Retaria
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Allgemein
Retaria ist die Residenzstadt der Markgrafschaft Tamurlande und der größte Ort der Mark. Die Stadt liegt am Retar, einem Nebenfluss des Tamur, der aus dem Vorland des Eisenwaldes herabkommt, hier den Ostrand des Isentann erreicht und ein gutes Stück weiter nordöstlich, wo der große Strom nach Süden zu den Tamuraugen abknickt, in den Tamur mündet. Nach Norden hin steht bis zum Tamur der Wald, nach Süden öffnen sich Felder, Weiden und Obstgärten, hinter denen sich die Hügel zum Eisenwald hinaufziehen.
Herkunft des Namens
Die Stadt ist nach dem Fluss benannt, an dem sie liegt: dem Retar, einem Nebenfluss des Tamur aus dem Vorland des Eisenwaldes.
Politik
Retaria ist die Residenz der Markgrafschaft Tamurlande. Auf der Burg über dem Fluss regiert Markgraf Ambrosius von den Tamurlanden die Mark in Primogenitur; von hier aus ernennt er die Vögte von Hahnenburg und Winterberg. Die Markgräfliche Garde hält Tore und Wehrhof, die eigentlichen Grenztruppen der Mark, die Wasserreiter, liegen flussabwärts in Burg Tamurana und Amartrutz. Mit der Ostmark jenseits des Tamur pflegt Retaria über den Fluss regen Austausch; die Nachbarn im Süden und Osten liegen jenseits der Grenze der Mark und spielen im Alltag der Stadt kaum eine Rolle.
Geschichte
Retaria entstand nach der Eroberung der Lande südlich des Tamur als befestigter Platz am Retar und wurde 735 n.Z. mit der Einrichtung der Mark Sitz des Hauses von den Tamurlanden. Vor einigen Jahrzehnten ließ der kaiserliche Oberbaumeister Lepriester im Rahmen seiner Baukampagne am Tamur auch die Werft am Unterlauf des Retar anlegen, in der seither die Boote der Wasserreiter gebaut werden. Die Meilensteine der Via Aemilia und der Ostmarkstraße vor den Toren erinnern daran, dass hier einst zwei Reichsstraßen beginnen sollten.
Einwohner
Rund 17.800 Menschen leben in Retaria, fast ausschließlich Mittelländer: Beamte und Bedienstete des Hofes, Kaufleute und Faktoren, Flößer, Bootsbauer, Fischer und Handwerker, dazu die Soldaten der Markgräflichen Garde. Die Retarier gelten als nüchtern, geschäftstüchtig und ein wenig stolz darauf, die einzige richtige Stadt zwischen Eisenwald und Tamur zu bewohnen.
Berühmte Personen
- Ambrosius von den Tamurlanden: Markgraf der Tamurlande, residiert auf der Burg über der Stadt.
Stadtbild
Über der Stadt, auf einem Hügel über dem Fluss, liegt die Burg der Markgrafen, ein trutziger Bau aus dunklem Bruchstein mit einem einzigen mächtigen Bergfried, von dem aus Markgraf Ambrosius von den Tamurlanden die Mark in Primogenitur regiert, wie es sein Haus seit der Einrichtung der Mark im Jahre 735 tut. Zu seinen Füßen drängen sich Fachwerkhäuser um den Markt, eine dreibogige Steinbrücke verbindet die Burgseite mit dem Hafenviertel, und am Kai liegen die Flöße der Holzfäller aus dem Isentann neben den flachen, schnellen Booten der Wasserreiter, die in der Werft am Unterlauf gebaut und ausgebessert werden. Die Markgräfliche Garde hält die Tore und den Wehrhof unterhalb der Burg; die eigentlichen Grenztruppen der Mark, die Wasserreiter, liegen flussabwärts in Burg Tamurana und Amartrutz am Tamur.
Retaria besitzt Marktrecht und ist der Handelsplatz der Mark: Holz, Felle, Fisch, Pech und Harz aus den Wäldern gehen von hier auf den Retar und den Tamur, Getreide und Wein kommen von jenseits der südlichen Grenze herauf. Die Imperiale Handelsbank unterhält eine Filiale am Markt, das Lagerhaus am Kai steht Reisenden offen. Auf dem Papier nehmen hier zwei Reichsstraßen ihren Anfang, die Via Aemilia nach Süden und die Ostmarkstraße nach Osten; ihre Meilensteine stehen noch vor den Toren, doch jenseits der Grenzen der Mark sind beide seit langem kaum mehr als Landwege, und wer nach Osten in die Ostmark will, nimmt den Fluss.
