig ungewaschen, ungekrumpen,<br />
 +
eure Lappen, Fetzen, Flecken und Lumpen.<br />
 +
Alles rein in den Sack – man macht daraus Papier:<br />
 +
 
 +
Eingeweicht, gestampft, gegautscht – harte Arbeit, kein Pläsier.<br />
 +
Dann geschöpft, gepresst, getrocknet – ein neues Werk erschaffen,<br />
 +
verkauft an Schreiber, Pfeffersäcke und auch an die Pfaffen.<br />
 +
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
 +
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
=='''Belbrücks'''==
 +
 
 +
Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Heiliges Kaiserreich</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst Mädchen aus '''Bragen''',<br />
 +
die wollt' was Besonderes wagen.<br />
 +
Sie sucht nach `nem Gatten im Kurier,<br />
 +
jetzt hat sie nicht einen, sondern gleich vier,<br />
 +
die sich täglich übers Essen beklagen.<br />
 +
 
 +
 
 +
Da war mal ein Bauer aus '''Ackerheim''', <br />
 +
der machte in jeden Satz 'nen Reim. <br />
 +
Und als sein Haar wurde lichter, <br />
 +
da nannte er sich einen Dichter <br />
 +
und blieb den ganzen Tag daheim. <br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Kind in '''Kirchflecken''',  <br />
 +
das wollte die Welt noch entdecken.  <br />
 +
Es konnte krabbeln, noch nich´ so gut laufen  <br />
 +
und purzelte prompt in jeden Misthaufen <br />
 +
und erschreckte wandernde Recken. <br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ne Oma aus '''Siebenbrück''',<br />
 +
der bastelt der Sohn eine feine Krück.<br />
 +
Hat Oma hocherfreut, <br />
 +
aber den Sohn hat's gereut,<br />
 +
denn die Oma haute damit Leute in Stück.<br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Junge aus '''Amartrutz''', <br />
 +
der nahm immer alle Gauner in Schutz, <br />
 +
als Mann er studierte, wurd' Rechtsanwalt, <br />
 +
und die Gauner haben ihn nun bezahlt, <br />
 +
Und schon nannt' ihn keiner mehr Nichtsnutz.<br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Kerl aus '''Jatzlauken''', <br />
 +
der wollt nur Trompeten und Pauken, <br />
 +
denn laute Musik, die liebte er sehr, <br />
 +
seinen Nachbarn machte das Leben er schwer. <br />
 +
Sie schimpfen ihn deshalb nen lauten Rabauken. <br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Recke aus '''Bragen''', <br />
 +
der wollt auch was Besonderes wagen, <br />
 +
er ging zu einem großen Turnier, <br />
 +
kam, sah und siegte gegen Vier, <br />
 +
Gewann dann nen Helm mit Kragen. <br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst der Vater vom Recken aus '''Bragen''', <br />
 +
der wollte dem Sohn die Teilnahme versagen, <br />
 +
"Bleib weg vom Turnier!" Wütend er droht: <br />
 +
"Denn wenn du verlierst, dann bist ja tot!<br />
 +
Warum willst du dich unbedingt schlagen?" <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Thelessa</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Der gute Fürst aus '''Faelughaven''', <br />
 +
muss wie jeder in der Nacht auch schlafen, <br />
 +
um dann sanft in den Schlaf zu gleiten,<br />
 +
hilft dem gute Fürst beizeiten,<br />
 +
das Zählen von weißen Schafen.<br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Orklande</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Es zogen einst drei Kelten nach Westen,<br />
 +
zu suchen 'nen Vierten, wenn möglich den Besten,<br />
 +
sie fanden ihn nah dem '''Orken-Lande''',<br />
 +
nicht mittig sondern eher am Rande,<br />
 +
im Eichenbaum sitzend auf Ästen. <br />
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Vellhafener Städtebund</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Königreich Lothrinien</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst ein Pferdehirt aus '''Belbrück''', <br />
 +
das war ein rechter Franz im Glück, <br />
 +
als von der Weide eine Herde Pferde wurde geklaut, <br />
 +
hat er sich gründlich umgeschaut, <br />
 +
und brachte sie, heil und am Stück, zurück.<br />
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Burgherr auf '''Burg Obquell''', <br />
 +
der fror ganz erbärmlich, trotz Wolle und Fell. <br />
 +
Der Wind hier oben schneidend und bitterkalt, <br />
 +
von drinnen die Stimm' seiner Frau erschallt: <br />
 +
Mein Liebster, an den Kamin, zack zack aber schnell.<br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Adelsrepublik Grauland</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst ne Jungfer aus '''Surquell''', <br />
 +
und die war ganz besonders schnell. <br />
 +
Da kam ein Jüngling aus Untermoor, <br />
 +
der setzte ihr nen Floh ins Ohr, <br />
 +
und zog sie nieder auf sein Schafsfell. <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Dûn-Reich</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
 
