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Beschreibung
Der Efeu ist eine ausdauernde, immergrüne Kletterpflanze oder ein kriechender Bodendecker, der mithilfe von kräftigen Haftwurzeln Höhen von bis zu dreißig Schritt an Felswänden, Mauern und Baumstämmen erklimmen kann. Seine verholzenden Triebe können im Alter die Dicke eines Unterarms erreichen. Die Pflanze zeigt eine auffällige Blattformenvielfalt: Die Blätter an den kletternden, unfruchtbaren Trieben sind charakteristisch drei- bis fünflappig und herzförmig, während die Blätter an den freistehenden, altersreifen Blütentrieben rein eiförmig und ungelappt sind. Beide Blattformen besitzen eine ledrige Struktur und eine dunkelgrüne, oft von hellen Adern durchzogene Oberseite. Erst im Spätherbst erscheinen die unscheinbaren, gelbgrünen Blüten, aus denen über den Winter hinweg erbsengroße, tiefschwarze Beeren reifen, die für den Menschen stark giftig sind.
Vorkommen
Efeu ist ein äußerst schattentolerantes und anpassungsfähiges Gewächs, das mäßig feuchte, nährstoff- und humusreiche Böden bevorzugt. Er meidet allzu saure Böden sowie die pralle, austrocknende Sonne offener Wüsten. Die Pflanze ist in fast allen Klimazonen Antamars anzutreffen. Riesige, jahrhundertealte Ranken überziehen die dichten Mischwälder und Ruinen von Emreia sowie die schattigen Gassen und Befestigungsmauern der freien Städte. Sogar in den feuchteren Tälern der kargen Nordreiche kriecht er beharrlich über den Waldboden, während er im Süden des Sultanats Izthalûn nur an schattigen Nordhängen der Gebirge oder in tiefen, kühlen Schluchten gedeiht.
Nutzung
Trotz seiner Giftigkeit besitzt der Efeu aufgrund seiner ganzjährigen Verfügbarkeit einen festen Platz im Handwerk und in der Volksmedizin Antamars.
Handwerk & Alltagsnutzen
In den freien Städten und Handelsrepubliken wird Efeu traditionell als lebendiger Witterungsschutz an steinernen Kontorhäusern und Festungsmauern geschätzt, da sein dichtes Blätterdach den Regen vom Mauerwerk abhält. Die zähen, älteren Kletterranken werden von ländlichen Handwerkern gesammelt, von Blättern befreit und als extrem reißfeste, langlebige Flechtseile für einfache Zäune oder zum Verzurren von grobem Bauholz genutzt. Aus den reifen, schwarzen Beeren lässt sich zudem durch langes Einkochen eine dunkle, klebrige Tinte gewinnen, die von Schreibern für einfache Frachtlisten genutzt wird.
Heilkunde & Alchemie
In der antamarischen Heilkunde ist der Efeu als wirksames, aber gefährliches Mittel bekannt, da eine Überdosierung schwere Vergiftungen hervorruft. Der kargländische Medicus Thorgal vom Eisfluss beschrieb in seinen Schriften ein Verfahren, bei dem stark verdünnte Auszüge der getrockneten Efeublätter als krampf- und schleimlösender Trank bei schwerer Auszehrung der Lunge angewendet werden. Alchemisten nutzen die hautreizenden Essenzen der frischen Blätter als Basis für scharfe Tinkturen, die in Rheumasalben verarbeitet werden. Diese Salben fördern die lokale Durchblutung und vertreiben den chronischen Schmerz aus den Gelenken.
Magie & Ritus
In der wirkenden Magie besitzt der Efeu keine aktive Kraft und eignet sich weder als Zauberfokus noch als magischer Speicher. Im rituellen Brauchtum der Waldläufer und Grenzer von Emreia gilt der Efeu jedoch als passives Symbol für ewige Treue, Ausdauer und das Überdauern des Winters, da seine Blätter niemals fallen. Es ist ein schlichter Volksglaube, dass ein um einen Wanderstab gewundener Efeuzweig dem Reisenden auf langen Wegen die nötige Zähigkeit verleiht. Magische Gilden nutzen die Ranken gelegentlich als reines Dekorationselement an ihren Toren, um die Beständigkeit ihres Wissens symbolisch darzustellen.