Berühmte Bauwerke
- Die Burg der Markgrafen: trutziger Bau aus dunklem Bruchstein mit einem einzigen mächtigen Bergfried auf dem Hügel über dem Retar.
- Die Retarbrücke: dreibogige Steinbrücke zwischen Burgseite und Hafenviertel.
Besonderheiten
- Tempel
- Boxhalle: Im Untergeschoss eines ehemaligen Wohnhauses im Hafenviertel finden blutige Box- und Waffenkämpfe statt, die der Markgraf duldet.
- Mietstall: Der Mietstall vor dem Brückentor gehört dem Markgrafen und wird von einem alten Gardisten geführt. Hier stehen die Pferde der Boten aus Burg Tamurana neben den Zugtieren der Fuhrleute aus Hahnenburg; Reisende können ihr Tier gegen eine Gebühr unterstellen und versorgen lassen.
- Lagerhaus
Banken
- Imperiale Handelsbank: An der Nordseite des Marktes steht die Filiale der Imperialen Handelsbank, ein nüchterner Quaderbau aus grauem Granit vom Winterberg mit vergitterten Fenstern und einer eisenbeschlagenen Tür, vor der ein Gardist des Markgrafen Wache steht. Drinnen wechseln die Geldwechsler hinter einem langen Eichentresen die Münzen der Flößer und Kaufleute und schreiben die Wechsel der Faktorei aus.
Gasthäuser
- Zum Markgrafen: Das große Gasthaus am Markt, gegenüber der Filiale der Handelsbank, ist das erste Haus der Stadt. Im Schankraum unter der geschnitzten Balkendecke sitzen Kaufleute der Faktorei, Offiziere der Garde und Reisende, die mit dem Boot aus der Ostmark gekommen sind; an der Wand hängt das blau-goldene Wappen der Mark, und im Kamin brennt Eichenholz aus dem Isentann. Die Zimmer im Obergeschoss haben Federbetten und Fenster zum Fluss.
Wirtin Alrun Stellwag hat das Haus von ihrem Vater übernommen und kennt jeden, der in Retaria etwas zu sagen hat. Auf der Karte stehen Zander aus dem Retar, Wildbraten und Wein von jenseits der südlichen Grenze; wer nach den Aivarunen fragt, bekommt eine Geschichte gratis dazu.
- Zum Flößer: Am Kai, zwischen Lagerhaus und Werft, liegt die Schankstube der Flößer und Bootsleute. Der Boden ist mit Sägespänen bestreut, die Bänke sind zerkratzt, und wenn die Flöße aus dem Isentann festmachen, ist bis in die Nacht kein Platz mehr frei. Das Bier ist billig, der Fischeintopf reichlich, und in der Kammer hinter dem Schankraum findet sich fast immer noch ein Strohsack für einen späten Gast.
Wirt Jorge Stakenbrock ist selbst zwanzig Jahre Flößer gewesen, bis ihm ein Stamm den Fuß zerquetschte. Er hat für jeden ein Wort, für Streithähne einen Knüppel und für die Wasserreiter, die hier ihren Landgang verbringen, einen eigenen Tisch.
Händler
- Ben Halef Omar (Buchhandel): Zwischen Faktorei und Handelsbank am Markt liegt der Laden des Ben Halef Omar, eines Gelehrten aus dem fernen Süden, den seine Reisen vor Jahren an den Tamur verschlagen haben und der geblieben ist, weil ihn die Grenze nicht mehr losließ. In seinen Regalen stehen Reiseberichte über die Aivarunenlande, Karten des Tamur und des Retar, die Bauakten der Festungen am Fluss, Lehrbücher für die Offiziere der Garde und allerlei Schriften aus dem Kernland, die er über die Faktorei kommen lässt. Er spricht ein weiches, akzentbeladenes Imperial und liest jedem, der es hören will, aus den Chroniken der Mark vor.
- Markt am Retar (Lebensmittel): Auf dem Platz zwischen Brücke und Kai stehen jeden Morgen die Stände der Bauern und Fischer: Roggenbrot, Käse und Rüben von den Höfen südlich der Stadt, Räucherfisch aus dem Retar, Wildbret und Honig vom Rand des Isentann und im Herbst Fässer mit Sauerkraut und Äpfeln. Eine Marktmagd des markgräflichen Marktvogts kassiert das Standgeld und weiß, wer heute was zu welchem Preis feilbietet.
