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Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese

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Balladen
Ich bin Willem Willink, pack Lumpen in meinen Sack,<br />
und bin schon wieder fort – schwuppdiwupp, zackzack!<br />
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<div class="NavHead">Der Ring des Räubers </div>
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Nicht weit von hier in einem tiefen Tal,<br />
da wohnte eine Maid im Wald an einem Wasserfall. <br />
Sie war so schön, so schön wie Milch und Blut, <br />
von ganzem Herzen war sie einem Manne gut. <br />
 
"Du armes Kind, du dauerst meine Seele. <br />
Weil ich nur ein Räuber bin, wohn' in einer Höhle<br />
Du kannst fürwahr nicht länger bei mir sein,<br />
ich muss jetzt fort, tief in den Wald hinein.<br />
 
Nimm diesen Ring, und sollte man dich fragen, <br />
so sag' ein Räuber habe ihn getragen.<br />
Der dich geliebt, geliebt bei Tag und Nacht<br />
und der, der so manchen um Hab und Gut gebracht"<br />
 
So sprach er nach vielen Monden zu ihr, <br />
nach so vielen Tagen und Nächten mit Pläsier, <br />
ihr half kein Wehen und auch kein Klagen, <br />
sie musste seinen Weggang weinend ertragen. <br />
 
Die Schöne tat, was der Geliebte ihr gesagt,<br />
ging zurück zu ihrem Dorf, tieftraurig verzagt. <br />
Sie zeigte den Leuten den güldenen Ring, <br />
das vermaledeite wertvolle, aber gestohlene Ding. <br />
 
Sie weinte: "Der Räuber, den ich geliebt, <br />
hat ihn getragen bei Tag und auch bei Nacht, <br />
und er, der so viele Leut um ihr Hab und Gut hat gebracht, <br />
hat mich geliebt, bei Tag und auch bei Nacht." <br />
 
Die Leute im Dorf waren empört, <br />
nicht die Liebe an sich hat sie gestört, <br />
aber, dass sie einem Räuber galt, <br />
dieses man eine Sünde schalt. <br />
 
Sie sprachen: "Geh in den Tempel, törichte Maid <br />
und klag den Geweihten dort dein Leid, <br />
den Ring, den spende an die Götter, <br />
dann verstummen auch die Spötter.<br />
Wie kann man einen Räuber lieben, <br />
Unglückseliges Kind, was hat dich umgetrieben?" <br />
 
Die Maid weinte bitter und lange, <br />
vor der Zukunft war ihr sehr bange. <br />
Der Verlust des Liebsten hat sie schon entsetzt, <br />
war sie nun zusätzlich Hohn und Spott ausgesetzt. <br />
Trat in einen heiligen Orden ein,<br />
um eine Dienerin für die Götter zu sein. <br />
 
So lebt sie nun dorten, fleißig und fromm,<br />
die Jahre verrinnen, die Welt bleibt ihr stumm.<br />
Doch manchmal im Dunkel, wenn die Kerzen vergeh’n,<br />
meint sie den Räuber wie im Traume zu seh’n.<br />
 
Dann flüstert sie leise, so sanft wie der Wind,<br />
dass Herzen nicht wählen, wohin sie bestimmt.<br />
Und tief in ihr drinnen, verborgen und sacht,<br />
lebt weiter die Liebe bei Tag und bei Nacht.<br />
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