Sonnenbrück (Eodatia)
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Allgemein
Sonnenbrück ist der nördliche Bezirk von Eodatia, der Hauptstadt des Heiligen Kaiserreichs, an der schmalsten Stelle des Rifan oberhalb des Deltas. Wer aus dem Norden kommt, über die Kaiser-Ionas-Allee aus Vitalon oder auf dem Fluss aus den Freien Flusstälern, betritt die Stadt hier und passiert die Zollschranke am Kopf der Sonnenbrücke.
Das nördliche Quartier der Metropole, das freundliche Sonnenbrück, war die erste Stadt, die das aufstrebende Eodatia in seinen Einflussbereich brachte und als Teil der Stadt betrachtete. Grund dafür ist die strategisch günstige Lage an einer recht schmalen Stelle des Rifan, die schon in frühen Jahren als Zollpunkt ausgebaut wurde. Da der Rifan recht langsam fließt und weit ins Hinterland reicht, insbesondere zu den reichen Freien Flusstälern und den erzreichen Bergen bei Altpforten, findet auch ein reger Handelsverkehr auf dem Fluss statt, der dem Reich enorme Zolleinnahmen beschert. Die größte Attraktion, ein Anziehungspunkte für zehntausende Schaulustige, ist das vor fünf Jahren errichtete Flavium-Amphitheater. Die Spielstätte für grandiose Inszenierungen epischer Dramen bietet bis zu 25.000 Menschen Platz und fügt sich malerisch in die umgebende Flusslandschaft. Mittels neuester mechanischer Techniken können die unterschiedlichsten Bühnen innerhalb weniger Minuten aufgebaut werden. Speziell ausgebildete Bühnenmagier sorgen für spektakuläre Effekte.
Seinen Namen verdankt der Bezirk der Sonnenbrücke, einer der fünf steinernen Brücken Eodatias, die hier den Rifan an seiner schmalsten Stelle überspannt. An ihrem Kopf steht die Zollschranke: Wer flussaufwärts aus dem Norden in die Stadt will, passiert sie.
Herkunft des Namens
Nach der Sonnenbrücke, einer der fünf steinernen Brücken Eodatias, die hier den Rifan überspannt.
Politik
Sonnenbrück ist der Zollpunkt der Hauptstadt: Der Flusshandel aus den Freien Flusstälern und den Bergen bei Altpforten wird hier verzollt, und die Einnahmen gehen an das Reich. Das Nordtor am Beginn der Straße nach Vitalon ist eines der vier Reichstore.
Geschichte
Sonnenbrück war die erste Stadt, die das aufstrebende Eodatia in seinen Einflussbereich zog, weil sich der Fluss hier am besten sperren und verzollen ließ. Das Flavium-Amphitheater wurde erst vor fünf Jahren errichtet.
Einwohner
Zöllner und Schreiber, Schiffer, Flößer und Lastträger vom Flusshafen, dazu Schauspieler, Bühnenmagier und Handwerker des Amphitheaters. Am Perlenmarkt und in den Schulen des Bezirks trifft man Gelehrte und Fremde aus allen Provinzen.
Stadtbild
Ein freundlicher, offener Bezirk am Fluss mit Kais, Speichern und dem weißen Kalksteinpflaster des Perlenmarkts; das Amphitheater fügt sich in die Flusslandschaft, als hätte es immer dort gestanden.
Berühmte Bauwerke
- Flavium-Amphitheater mit 25.000 Plätzen, mechanischen Bühnen und Bühnenmagiern.
- Sonnenbrücke mit der Zollschranke.
- Perlenmarkt, der gepflasterte Markt am Fluss.
Besonderheiten
- Hafen
- Arena (Nebenbühne des Flavium-Amphitheaters)
Banken
- KfW - Kommerz für Wanderer-Bank: Am Perlenmarkt von Sonnenbrück, nur wenige Schritte von der Zollschranke an der Sonnenbrücke entfernt, unterhält die KfW eine Filiale für alle, die aus dem Norden in die Hauptstadt kommen oder sie verlassen: Schiffer und Flößer aus den Freien Flusstälern, Fuhrleute von der Kaiser-Ionas-Allee und Reisende, die ihr Geld nicht über die Zollschranke tragen wollen. Das Haus ist ein ehemaliger Zollspeicher mit dicken Mauern und einem einzigen Schalterraum, in dem die Bank tut, was ihr Name verspricht: Kreditbriefe ausstellen, Fremdgeld wechseln und Einlagen verwahren, bis der Reisende wieder vorbeikommt.