- Faktorei der Tamurlande (Handelshaus): Das zweistöckige Steinhaus am Kai mit dem blau-goldenen Wappen der Mark über dem Tor ist die Faktorei der Tamurlande, in der die Kaufleute der Mark ihre Geschäfte mit dem Kernland abwickeln. In den Lagern stapeln sich Holz, Felle, Pech, Fischfässer und alles, was die Flöße aus dem Isentann bringen, daneben Getreide, Tuch und Wein von jenseits der Grenze. Faktor Lienhard Rebental, ein rundlicher Mann mit Ärmelschonern und scharfem Blick, führt dich durch die Räume und rechnet dabei im Kopf schneller, als du fragen kannst.
- Markgräfliche Zeugschmiede (Waffenschmiede): Am Fuß des Burghügels, wo der Wehrhof der Garde an die Stadt grenzt, liegt die Zeugschmiede des Markgrafen. Hier werden die Klingen der Garde geschmiedet und die Waffen der Wasserreiter ausgebessert, die von den Festungen am Tamur heraufgeschickt werden. Waffenmeisterin Gerlind Ambossin, eine breitschultrige Frau mit angesengten Brauen, verkauft an Reisende, was die Garde nicht braucht – und das ist mehr, als der Markgraf weiß.
- Pelz- und Tuchhaus am Retar (Schneider): Fellballen aus Amartrutz, Loden aus den Bergen um Winterberg und Leinen von den Höfen südlich der Stadt: Im Pelz- und Tuchhaus am Retar wird verarbeitet, was die Mark an Kleidung hergibt, und die Winter am Tamur verlangen dicke Kleidung. Ottmar Fellwart, ein hagerer Mann mit Maßband um den Hals, näht für den markgräflichen Hof ebenso wie für Flößer, die einen Mantel gegen den Flusswind brauchen, und mustert jeden Kunden zuerst nach den Schultern.
- Kramladen an der Brücke (Krämer): Das schmale Fachwerkhaus am Brückenkopf ist bis unters Dach mit allem gefüllt, was ein Reisender vergessen haben könnte: Seile, Kerzen, Feuersteine, Nadeln, Blechgeschirr, Öl für Lampen und Leder für Stiefel. Berthe Nadelöhr, eine kleine, flinke Frau, die nie stillsteht, findet jedes Stück, ohne hinzusehen, und weiß außerdem, welches Boot morgen flussabwärts ablegt.
- Werft der Wasserreiter (Ausrüstungshandel): Am Unterlauf des Retar, wo der Fluss breit genug für die flachen Boote der Wasserreiter wird, liegt die Werft der Mark. Auf den Helligen stehen die langen, schmalen Flussboote, mit denen die Grenztruppe zwischen Amartrutz, Burg Tamurana und Tamurfurt patrouilliert, daneben Kähne und Flöße für die Holzhändler. Bootsmeister Cuno Plankner, dem der Teer bis an die Ellbogen reicht, baut für die Wasserreiter und verkauft an Reisende aus dem Werftlager, was man auf dem Fluss wie auf der Straße braucht: Taue, Teer, Laternen, Wasserschläuche, Segeltuch, Fässer und Proviantkisten. Wer ihm zuhört, erfährt nebenbei, wie man einen Kahn durch die Stromschnellen am Knick bringt.
Kampfschulen und Lehranstalten
- Wehrhof der Markgräflichen Garde (Kampfschule): Unterhalb der Burg, zwischen Zeugschmiede und Stadtmauer, liegt der Wehrhof, auf dem die Markgräfliche Garde ihre Rekruten drillt. Die Garde stellt die Wachen der Residenz und schickt jedes Jahr ihre besten Leute zu den Wasserreitern an den Tamur; entsprechend hart ist die Ausbildung: Schild und Speer in der Reihe, Schwert und Dolch im Gedränge, dazu Nachtwachen und Märsche in den Wald. Gegen eine Gebühr an die Gardekasse dürfen auch Durchreisende auf dem Wehrhof antreten.
Umgebung
- Landschaft: Waldrand, Fluss Retar
- Vegetation: Nadelwald des Isentann im Norden, Felder, Weiden und Obstgärten im Süden
- Tierwelt: Zander und Biber im Retar, Wildschweine und Rotwild am Waldrand
Wegweiser
Landweg
- Burg Tamurana (Hl. Kaiserreich (Markgrafschaft Tamurlande)), 140 Meilen (Landstraße, Waldrand)
- Hahnenburg (Hl. Kaiserreich (Markgrafschaft Tamurlande)), 180 Meilen (Landstraße, Waldgebiet)
Seeweg
- Tamurfurt (Hl. Kaiserreich (Markgrafschaft Ostmark)), 360 Meilen (Flussabwärts)
