Weidenblick
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Allgemein
Weidenblick liegt auf einer flachen Höhe über dem Oberlauf des Arelt, dort, wo der Fluss die Ausläufer des Eisenwalds hinter sich lässt und in breiten Schleifen durch die Flusswiesen zieht. Von den „Weiden“, wie die Rosenburger die nassen Uferwiesen und die Weidenbrüche am Fluss nennen, hat der Ort seinen Namen: Wer auf der Straße aus Mahleden herabkommt, sieht das Tal des Arelt in seiner ganzen Breite vor sich liegen, und jenseits des Wassers beginnt das Land der Grafen von Aldenburg-Meronshain.
Über den Fluss führt eine hölzerne Zollbrücke auf steinernen Pfeilern, die einzige weit und breit, und an ihrem Kopf erhebt die großherzogliche Zollstelle die Abgaben auf alles, was zwischen dem Großherzogtum Rosenburg und der Grafschaft hin- und hergeht. Um die Brücke ist der Ort gewachsen: Korbflechter, die aus den Ruten der Weidenbrüche Körbe, Reusen und Kiepen binden, Gerber, deren Gruben am Unterlauf liegen, damit der Gestank flussabwärts zieht, und Viehbauern, die auf den Weiden Rinder und Schafe halten und sie auf dem Viehmarkt am Brückenkopf verkaufen.
Die Häuser stehen eng um den Marktplatz, Fachwerk mit Weidengeflecht in den Gefachen und Rohrdächern, an deren Pfosten die Bewohner die Höhe des letzten Hochwassers mit Kerben festhalten. Nach Norden führt die Landstraße hinauf nach Mahleden und am Rand des Rosenforsts entlang, nach Westen die alte Uferstraße den Arelt hinab nach Blauenbach. Wer die Brücke überschreitet, verlässt das Großherzogtum und nimmt die Straße nach Lotahal.
Herkunft des Namens
Nach den „Weiden“, den nassen Uferwiesen und Weidenbrüchen am Arelt, über die man von der Höhe des Ortes blickt.
Politik
Grenzort des Großherzogtums Rosenburg zur Grafschaft Aldenburg-Meronshain. Die großherzogliche Zollstelle am Brückenkopf untersteht einem Zöllner mit einer Handvoll Landwehrleuten; mehr Obrigkeit gibt es in Weidenblick nicht.
Geschichte
Wann die erste Brücke über den Arelt geschlagen wurde, weiß niemand mehr. Die heutige Zollbrücke auf steinernen Pfeilern ist mehrfach vom Hochwasser beschädigt und immer wieder aufgebaut worden; die Kerben an den Hauspfosten reichen weiter zurück als jede Urkunde im Zollhaus.
Einwohner
Rund 6.700 Menschen, fast ausschließlich Mittelländer: Korbflechter, Gerber, Viehbauern, Fuhrleute und die Leute der Zollstelle.
Berühmte Personen
Bisher ist keine berühmte Person in dieser Stadt geboren worden oder lebt(e) hier.
Stadtbild
Natürlich gewachsen um Brücke und Marktplatz: Fachwerkhäuser mit Weidengeflecht in den Gefachen und Rohrdächern, an den Pfosten die Kerben der Hochwasser. Bauland gibt es auf der Höhe reichlich, in der Aue baut niemand.
Berühmte Bauwerke
- Die Zollbrücke über den Arelt, die einzige Brücke weit und breit.
Besonderheiten
- Viehmarkt am Brückenkopf
- Mietstall (Stallungen an der Zollbrücke)
- Tempel: Tempel des Iatan und des Athos, Schreine des Pares und des Nergas.
Banken
Vor Ort gibt es keine Bankfilialen.
Gasthäuser
- Zur Weidenbrücke: Das Gasthaus steht am Brückenkopf, gleich neben der Zollstelle, und wer über den Arelt will oder von drüben kommt, kehrt hier ein, solange die Zöllner seine Fracht durchsehen. Der Schankraum ist niedrig und lang, an der Decke hängen Körbe und Reusen als Zierde, und durch die Fenster sieht man die Weiden und die Brücke. Im Obergeschoss gibt es Kammern für Fuhrleute und Viehhändler, im Hof Ställe und einen Brunnen. Wirt Cordt Brückner hört alles, was an der Zollstelle geredet wird, und erzählt es gern weiter. Auf den Tisch kommen Eintopf mit Hammelfleisch, Räucherfisch aus dem Fluss und das helle Bier aus Blauenbach; an Markttagen ist das Haus bis unters Dach voll.