Gasthäuser
- "Roter Heller" (einfaches Gasthaus, mit Betten): Die kleine und dunkle Spelunke "Roter Heller" in einer Seitengasse hat schon bessere Tage gesehen. Abgesprungener Putz, Staub, Schimmel und Schlimmeres prägen das Bild. Offensichtlich wird der kleine Schankraum nur alle paar Jahre gelüftet, und von Sauberkeit scheint der Wirt auch noch nichts gehört zu haben. Wirt Frondo Krümmer.
- "Zum Füllhorn" (gutes Gasthaus, mit Betten): Die Schenke "Zum Füllhorn" wird eigentlich nur von Ortsfremden aufgesucht, ist sie doch in jeder Hinsicht der fernen Heimat der Besitzer nachempfunden. Schon von außen scheint das schmale Fachwerkgebäude nicht so recht zu den Bauwerken der Nachbarschaft zu passen. Im Inneren erwarten den Gast dann eine gute grauländische Küche, sowie der melancholische Klang gleichens Liedguts, was eine ganz andere Atmosphäre schafft, als sie im Rest der Stadt herrscht. Wirtin Elga Grauzopf.
Händler
- Kontor Kufner (Handelshaus): Alessandra Kufners Handelshaus am Flusshafen kauft, was die Kähne aus dem Norden bringen, und verkauft Waren aus dem ganzen Reich.
- Nahrungsmittel (Lebensmittel): Nicht ein Stand oder Geschäft, sondern verschiedene kleine Auslagen bilden das Angebot, das von den Bauern, Hirten und Sammlern der Umgebung hier zum Verkauf angepriesen wird.
- Stellmacherei Pirscher (Stellmacher): Beim Betreten der Werkstatt, die den 9er, der sich gerade in Bau befindet, kaum zu fassen vermag, steigt dir unwillkürlich der Geruch von Holz in die Nase. Große Holzräder lehnen an den Wänden und von irgendwoher hörst du ein Hämmern. „Was wünscht Ihr?“ fragt der Lehrling, der dir entgegeneilt.
- Roh- & Naturstoffhandel (Rohstoffumschlag): Kein richtiges Ladengeschäft, sondern eher eine Art Sammelplatz für Abgebautes und Gesammeltes aus der Region findest du hier. Neben Holz und Gestein lassen sich an diesen Umschlagplätzen manchmal auch Felle, Pelze oder Edelsteine finden. Nebenbei trifft man auch des öfteren kundige Männer und Frauen aus Handwerk und Verarbeitung.
- Silberschmiede Ubolosch (Luxusartikel): Der Silberschmied Ubolosch fertigt Becher, Ketten und Beschläge; das Silber kommt aus den Gruben der Schattenkuppen.
- Perlenmarkt (Markt): Du kommst auf einen großen, mit weißen Kalkplatten gepflasterten und Bäumen gesäumten Marktplatz. Überall stehen Marktstände aus Edelholz. Die Händler versuchen mit üppig geschmückten Auslagen deine Blicke auf ihre Waren zu ziehen.
Kampfschulen und Lehranstalten
- Wachstube der Zollschranke (Kampfschule): Am Kopf der Sonnenbrücke, gleich neben der Zollschranke, steht das Wachhaus der Kaiserlichen Zollwache, die Tag und Nacht den Verkehr aus dem Norden kontrolliert. In seinem Hof, zwischen Zollschuppen und Brückenpfeiler, drillen die Ausbilder ihre Leute für den Dienst an der Schranke: Schild und Speer in der engen Gasse, den raschen Griff nach dem Schmuggler, der über die Brüstung will, und das Standhalten, wenn ein Fuhrmann mit dem Karren durchbrechen möchte. Gegen eine Gebühr in die Wachkasse dürfen auch Reisende mit antreten; die Zöllner sind nicht die besten Fechter des Reiches, aber niemand wehrt sich zäher.
- Corvara di Valenca (Schule): Corvara di Valenca hat ihre Schule in einem Haus am Perlenmarkt eingerichtet, wo täglich Schiffer aus den Flusstälern, Zöllner, Schauspieler des Flavium und Fremde aus allen Provinzen aneinander vorbeireden. Die Auretianerin, elegant gekleidet und mit einer Geduld, die ihre Schüler oft beschämt, lehrt die Sprachen und Schriften, die man in Eodatia braucht, um verstanden zu werden: das Aurento der Gebildeten und das alte Aurentum der Urkunden, die Imperialen Zeichen der Kanzleien, dazu die Zungen der Nachbarn und Fremden, von Elfisch und Hochelfisch bis zu den Handelssprachen des Ostens. Wer bei ihr lernt, sitzt in kleinen Runden an einem langen Tisch und darf kein Wort seiner Muttersprache sprechen, bis die Stunde vorbei ist. Lehrt Cron, Dichtkunst, Hochelfisch, Hiro, Hochorkisch, Avarun, Elfisch, Aurento, Aurentum, Imperiale Zeichen, Elfische Zeichen und Hiro-echuru.
