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Beschreibung
Die Aprikose ist ein kleinerer, sommergrüner Baum oder Strauch, der Wuchshöhen von meist vier bis zehn Schritt erreicht. Seine Krone ist meist breit ausladend und stark verzweigt. Die Rinde junger Zweige zeigt sich in einem auffälligen, rötlichen Braun, während der Stamm älterer Bäume eine graubraune, von Längsrissen durchzogene Borke entwickelt. Die Blätter sind breit eiförmig bis fast kreisrund, am Ende zugespitzt und fein gesägt. Noch vor dem Blattaustritt im zeitigen Frühjahr erblüht die Aprikose in einer Pracht aus weißen bis zartrosafarbenen Blüten. Aus ihnen reifen bis zum Spätsommer die samtig behaarten, runden Steinfrüchte heran. Ihre Farbe changiert zwischen hellem Gelb und tiefem Orange, oft mit rötlich gesprenkelten Sonnenseiten. Das Fruchtfleisch umschließt einen glatten, linsenförmigen Kern, der im Inneren einen bitteren Samen birgt.
Vorkommen
Die Aprikose verlangt nach viel Wärme, intensivem Sonnenlicht und eher trockenen, gut durchlüfteten Böden. Sie reagiert äußerst empfindlich auf anhaltende Nässe und späte Frostperioden im Frühjahr. Aus diesem Grund ist sie vor allem im Süden und in den gemäßigten Breiten Antamars heimisch. Weite Plantagen und wilde Haine prägen die sonnenverwöhnten Landschaften des Sultanats Izthalûn sowie die terrassierten Hänge der fruchtbaren Regionen von Emreia. Auch in den küstennahen Tälern der südlichen Handelsrepubliken und auf den Inseln von Chorphys gedeiht sie prächtig. In den kargen Nordreichen hingegen fehlt sie aufgrund des kalten, feuchten Klimas vollständig.
Nutzung
Die Aprikose ist im Alltagsleben, im weitgereisten Handel sowie in den geheimen Künsten der Alchemie und Magie fest verankert.
Handwerk & Alltagsnutzen
Die süßen, saftigen Früchte sind ein begehrtes und kostbares Gut. Da sie vollreif kaum transportfähig sind, werden sie für den Fernhandel entlang der großen Karawanenwege getrocknet oder zu süßen, haltbaren Pasten eingekocht. Das harte, feinporige Holz des Aprikosenbaums besitzt einen warmen, rötlichen Farbton. Es wird im Kunsthandwerk sehr geschätzt und zu edlen Schnitzereien, feinen Drechselarbeiten oder Intarsien verarbeitet. Aus den harten Kernen pressen Ölmüller zudem ein feines, mildes Öl, das sowohl in der gehobenen Küche als auch zur Pflege edler Lederwaren genutzt wird.
Heilkunde & Alchemie
In der antamarischen Heilkunde findet vor allem das aus den Kernen gepresste Aprikosenkernöl Verwendung. Es dient als sanfte Basis für Heilsalben und pflegende Balsame, die bei spröder Haut, Brandwunden oder Ausschlägen Linderung verschaffen. Alchemisten nutzen die stark bittere Essenz, die durch das Auspressen und Destillieren der inneren Kernsamen gewonnen wird. In geringer Dosierung dient dieses Destillat als beruhigender Zusatz in Schlaftränken. In höherer Konzentration und falsch verarbeitet ist es aufgrund seiner natürlichen Giftstoffe jedoch eine gefürchtete Zutat bei der Brauerei von schleichenden Giften, weshalb der Handel mit den reinen Kernen in einigen freien Städten streng überwacht wird.
Magie & Ritus
In der aktiven Magie wird die Aprikose aufgrund ihrer intensiven Blütenpracht im Frühling und der sonnenhaften Fruchtfarbe mit den Aspekten der Erneuerung, des Lichts und der mentalen Klarheit assoziiert. Magier des Südens nutzen getrocknete Aprikosenblüten und geraspelte Rinde in rituellen Räucherungen, um die astralen Ströme bei Hellsichts- und Wahrnehmungszaubern zu harmonisieren. Artefaktbauer schätzen das rötliche Holz, um daraus kleine Schmuckschatullen oder Fokusringe zu fertigen, die darauf ausgelegt sind, Illusionsmagie zu binden oder die Sinne des Trägers gegen mentale Täuschungen zu stärken. Zudem wird das Öl im rituellen Artefaktbau verwendet, um magische Runen auf Pergament oder Holz zu versiegeln, damit diese ihre magische Ladung nicht vorzeitig an die Umgebung abgeben.
Trivia
- Unter den Seefahrern der südlichen Handelsrepubliken gilt die alte Weisheit: „Nimm getrocknete Aprikosen mit an Bord, dann bleibt das Fieber vom Schiffe fort.“
- In den botanischen Schriften des Gelehrten Tarik Ibn Ziyad aus Izthalûn steht geschrieben: „Die Aprikose gleicht dem Schicksal eines Abenteurers im Süden: Außen von samtener Weichheit und süßem Geschmack, doch wer unvorsichtig zu tief beißt, stößt rasch auf einen bitteren, harten Kern.“