 +
Da war einst ein Hund in '''Tsakmur''', <br />
 +
der ging allen auf die Hutschnur. <br />
 +
Weil er bellte und jaulte, immer und stets, <br />
 +
ging er den Leuten dort schwer auf den Keks. <br />
 +
Die schickten den Jauler in die Wüste zur Kur.<br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Aivarunenlande</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst ein Aivarune aus '''Qara Qorum''', <br />
 +
der fummelte sich immer am Ohr rum. <br />
 +
Seine Frau machte das Gefummel nervös, <br />
 +
schrie ihn an und wurde ganz bös. <br />
 +
Er hörte nicht auf, das war ganz dumm. <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Xetoka</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst ne Dame aus '''Liwa''', <br />
 +
die war eine rechte Diva, <br />
 +
trug nur seidene Kleider und Hüte, pompöse, <br />
 +
Verrückt, ja aber sie war keine Böse. <br />
 +
Denn das war was, was sie nie war. <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>
 +
 
 +
<div class="NavFrame collapsed">
 +
<div class="NavHead">Inoda</div>
 +
<div class="NavContent">
 +
 
 +
Da war einst ein Knabe aus '''Horami''',  <br />
 +
aß für sein Leben gerne Salami,  <br />
 +
Ob morgens, abends, zu jeder Zeit,  <br />
 +
für Salami war er immer bereit,  <br />
 +
und verschlang sie rasant wie'n Tsunami.  <br />
 +
 
 +
</div>
 +
</div>

Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 16:13 Uhr


Walter von der Salzwiese – Barde aus Vellhafen

Walter von der Salzwiese gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Spielleute Vellhafens. Mit seinen gerade einmal erwachsenen Jahren hat er sich bereits einen Ruf erarbeitet, der manch älteren Barden neidisch werden lässt. Freundlich im Wesen, mit einer klaren, warmen Stimme und einem Talent, das Zuhörer mühelos in seinen Bann zieht, ist er in Schenken, auf Märkten und bei Festen gern gesehen.

Sein erstes Werk, „Das Lied von Brunihild“, verbreitete sich rasch über die Grenzen Vellhafens hinaus und wurde zu einem antamarweit bekannten Gassenhauer. Schon als Junge schickte Walter seine Verse und Melodien an den Vellhafener Kurier und erhielt dort früh Anerkennung für seine Dicht- und Vortragskunst.

Herkunft und Familie

Walter stammt aus Ismar, wo sein Vater Hein von der Salzwiese einen erfolgreichen Hof bewirtschaftet. Die Schafe der Familie grasen auf den salzhaltigen Wiesen Ismars, was dem Fleisch der berühmten Salzlämmer einen besonderen Geschmack verleiht. Wohlstand und Fleiß prägen Walters Herkunft, und es mangelte der Familie nie an etwas.

Sein künstlerisches Talent verdankt Walter vor allem seiner Mutter Irina, die einst als Bardin unter dem Beinamen „Die Lerche aus Ismar“ bekannt war. Sie tritt heute nicht mehr öffentlich auf, doch ihre Stimme und ihr Gespür für Melodie leben in ihrem Sohn weiter. Walters Brüder hingegen blieben der Landwirtschaft treu und führen den elterlichen Hof fort.

Hinweis

Die hier aufgeführten Lieder und Verse stammen — mit wenigen Ausnahmen (die aber immer extra gekennzeichnet sind) — aus meiner eigener Feder. Der Barde Walter von der Salzwiese wird im Spiel von mir verkörpert. Tica

Balladen

Walters Balladen erzählen von Liebe, Schicksal, Heldentum und den stillen Tragödien des Alltags. Sie sind länger gefasste Erzählgedichte, die oft auf wahren Begebenheiten beruhen oder von alten Sagen inspiriert wurden. Mit klarer Stimme und feinem Gespür für Stimmung trägt Walter sie auf Märkten, in Schenken und bei Festen vor.

Gassen- und Handwerkslieder

In diesen Liedern besingt Walter das Leben der einfachen Leute: Handwerker, Händler, Hafenarbeiter und all jene, die in den Straßen und Gassen Vellhafens ihren Alltag bestreiten. Die Stücke sind oft humorvoll, manchmal rau, aber stets voller Wärme für die Menschen, die sie porträtieren. Viele davon entstanden unterwegs, zwischen Marktständen, Werkstätten und Tavernen.

Belbrücks

Belbrücks sind kurze, scherzhafte Fünfzeiler, die in Antamar weit verbreitet sind. Walter sammelt sie seit seiner Jugend und dichtet selbst unzählige neue, meist über Orte, Menschen oder Begebenheiten, die ihm auf seinen Reisen begegnen. Sie folgen einer festen Reimform und werden in Tavernen gern laut mitgesprochen — oft zur großen Freude des Publikums.