Händler
- Weidenmarkt (Lebensmittel): Auf dem Platz am Brückenkopf stehen die Stände der Bauern von den Weiden: Butter und Käse von den Uferwiesen, Räucherfisch aus dem Arelt, Brot, Rüben und im Herbst Körbe voller Äpfel. Almut Rohrdach, eine Bäuerin mit lauter Stimme und schnellem Rechenkopf, verkauft für die halbe Nachbarschaft gleich mit.
- Schreibstube Hammerstein (Buchhandel): In einem schmalen Haus gleich neben der Zollstelle führt Janina Hammerstein eine Schreib- und Buchbinderstube. Sie setzt Zollbriefe und Frachtlisten für die Fuhrleute auf, bindet die Register der Zöllner und verkauft daneben, was ihr an gebundenen Büchern von reisenden Händlern in die Hände fällt. Über dem Pult hängt ein Stich der Rosenburg, auf den sie sichtlich stolz ist.
- Korbmacherei Ruten und Reusen (Ausrüstungshandel): Vor der Werkstatt am Ufer liegen die Weidenruten in Bündeln zum Wässern, drinnen sitzt Wendel Flechtner mit seinen Gesellen und flicht, was ein Mensch tragen, schleppen oder verstauen kann: Körbe, Kiepen, Rucksäcke, Fischreusen, Seile aus Bast und Taschen aus Leder und Geflecht. Für Reisende hält er dazu Decken, Laternen und Wasserschläuche bereit. „Aus dem Rosenforst gibt es Rosen, von den Weiden gibt es Körbe“, sagt er und schiebt einem den Preis mit einem Rutenende über den Tisch.
- Gerberei und Lederwerkstatt Lohbeck (Rüstungsmacher): Man riecht die Gerberei, lange bevor man sie sieht, deshalb liegt sie am Unterlauf, wo der Arelt den Gestank der Lohgruben mitnimmt. Hartwin Lohbeck gerbt die Häute der Rinder von den Weiden und macht in der Werkstatt hinter den Gruben daraus, was die Zöllner und die Landwehr des Großherzogs brauchen: Lederharnische, Helme, Arm- und Beinschienen, dazu Riemen, Gürtel und Stiefel. Wer eine Rüstung aus Eisen sucht, wird nach Blauenbach oder Rosenburg geschickt.
- Viehmarkt am Brückenkopf (Tierhandel): Zwischen der Zollstelle und dem Fluss liegen die Koppeln des Viehmarkts. Hier stehen die Rinder und Schafe von den Weiden, Ochsen für die Fuhrleute, ein paar Maultiere und Pferde, die die Händler aus der Grafschaft über die Brücke bringen, und in den Ställen dahinter Hühner, Gänse und Hunde. Gesa Weidhof, eine hagere Frau mit Stock und Hut, kennt den Stammbaum jedes Tiers auf dem Platz und nennt einen Preis nur einmal.
Kampfschulen und Lehranstalten
Vor Ort gibt es keine Kampfschulen oder Lehranstalten.
Umgebung
- Landschaft: Flusstal des Arelt mit Uferwiesen und Weidenbrüchen, im Osten die Ausläufer des Eisenwalds, im Norden der Rand des Rosenforsts
- Vegetation: Weiden, Erlen und Schilf am Fluss, Viehweiden auf der Höhe
- Tierwelt: Rinder und Schafe, Fischotter und Reiher am Arelt
Wegweiser
Landweg
- Blauenbach (Hl. Kaiserreich (Großherzogtum Rosenburg)), 226 Meilen (Landstraße, Fluss- und Seeufer)
- Lotahal (Hl. Kaiserreich (Grafschaft Aldenburg-Meronshain)), 170 Meilen (Landstraße, Fluss- und Seeufer)
- Mahleden (Hl. Kaiserreich (Großherzogtum Rosenburg)), 100 Meilen (Landstraße, Waldrand)