- Franka Anderwald (Lehrmeisterin): Franka Anderwald kommt nur in den Wintermonaten in die Stadt, wenn die Jagd im Norden ruht, und mietet sich dann in einem Hinterhof nahe dem Nordtor ein, wo der Geruch ihrer Gerbbottiche niemanden stört. Die schweigsame Jägerin aus den Wäldern jenseits der Zollschranke redet wenig und zeigt viel: wie man ein Fell abzieht und gerbt, ohne es zu verderben, wie man im Schnee und im Laub eine Fährte liest, wo eine Schlinge hingehört und wie man eine Nacht im Wald übersteht, ohne zu frieren. Ihre Schüler sind Fallensteller, Fuhrleute der Flussstraße und hin und wieder ein Stadtkind, das vom Leben draußen träumt. Lehrt Gerben/Kürschnern, Spurenlesen, Fallenstellen und Wildnisleben.
- Hurgosch, Sohn des Durgosch (Lehrmeister): Hurgosch, Sohn des Durgosch ist ein langbärtiger, erfahrener Geschichtskundler, der seine umfangreichen Kenntnisse mit ungeheurer Geduld und ausschweifender Erzählung gerne weitergibt. Lehrt Urelfisch, Völkerkunde, Archäologie, Okkultismus, Wert schätzen, Heraldik, Historie, Legenden, Altes Zwergisch, Zwergenrunen, Altelfische Zeichen und Kartografie.
- Justinus Urian Calatravon (Lehrmeister): Justinus Urian Calatravon ist ein überraschend kleiner Mann mit schütterem grauen Haar. Doch noch immer ist der Meister für seine scharfsinnige juristische Argumentation bekannt. Wer zu ihm kommt, meint es entweder ernst oder bleibt nicht lange, denn Faulheit und Dummheit sind ihm ein Graus. Lehrt Politik und Rechtskunde.
- Magister Blundan (Lehrmeister): Magister Blundan empfängt in einem stillen Haus zwischen dem Perlenmarkt und dem Flavium, dessen Fenster mit dicken Vorhängen verhängt sind. Der rundliche Gelehrte redet ununterbrochen, doch wer ihm eine Weile zuhört, merkt, dass jedes Wort einen Zweck hat: Er lehrt die Kunst, verwirrte, verängstigte und gebrochene Gemüter wieder ins Lot zu bringen, und übt sie an den Schauspielern des Amphitheaters ebenso wie an den Zöllnern, die nach dreißig Jahren an der Schranke ihre Ruhe verloren haben. Seine Schüler lernen zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und die falschen zu vermeiden. Lehrt Seelenheilung.
- Tjalf Hollerbrunn (Lehrmeister): Ein alter Bergmann, der seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Mine betreibt. Diese ist natürlich nicht in Eodatia, aber seinen hier befindlichen Nebenwohnsitz hat Tjalf Hollerbrunn zu einer kleinen Schule umgebaut, um seines reiches Wissen weiterzugeben. Lehrt Gesteinskunde, Geografie und Bergbau.
- Bühnenschule am Flavium (Schule): Im Rücken des Flavium-Amphitheaters, wo die Bühnenmaschinen in Hallen aus Holz und Eisen stehen, hat die Spielleiterin Livia Corvinia ihre Bühnenschule eingerichtet. Wer hier lernt, steht am ersten Tag auf den Brettern und wird am zweiten in die Grube unter der Bühne geschickt, wo Winden, Zahnräder und Seilzüge in wenigen Minuten ganze Landschaften wechseln. Gelehrt wird alles, was das Publikum nicht sehen soll: die Kunst, jemand anderes zu sein, die Mechanik der Bühne, das Jonglieren und Zaubern der Gaukler in den Pausen und die Stimme, die bis zur letzten Reihe trägt. Lehrt Schauspielerei, Mechanik, Gaukeleien, Verkleiden und Singen.
Umgebung
- Landschaft: Flussau am Rifan oberhalb des Deltas, flussaufwärts Auwald und Felder
- Vegetation: Auwald, Weiden und Pappeln am Ufer, Kalksteinpflaster und Gärten in der Stadt
- Tierwelt: Reiher, Enten und Fischotter am Fluss
Wegweiser
Landweg
- Auenhof-Weststadt (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 8 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Palaststadt (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 10 Meilen (Innenstadt, Stadt)
- Theadorsheim (Eodatia) (Hl. Kaiserreich (Königreich Eodatien)), 6 Meilen (Innenstadt, Stadt)