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Liedgut des Barden Walter von der Salzwiese

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Balladen
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Ihr Leute, lasset mich berichten, .<br />von gar wundersamen Geschichten, .<br />Eine tue ich Euch nun kund, .<br />sie ist zu Orstoc einst geschehen, .<br />und ihr Held, das war ein Hund. .<br />
Ein reicher Bauer mit dem Namen Friedrich Klein, .<br />kehrte nach dem Marktbesuch in ein Wirtshaus ein. .<br />Er hatte Vieh verkauft, trug bei sich den Erlös, .<br />Das rochen in der Schenke zwei Räuber, bitterbös. .<br />Als nun der reiche Bauer des Nachts zu Bette ging, .<br />beschlossen diese Räuber zu drehen ein schlimmes Ding. .<br />
Sie schlichen im Gasthaus in seine Kammer hinein, .<br />und drangen mit ihren Messern bedrohlich ein auf Friedrich Klein..<br />Schon packten ihn die Schlimmen, an seiner bloßen Kehle, .<br />da schrie mit letzten Kräften, Friedrich die Angst sich von der Seele .<br />
Das hörte im Stalle, nicht sein Knecht aber der treue Hund, .<br />
er riss sich von der Kette und schon er in der Kammer stund .<br />bevor die Mörder die Messer setzten an, .<br />er stürzt sich auf die Kerle und rettet so den Mann. .<br />
Da ward überwältigt, die böse Mörderbrut, .<br />zu Orstoc, auf dem Richtblock, da floss zum Lohn ihr Blut. .<br />Doch in dem Kampf fügten sie dem treuen Tier zu eine böse Wund. .<br />Und schon am nächsten Tage da starb der arme Hund. .<br />
Es setzt in seinem Garten, der Bauer Klein .<br />dem treuen braven Hunde aus Marmor einen Stein. .<br />Darauf stand geschrieben dieses hier: .<br />Viel treuer als die Menschen ist oft ein Hundetier.  </div></div> <div class="NavFrame collapsed"><div class="NavHead">Die Geschichte vom Räuber Hannes</div><div class="NavContent"> Es sagt einst ein Kind zur seiner Großmama: <br />"Wenn ich erwachsen bin, was werd ich da? <br />Hab wenig Lust auf Feldarbeit. Kann ich vielleicht ein Räuber sein? <br />Muss wenig tun, nur ein bisschen rauben. Das wär' einfach und sehr fein." <br />Die Alte wiegt besorgt den Kopf, streichelt sanft den Enkelsohn. <br />"Ich erzähl dir 'ne Geschichte, die beantwortet deine Frage schon." <br />Lehnt sich zurück, dann hebt sie an und sie erzählt, <br />die Geschichte vom Räuber Hannes hat sie gewählt. <br /> Durch des Waldes düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfaden <br />wandelt eine Magd zum Markt nach Vellhafen mit schmerzenden Waden. <br />Hui, da plötzlich stürmt des Banditen kühner Sohn aus dem Geheg, <br />scharf bewehrt bis an die Zähne, und vertritt ihr flugs den Weg. <br /> "Seid Ihr", fragt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll, <br />"nicht vielleicht der Räuber Hannes, der allhier grassieren soll?" <br />"Ja, ich bin´s, du Unglücksel´ge, ja, ich bin´s, der sich dir zeigt, <br />und du bist diejen´ge, welche sich nun vor mir verneigt. <br />Denn mit hochwillkomm´ner Beute nahst du mir zu guter Stund!" <br />Sprachs und nahm ihr weg den Korb, durchwühlt ihn schnell bis auf den Grund. <br /> Und wie Schuppen von den Augen fällt´s der schlichten Magd sogleich: <br />"Ihr seid Hannes!", ruft sie bleich. "Bin es!" spricht der Räuber weich. <br />"Bin´s und sage dir noch dieses: ich töte dich du dummes Weib, <br />bringst du mir nicht auf dem Rückweg Gold, ramm ich meinen Dolch in deinen Leib." <br /> Die Magd wird blass und blässer und eilt zum Markt, sucht den Büttel Reodan, <br />findet ihn, fragt ängstlich dann, ob er ihr wohl helfen kann. <br />Jener stimmt zu, sie zu begleiten, denn den Räuber will er fangen, <br />baumeln soll der Räuber Hannes, an dem Galgen soll er hangen. <br /> Gesagt, getan und aus dem Walde eilt der Hannes schnell heran, <br />denn er sieht nur das Mägdelein und nicht den guten Reodan. <br />Jener hat sich vorher schon gut versteckt hinter einer dicken Eich, <br />er springt heraus, macht sich ganz groß und packt sogleich, <br />dann den Räuber Hannes fest am Arm und am Halse an, <br />damit der Bösewicht dem harten Griffe nicht entweichen kann. <br /> "Schurke! Hab dich!" so donnert er, <br />"Nun entkommst du mir nicht mehr!" <br />"Mit des Seilers Tochter mach ich dich bekannt, <br />aufatmen wird das ganze Land." <br /> Und die Moral von der Geschicht? <br />Werde besser Räuber nicht, <br />Sonst landet man am Ende nur an einem Strick und baumelt dann im Wind. <br />Drum werde artig und bleib brav, sonst kommt Reodan mein Kind.<br />
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